Kindesunterhalt & Alimente 2019 berechnen in Österreich – Unterhaltsrechner, Unterhaltsabsetzbetrag

Wie kann ich die Höhe der Alimente berechnen?

Die Berechnung der Alimente in Österreich kann einfach mit einem Unterhaltsrechner durchgeführt werden. Mit einem Alimente Rechner kann man einfach die Höhe der Alimente berechnen. Sollte man zum Thema Beratung benötigen ist es sinnvoll mit einem spezialisierten Rechtsanwalt Kontakt aufzunehmen und sich zum Thema Alimente und Unterhaltszahlungen beraten zu lassen.

Die Höhe der Alimente die für den Kindesunterhalt in Österreich zu bezahlen sind  sind abhängig vom jeweiligen Einkommen. Mit einem aktuellen Unterhaltsrechner können Sie die Höhe bequem online berechnen. Bei offenen Fragen können Sie sich an einen Rechtsanwalt wenden.

Die Hochzeit ist mitunter einer der schönsten Tage im Leben. Zu diesem Zeitpunkt scheint die Welt noch in Ordnung zu sein und Gedanken über Scheidung oder gar Unterhaltszahlungen sind in weiter Ferne. Doch die Realität sieht leider oft ganz anders aus.

Die Zahl der Scheidungen in Österreich hat in den letzten Jahren sehr stark zugenommen. Häufig kommt es nach der Scheidung zwischen den Eheleuten zu Unstimmigkeiten und Streitereien. Genau aus solchen Gründen, sind bestimmte Dinge (Zahlungen und Ansprüche) in Österreich gesetzlich geregelt. Sobald Kinder im Spiel sind ist ein Elternteil dazu verpflichtet, dem anderen Elternteil für die Kosten der Kinder aufzukommen.

Alimente Rechner Österreich 2019 – Alimente berechnen mit dem Unterhaltsrechner

Kindesunterhalt in Österreich – was sind eigentlich Alimente?

Tipp: Gemeinsam eine Lösung suchen

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In Österreich wird der Begriff „Alimente“ verwendet, sobald es um Unterhaltszahlungen in Form von Geldleistungen unterschiedlicher Höhe geht. Nicht nur in Österreich haben Eltern eine gesetzliche Verpflichtung, für den Unterhalt der Kinder aufzukommen.

Diese Zahlungen sollen die Kosten für Kleidung, Essen, Trinken, Wohnen, Freizeitgestaltung oder die Schulkosten abdecken. Der Elternteil bei dem das oder die Kinder nicht dauerhaft wohnen, ist zu solchen Zahlungen verpflichtet.

Wie hoch ist der Regelbedarf 2019 in Österreich? – Prozentsätze für den Unterhalt

Der jeweilige Regelbedarf, an dem sich die Höhe der Alimente in Österreich orientiert wird nach Danninger (in ÖA 1972, 17), berechnet vom LGZ Wien geregelt. Der jeweilige Regelbedarf 2019 ist abhängig vom Alter des Kindes und ist gültig jeweils vom 1.7. bis 30.6. Das Thema “Alimente und Regelbedarf” kann je nach Sachlage auch vom Gericht festgelegt werden. Neben dem Regelbedarf, der im Normalfall als Unterhalt von der unterhaltspflichtigen Person zu bezahlen ist kann es je nach Situation auch zu einem Sonderfall/Sonderbedarf kommen.

Überblick zu Regelbedarfsätzen in Österreich

Geldleistungen – Unterhaltsrechner in Österreich

Sobald ein Elternteil also nicht mit seinem Kinder oder seinen Kindern in einem gemeinsamen Haushalt lebt, muss dieser für den Unterhalt bzw. für die Alimente aufkommen. Aufgrund einer privaten Vereinbarung, wird diese Zahlung von einem Gericht festgelegt.

Der Geldbetrag darf natürlich ausschließlich dafür verwendet werden, um die Bedürfnisse der Kinder abzudecken. In Österreich sind die Alimente bis zur Volljährigkeit zu bezahlen.

In Ausnahmefällen, etwa Studium, werden die die Zahlungen ab diesem Zeitpunkt direkt an das Kind getätigt. Einen Unterhaltsrechner der auch die Details der Anrechnung der Familienbeihilfe und die Änderungen der Steuerreform 2016 berücksichtigt ist auf http://www.jugendwohlfahrt.at/unterhaltsrechner.php zu finden.

