Kirchenbeitrag 2019 in Österreich – Höhe, Austritt, Befreiung

Die Kirchensteuer, bzw. der Kirchenbeitrag spielen in Österreich genau wie auch in vielen anderen Ländern weltweit eine große Rolle. Dabei sind die meisten Menschen Mitglied der katholischen oder aber auch der evangelischen Kirche.

Anzumerken ist, dass in Österreich der Beitrag komplett der Kirche zugeführt wird.

Das bedeutet, dass diese entsprechend die Gelder weiterverteilen kann. Der Kirchensteuerbeitrag muss in Österreich grundsätzlich entsprechend der Konfession geleistet werden. Es gibt in Europa jedoch auch Länder, in denen keine Kirchensteuer erhoben wird.

Die Meinungen zur Kirchensteuer in Österreich sind sehr unterschiedlich. Es gibt Menschen, die davon ausgehen, dass die Kirchensteuer sinnvoll ist, aber auch Menschen, die sie für überflüssig halten.

Wer sich in Europa umschaut wird feststellen, dass es Länder gibt, in denen eine Kirchensteuer erhoben wird, aber auch Länder, in denen die Kirchen sich selbst finanzieren müssen – zum Beispiel durch Grundbesitz.

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Wichtig: Rechtzeitig zur Kirchensteuer informieren!
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Wer in Österreich, der Schweiz, oder aber auch in Deutschland lebt und hier der evangelischen Kirche oder aber auch der katholischen Kirche angehörig ist, zahlt auch die entsprechenden Kirchensteuern, wenn er das dazu passende Einkommen hat und gewisse Werte erreicht worden sind.

Auch in vielen skandinavischen Ländern, wie zum Beispiel in Finnland und Schweden wird eine Kirchensteuer erhoben.

Wie hoch ist die Kirchensteuer in Österreich? – Höhe & Berechnung

Die Kirchensteuer sorgt dafür, dass die Religion finanziert wird. Sie beläuft sich je nach Religion auf insgesamt bis zu 10% des Einkommens.

Die entsprechenden Abgaben werden direkt über das zuständige Finanzamt geregelt, bzw. über dieses in die Wege geleitet. Bei den meisten Religionen, auch beim Judentum oder aber auch z.B. bei den Mormonen wird die Religion durch entsprechende Steuern finanziert, die sich meist prozentual auf den Lohn beziehen.

  • Kirchensteuer in Österreich gesetzlich verankert
  • Kirchensteuer seit dem 2. Weltkrieg durch die Kirche selbst geregelt
  • Kirche muss die Mitgliederverwaltung und auch die Besteuerung selbst regulieren
  • Angaben über das Gehalt müssen nicht verpflichtend gemacht werden
  • Kirche kann das Gehalt schätzen und entsprechend Steuern erheben

In Österreich wird die Kirchensteuer bereits seit dem 2. Weltkrieg gezahlt, bzw. wurde zu diesem Zeitpunkt sogar in das Gesetz aufgenommen und dort verankert. Die Kirchensteuer ist nicht an die staatlichen Ausgaben gebunden, sondern kann durch die Kirchen selbst definiert und festgelegt werden.

Die komplette Buchhaltung und die Verwaltung der Kirchensteuer erfolgen über die Kirche selbst. Das bedeutet konkret, dass die Kirchen sich selbst darum kümmern müssen, dass alle Steuerpflichtigen Personen erfasst werden und die entsprechenden Abgaben auch geleistet werden.

Das genaue Einkommen kann durch die Kirche in Österreich geschätzt werden, so dass sich dadurch die Kirchensteuer berechnen lässt. Es ist in Österreich nicht verpflichtend, dass gegenüber der Kirche die Angaben zu den Einkünften gemacht werden müssen.

Das bedeutet, dass man sich selbst informieren kann, wie hoch die Abgaben sind, jedoch keine Lohnzettel z.B. eingereicht werden müssen.

Welchen Nachteil hat die Kirche in Österreich?

Die katholische Kirche hat in Österreich den großen Nachteil, dass sie auf einen großen Teil (ca. 30 bis 50%) aller möglichen Einnahmen verzichten muss. Das liegt daran, dass es keine genaue Auflistung aller Personen gibt, die verpflichtend sind, die Kirchensteuerbeiträge zu bezahlen.

In Österreich liegt die Kirchensteuer bei der katholischen Kirche bei 1,1% des jährlichen Bruttoeinkommens und bei der evangelischen Kirche bei 1,5% des jährlichen Bruttoeinkommens.

  • Beispiel katholische Kirche: 45.000 Euro Bruttoeinkommen im Jahr = 495 Euro Kirchensteuer im Jahr
  • Beispiel evangelische Kirche: 45.000 Euro Bruttoeinkommen im Jahr = 675 Euro Kirchensteuer im Jahr

Es besteht in Österreich die Möglichkeit, dass die Beiträge für die Kirche steuerlich geltend gemacht werden können, bzw. entsprechend von der Steuer abgesetzt werden können.

In Österreich ist es möglich, dass bis zu 400 Euro steuerlich geltend gemacht werden können.

Das bedeutet, dass man die Kirchensteuer bei der Einkommenssteuererklärung angeben kann und somit den Betrag von dem zu versteuernden Betrag wieder abziehen kann.

Wozu wird die Kirchensteuer in Österreich erhoben?

Die Kirchensteuer wird in Österreich erhoben, um damit die Kirche selbst zu finanzieren. Ergänzt wird die Kirchensteuer zum Beispiel noch durch Spendengelder, die ebenfalls erhoben werden können. In Österreich werden die Ausgaben der Kirche komplett ohne den Staat finanziert.

Die meisten Einwohnerinnen und Einwohner in Österreich sind katholischen Glaubens. Es ist davon auszugehen, dass rund 80% der Einwohnerinnen und Einwohner des Land katholisch sind und dementsprechend stellt die Kirchensteuer eine wichtige Einkunft für die katholische aber auch für die evangelische Kirche im Land dar.

  • Rund 80% der Menschen in Österreich sind katholisch
  • Kirchensteuer stellt wichtige Einnahmequelle dar
  • Staat ist nicht an der Finanzierung der Kirche beteiligt

Aus der Kirche austreten – Gründe & Ablauf

Sollte es dazu kommen, dass die Kirchensteuer nicht gezahlt wird ist es möglich, dass die Kirche rechtliche Schritte einleitet. Grundsätzlich ist es möglich, dass man aus der Kirche austreten kann und dann entsprechend nicht die Kirchensteuer bezahlen muss.

Anzumerken ist, dass der Austritt aus der katholischen Kirche oder aber auch aus der evangelischen Kirche in Österreich derzeit sehr leicht möglich ist. Die Regularien haben sich in den vergangenen Jahren deutlich geändert, so dass viele Menschen inzwischen aus der Kirche austreten