Die genaue Höhe der Alimente in Österreich

Leider kursieren über die genaue Höhe der Alimente in Österreich immer wieder die wildesten Gerüchte. Fest steht jedoch, dass die Höhe der Unterhaltszahlungen von der persönlichen Lebenssituation und natürlich der Leistungsfähigkeit abhängig ist.

Das monatliche Einkommen, sowie das vorhandene Vermögen wird bei der Berechnung ebenso berücksichtigt, wie die Berufsausbildung und das Alter. Sie sehen also, dass die genaue Höhe der Alimente gesetzlich geregelt ist und aufgrund des Verdienstes bzw. der sonstigen Umständen immer individuell berechnet wird.

Selbstverständlich gibt es in Österreich einen bestimmten Prozentsatz welcher bezahlt werden muss. Sobald sich Eheleute in Österreich nicht einig sind, tritt diese Regelung in Kraft. In solchen Fällen werden der Unterhalt bzw. die Alimente von einem Gericht berechnet.

Ratgeber Playboygrenze 2019 – was bedeutet sie für den Unterhalt?

Bei der Berechnung der Alimente, bzw. des Unterhaltes für Kinder in Österreich, ist es möglich, eine so genannte Playboygrenze erreicht wird. Die Playboygrenze wird auch als Utnerhaltsstopp benannt. Es handelt sich um eine Grenze, die definiert, wie hoch die Unterhaltszahlungen maximal ausfallen können.

Gerade wenn er EX Partner, bzw. die EX Partnerin sehr gut verdient, wäre es theoretisch eine unverhältnismäßig hohe Summe, die an Alimenten gezahlt werden müssten. Daher hat der oberste Gerichtshof in Österreich erkannt, dass es bei Personen, die über ein besonders hohes Gehalt verfügen, nicht angemessen ist, dass die Prozentkomponente vollends ausgeschöpft wird.

Aus Sicht des Kindes kann es nicht zu empfehlen sein, wenn die Summe der Alimente, die man theoretisch bezieht, höher ist, als es beim eigenen Einkommen zum Start in das Berufsleben der Fall ist. Das bedeutet in der Praxis, dass Grenzen für die Höhe der Alimente eingeführt worden sind.

Die Richtwerte ändern sich jedes Jahr und sind für einen Zeitraum von 2 Jahren gültig. Anzumerken ist, dass sie bei etwa dem doppelten bis 2,5-fachen des Regelbedarfsatzes liegen. Natürlich richten sich die Sätze auch danach, wie alt das Kind ist.

Wie hoch sind die Sätze für den Unterhaltsstopp – wie hoch ist die Playboygrenze?

Für das Jahr 2018 sowie für das Jahr 2019 gelten die gleichen Grenzwerte was den Unterhaltsstopp anbelangt. Die genannten Werte sind die höchsten Summen, die entsprechend gezahlt werden können, wenn Alimente für ein Kind entrichtet werden müssen.

  • 0 bis 3 Jahre: 416 Euro
  • 3 bis 6 Jahre: 534 Euro
  • 6 bis 10 Jahre: 688 Euro
  • 10 bis 15 Jahre: 980 Euro
  • 15 bis 19 Jahre: 1.158 Euro
  • 19 bis 28 Jahre: 1.450 Euro

Die Summen sind auf monatlicher Basis genannt. Das bedeutet, dass ein Kind im Alter von z.B. 7 Jahren maximal eine Summe in Höhe von 688 Euro an Alimenten über die Eltern erhalten darf. Im Studium mit einem Alter von 25 Jahren beläuft sich die Grenze auf 1.450 Euro im Monat.

Prozentsätze Unterhalt in Österreich

AlterProzentsatz
Kinder von 0 bis 6 Jahren16 % vom Nettoeinkommen
Kinder von 6 bis 10 Jahren18 % vom Nettoeinkommen
Kinder von 10 bis 15 Jahren20 % vom Nettoeinkommen
Kinder ab 15 Jahren22 % vom Nettoeinkommen

Die genannten Prozentsätze sind jedoch nach oben hin ebenfalls gesetzlich gedeckelt. Diese Grenze wird sehr gerne als Playboygrenze bzw. auch als Luxusgrenze bezeichnet. Sobald ein sehr hohes Einkommen besteht, wird der Anspruch auf Unterhalt mit dem Zwei- bis Zweieinhalbfachen des Regelbedarfs begrenzt.

Da es sich hierbei lediglich um einen sogenannten Richtwert handelt und in einigen Fällen auch überschritten werden kann, haben nur die wenigsten Personen das Problem mit der Luxusgrenze. Die Regelbedarfssätze für Alimente 2016 gibt es auf http://www.austrianlaw.at/cms/index.php?id=1295 im Überblick inklusive Höhe der Luxusgrenzen.

Ausnahmen bestätigen die Regeln

Natürlich gibt es für diese Bestimmungen in bestimmten Fällen auch Ausnahmen. Solch eine Ausnahme kann in Kraft treten, sobald eine Person einen Beruf weit unter seinen Möglichkeiten ausübt. Hier wird dann ein fiktives Einkommen als Grundlage für die Berechnung herangezogen. In Österreich ist es zudem auch möglich, dass Kosten und Beiträge die über den Regelbedarf hinausgehen, ebenfalls (wenn auch nur zu einem Teil) eingefordert werden können.

Unterhaltsrechner – wie ermitteln Sie nun die Höhe der Alimente?

Das Internet bietet für die Berechnung den wohl einfachsten und auch raschesten Weg. Für die Berechnung müssen Sie das jeweilige Alter der Kinder angeben und selbstverständlich auch Ihr Einkommen. Mit den zuvor genannten Prozentwerten, können Sie die Berechnung natürlich auch ohne diese kostenlosen Unterhaltsrechner im Internet durchführen.

Alimente – was sollten Sie noch wissen?

Bei Beamten und Arbeitern ist die Grundlage das Nettoeinkommen (Monatseinkommen). Das 13. und auch das 14. Gehalt werden bei der Unterhaltsberechnung aliquot natürlich berücksichtigt. Abfertigungen oder Überstunden werden in Österreich ebenfalls addiert. Die genaue Berechnung nimmt in Österreich das Jugendamt vor und es müssen einige Unterlagen (etwa der Jahresgehaltszettel) vorgelegt werden.

Wenn Sie einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen, wird für die Berechnung der Alimente der Reingewinn des letzten Geschäftsjahres herangezogen. Sobald hier Unstimmigkeiten oder Schwankungen auftreten, wird ein 3-jähriger Durchschnittswert berechnet.

Es gibt jedoch auch Elternteile, die keiner Arbeit nachgehen und Arbeitslosengeld beziehen. In solchen Situationen ist die ALB-Unterstützung ausschlaggebend.

Weitere Kinder für die Zahlungen geleistet werden müssen

Sobald weitere Kinder das Recht auf Alimente haben, wird bei der Unterhaltsberechnung für jedes Kind unter 10 Jahren 1 Prozent in Abzug gebracht. Für alle weiteren Kinder über 10 Jahren werden 2 Prozent abgezogen.

Die genaue Dauer der Zahlungen für Alimente und Unterhalt

Die genaue Dauer der Zahlungen ist in Österreich ebenfalls gesetzlich geregelt. Diese müssen im Prinzip bis hin zur Selbsterhaltungsfähigkeit der Kinder beglichen werden. Somit ist der Unterhalt an ein bestimmtes Alter gebunden. Sobald das Kind oder die Kinder die Schule bzw. die Berufsausbildung abgeschlossen haben, endet in der Regel auch automatisch die Pflicht der Unterhaltszahlungen.

Wenn das Kind nach der Ausbildung keinen Job findet, so besteht für einen bestimmten Zeitraum ebenfalls noch Anspruch auf Alimente bzw. Unterhalt. Selbst wenn das Kind kurzfristig einer Arbeit nachgegangen ist und danach ein Studium beginnt, ist der Unterhalt wieder zu bezahlen.

Wenn das Kind über ein eigenes Einkommen verfügt (Lehrlingsgehalt), wird der Unterhalt um einen bestimmten Anteil heruntergesetzt. Beim eigenen Vermögen des Kindes spielen jedoch Familienbeihilfe, Studienbeihilfe, Schülerbeihilfe und ein Ferialpraktikum keine bedeutende Rolle.

Feste Regeln sind nicht zwingend notwendig

In Österreich ist es auch möglich, dass keine fixen und gesetzlichen Regelungen für die Höhe der Alimente zum Tragen kommen. In einigen Fällen wird die Höhe der Zahlungen zwischen den beiden Elternteilen ohne Gericht vereinbart. Diese Vereinbarungen sollten jedoch auf alle Fälle schriftlich festgehalten werden.

Es kann natürlich auch immer wieder zu Zahlungsausfällen oder sonstigen Problemen kommen. In solchen Fällen gibt es die Möglichkeit eines Unterhaltsvorschusses. In Österreich finanziert dann der Staat den Unterhalt, welcher mit einer Exekution des zahlungspflichtigen Elternteiles auch wieder rückgefordert wird.

Das Thema Unterhalt und Alimente ist also sehr vielseitig und kann sowohl zwischen den Elternteilen ohne Gericht oder Jugendamt festgelegt werden oder auch aufgrund fixer Prozentsätze. Fest steht jedoch, dass in Österreich eine Pflicht zur Begleichung von Unterhalt besteht. Sicherlich sorgen diese Zahlungen beim zahlungspflichtigen Elternteil häufig für Unmut und großen Ärger.

Beratung zum Thema Unterhaltspflicht in Österreich

Bei Fragen rund um das Thema Kindesunterhalt können Sie sich an das zuständige Bezirksgericht, Jugendamt oder an die Rechtsanwaltskammer wenden. Zudem bieten die zahlreichen Portale im Internet ebenfalls eine sehr gute Möglichkeit sich über dieses Thema die nötigen Informationen einzuholen. Mit dem kostenlosen Unterhaltsrechner können Sie ebenfalls die Höhe der Alimente selbst berechnen.

Quellen und Details:

Das Thema Kindesunterhalt beschert auch in Österreich jede Menge Menschen Kopfzerbrechen. Unabhängig davon, ob Unterhalt gezahlt werden muss, oder empfangen wird, muss man sich darüber hinaus auch Gedanken über das Taschengeld der Kinder machen.

Wieviel Taschengeld mit welchem Alter?

Grundsätzlich orientiert sich die Höhe des Taschengeldes meist an unterschiedlichen Faktoren. Es ist möglich, dass auch prozentual eine Abstufung nach dem Unterhaltsanspruch geltend gemacht werden kann. Hinzu kommt, dass auch das Alter des Kindes eine entscheidende Rolle spielt, wenn das Taschengeld ausgezahlt wird.

Bis zu einem Alter von 7 Jahren liegt der Prozentsatz bei 1% des Unterhaltsansprungs und bei einem Alter von 7 bis 10 Jahren bei 5% des Unterhaltsanspruchs. Hat das Kind ein Alter von 10 bis 14 Jahren erreicht, so liegt der Satz für das Taschengeld bei 8% des Unterhaltsanspruchs und bei einem Alter von 14 bis 18 Jahren liegt er bei 10% des Unterhaltsanspruchs.

Wer ein Kind erzieht, bzw. großzieht, muss in jedem Fall wissen wie viel Taschengeld hier sinnvoll ist und wann dieses gezahlt werden soll. Anzumerken ist, dass das Taschengeld ohne Probleme ab einem Alter von 6 bis 8 Jahren gezahlt werden kann.

Zu empfehlen ist es, dass das Taschengeld in den ersten Lebensjahren wöchentlich und später dann einmal im Monat gezahlt werden soll. Das dient auch dazu, dass das Kind lernt, entsprechend zu planen und das Geld nicht auf einen Schlag auszugeben, sondern z.B. auf etwas zu sparen.

Für ein Kind im Alter von 6 bis 8 Jahren ist ein Taschengeld von etwa 1 bis 2 Euro je Woche zu empfehlen. Ab einem Alter von 8 bis 10 Jahren kann das Taschengeld dann auf 2 bis Euro in der Woche angehoben werden.

Wenn das Kind 10 bis 12 Jahre alt ist, kann das Taschengeld bei etwa 8 bis 14 Euro je Monat liegen. Wer möchte, kann hier schon beginnen, das Taschengeld einmal im Monat an den Nachwuchs auszuzahlen. Ab einem Alter von 12 bis 14 Jahren kann das Taschengeld ohne Probleme im Monat auf eine Summe in Höhe von bis zu 20 Euro angehoben werden.

Bis zum 18. Lebensjahr kann das Taschengeld jedes oder jedes zweite Jahr angehoben werden. Unter dem Strich betrachtet ist es denkbar, dass mit 16 Jahren ein mittleres Taschengeld von grob 50 Euro im Monat zur Verfügung steht. Wer auf das 18. Lebensjahr steuert, sollte mit einem Taschengeld von etwa 60 bis 80 Euro im Monat rechnen können.

Was gilt es bei der Höhe des Taschengeldes zu beachten?

Grundsätzlich neigt ein zu niedriges Taschengeld meist dazu, dass Jugendliche darüber nachdenken, wo sie arbeiten können, um sich Geld dazu zu verdienen. Dies hat den Vorteil, dass sie selbstständig werden. Andererseits muss auch beachtet werden, dass die Schule, bzw. später die Ausbildung im Vordergrund stehen und es nicht primär darum geht, als ungelernte Kraft in einem Nebenjob etwas dazu zu verdienen.

Wer erkennt, dass sein Kind Probleme in der Schule hat und sich mehr auf das Geldverdienen konzentriert, der wird feststellen, dass es sinnvoll ist, etwas zu ändern. Hier sollte ein Gespräch mit dem Kind stattfinden, denn nur so kann dazu beigetragen werden, dass verstanden wird, wozu das Kind überhaupt so viel arbeiten möchte und wozu es überhaupt Geld benötigt.

Unterhalt direkt an das Kind überweisen – Wann ist das möglich?

Sollte das Kind bereits volljährig sein, so kann dieses verlangt, dass die Alimente (Geldleistungen) direkt an das Kind überwiesen werden. Der Unterhalt steht dem Kind in jedem Fall zu, ein Verzicht auf Unterhalt durch einen Elternteil ist daher NICHT möglich. Sollte der unterhaltspflichtige Elternteil, der NICHT im gemeinsamen Haushalt lebt eine umfassendere Betreuung (d.h. mehr als übliche Besuchskontakte) für das Kind leisten so ist es eventuell möglich, die Höhe der Alimente (Geldunterhalt) herabzusetzen.

Gibt es eine Höchstgrenze für Alimente?

Auch wen es gesetzlich keine Höchstgrenze für die Höhe der Alimente (Geldleistungen) im Rahmen des Kindesunterhalt in Österreich gibt, so ist je nach Umstand die Playboygrenze zu beachten. Als ungefähre Orientierung kann beispielsweise der doppelte Regelbedarfssatz für Kinder bis zum 10. Lebensjahr gelten. Für ältere Kinder (ab 10 Jahren) kann man als mögliche Höchstgrenze/Orientierung mit dem 2 1/2 fachen Regelbedarf kalkulieren.

Antrag auf Einstellung der Alimente

Grundsätzlich gilt die Pflicht für die Unterhaltsleistungen solange bis das Kind die Selbsterhaltungsfähigkeit erreicht hat. Dies bedeutet beispielsweise dass eine eigenständige Führung des Haushaltes (Mietzahlung, Einkauf,..) und ein angemessenere Lebensstandard selbständig erreicht werden kann. Als Basis für diese Entscheidung gelten die bisherigen Lebensverhältnisse von Eltern und Kind.

Wichtig: Eine Selbsterhaltungsfähigkeit ist NICHT an die Volljährigkeit gekoppelt (sollte zum Beispiel nach einer Ausbildung eine Arbeitslosigkeit vorliegen). Weiters gilt hier KEINE Altergrenze – die Möglichkeit von einem Unterhaltsanspruch gegenüber den Eltern kann auch bei erwachsenen Kindern gegegeben sein! Die jeweilige Entscheidung zum Unterhaltsanspruch muss im konkreten Einzelfall getroffen werden!

Info: Während einem Zivildienst/Präsenzdienst wird allgemein von einer Selbsterhaltungsfähigkeit ausgegangen.

Der Antrag auf Herabsetzung oder Einstellung des Unterhalts/der Alimente erfolgt beim Bezirksgericht.

Alimente reduzieren in Österreich

Die Höhe der Alimente in Österreich kann durch eigenes Einkommen des Kindes reduziert/gemindert werden. So gilt beispielsweise eine Lehrlingsentschädigung als eigenes Einkommen, welches die Höhe der Geldleistungen/Alimente reduziert. Wichtig: Beihilfen wie Schüler- oder Studienbeihilfe gelten NICHT als anrechenbar. Wichtig: Laut einer aktuelle Entscheidung kann der Bezug von Familienbeihilfe die Höhe der Alimente reduzieren.

Unterhaltsabsetzbetrag in Österreich 2019 – Höhe, Voraussetzungen

Unterhaltszahlung oder auch Alimente sind sehr verbreitet. Diese Zahlungen stellen oftmals eine hohe Belastung für den Verpflichteten dar. Deshalb hat sich die Gesetzgebung diesbezüglich etwas einfallen lassen: den Unterhaltsabsetzbetrag.

Die Voraussetzungen für den Unterhaltsabsetzbetrag

Wenn man für ein oder mehrere Kinder nachweislich gesetzlichen Unterhalt erbringen muss, kann man im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung maximal die nachfolgenden Beträge steuerreduzierend geltend machen.

Die Höhe des Unterhaltsabsetzbetrages

Der Betrag ist gestaffelt. So können für das erste Kind 29,20 Euro, für zwei Kinder 43,80 und ab dem dritten Kind kann 58,40 pro Monat abgesetzt werden. Diese Beträge müssen bei der Einkommenssteuererklärung (Lohnsteuerausgleich) geltend gemacht werden.

Scheidungen

In Österreich kann man in zwei Arten von Scheidungen unterscheiden. Einerseits die einvernehmliche Scheidung und andererseits die streitige Scheidung, welche auch häufig als Scheidungsklage bezeichnet wird.

Bei einer einvernehmlichen Scheidung wird der Antrag mit beidseitigem Einverständnis von beiden Partnern eingereicht. Die Voraussetzungen für so einen Antrag sind, dass die Partner mindestens seit einem halben Jahr getrennt leben und die Ehe als zerrüttet angesehen wird.

Es ist wichtig zu wissen, dass die Definition von „getrennt leben“ auch zulässt, dass die Partner weiterhin im gleichen Haushalt leben. Es geht per se darum, dass das Zusammenleben der Ehepartner nicht mehr dem Standard einer Ehe entspricht. Außerdem muss der Haushalt weitestgehend getrennt sein. Zum Beispiel muss eine getrennte Kontoführung vorhanden sein.

Bei einer Scheidung: Alimente beachten & Beratung einholen

Einvernehmliche Scheidung

Eine einvernehmliche Scheidung kann entweder mündlich aber auch schriftlich beim Bezirksgericht eingereicht werden. Ein Formular für eine derartige Scheidung gibt es aber nicht, da der Staat sich dazu entschieden hat, dass Scheidungen nicht unterstützt werden. Die Korrektheit des Antrages kann allerdings durch einen Rechtsanwalt überprüft werden.

Partner mit Kinder müssen nachweisen, dass sie vor der Antrageinreichung ausreichend von einer Einrichtung oder einer qualifizierten Person über die Bedürfnisse der Kinder beraten worden sind. So soll zum Beispiel der Einfluss der Scheidung so klein wie möglich gehalten werden. Nach der Einreichung entscheidet das Gericht über die Zustimmung und ein entsprechendes Dokument wird an die Partner verschickt.

Streitige Scheidung

Die streitige Scheidung ist ein vollständiges Zivilverfahren. Somit ist der Prozess aufwendiger. Damit der Prozess begonnen wird, muss der Partner, welcher eine Scheidung will, einen entsprechenden Grund für eine Scheidung geltend machen.

Das Verfahren beginnt dann nicht mit einem Scheidungsbescheid, sondern mit einer Klage.

Hierbei sollte ein Rechtsanwalt die Klageschrift formulieren und überprüfen, da es hier um ein Vortragen von Rechtsgründen geht. Sollte der Klage stattgegeben werden, dann beginnt das mündliche Verfahren.

Der Termin wird von beiden Partnern vereinbart, der Richter wird dann zunächst auf die Möglichkeit einer einvernehmlichen Scheidung hinweisen. Sollte diese Option nicht gewählt werden, dann wird das Verfahren fortgesetzt.

Im Anschluss können beide Parteien ihre Position vortragen, was auch ohne Vorkenntnisse im Scheidungsrecht geschehen kann. Der Richter entscheidet anschließend über die Scheidung und die Entscheidung wird dann den Partner per Postweg mitgeteilt. Sollte einer der beiden Partner nicht mit dem Urteil einverstanden sein, dann steht diesem jederzeit das Recht auf Berufung frei.

Die Festlegung der Unterhaltszahlungen – Höhe der Alimente

Nach der Scheidung kommt es zum Scheidungsvergleich, hier sind die wichtigsten Entscheidungen, zum Beispiel die Unterhaltszahlungen, festgehalten. Abhängig von der Art der Scheidung wird der Vergleich entweder in Einvernehmlichkeit von beiden Ehepartnern oder bei Streitigkeiten mittels eines richterlichen Urteils bestimmt.

Der einvernehmliche Vergleich bringt selbstverständlich erhebliche Vorteile. So bleibt die Beziehung zum Ex-Partner in der Regel freundschaftlicher, die Kosten für das Verfahren sind günstiger und die involvierten Kinder müssen keine Streitereien ertragen.

Mehrere Punkte müssen geklärt werden, damit die Scheidung vollzogen werden kann.

Die Situation der Kinder muss festgelegt werden. In der Regel bleibt die Obsorge der Kinder bei beidem Partner erhalten, doch in Extremfällen kann diese bei einem Elternteil komplett entzogen werden. Zudem kann der Hauptwohnsitz der Kinder festgelegt werden. Besuchszeiten werden ebenfalls festgelegt. Dabei werden auch die Unterhaltszahlungen, dies bildet auch die Grundlage für den Unterhaltsabsetzbetrag, bestimmt.

Die Unterhaltszahlungen werden mit dem Ausgleichsverfahren bestimmt. Das bedeutet, dass jener Elternteil mit dem höheren Verdienst die Unterhaltszahlungen übernehmen muss. So sollen die Unterschiede bezüglich des Einkommens ausgeglichen werden. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, dass beide Elternteile auf den Unterhalt verzichten.

Wenn nun solche Zahlungen für den Ehepartner bzw. die Kinder vereinbart wurden, dann wird die Person, die diese leistet, zum Unterhaltsverpflichteten. So eine Stellung erlaubt es dann, dass diese Person dem Unterhaltsabsetzbetrag erhalten kann.

Ein Unterhaltsverpflichteter ist jene Person die für ein nicht haushaltzugehöriges Kind, das bedeutet, dass das Kind nicht im gleichen Haushalt lebt, sowie dem Ex-Partner, bei dem das Kind lebt, Familienbeihilfe gewährt wird, oder, wer ein Kind mit Unterhaltszahlungen versorgt. Hierbei kommt der zweite Fall deutlich öfter vor. Dennoch ist es möglich, bei dem Nicht-Erhalt der Familienbeihilfe den Unterhaltsabsetzbetrag zu erhalten.

Tipp: Mit einem Unterhaltsrechner für Österreich kann man bequem die Höhe der Alimente berechnen.

Kinder in Drittländern

  • Bei Kindern, welche außerhalb des EU-Raumes, des Europäischen Wirtschaftsraumes oder der Schweiz leben, ist es dem Verpflichteten möglich, den Unterhalt als außergewöhnliche Belastung geltend zu machen.
  • Wenn das Kind nicht innerhalb dieser Länder lebt und außerdem nicht haushaltszugehörig ist, dann steht nur die Hälfte des Betrages zu. Sobald das Kind volljährig ist, erlischt der Anspruch auf Unterhalt.
  • Eine besonders wichtige Voraussetzung für das Erhalten des Unterhaltsabsetzbetrages setzt voraus, dass sämtliche Unterhaltszahlungen gänzlich und wie vereinbart geleitstet wurden bzw. werden. Andernfalls verfallen sämtliche Ansprüche auf den Betrag.
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Kommentare

  1. Hallo!
    Familien,die nicht über wenigstens ein mittleres Einkommen verfügen werden durch den Familienbonus relativ wenig gefördert. Gibt es eine juristische Lösung für die geschiedene oder getrennte Eltern die ein mittleres Einkommen haben.
    Vielen Dank
    Mag.a E. Z.

  2. Foerderportal Redaktion says:

    Guten Tag! Da eine Rechtsberatung hier nicht zulässig ist empfehlen wir für die Beantwortung dieser Frage bei einem Steuerberater oder einem Rechtsanwalt nachzufragen > Vielen Dank!

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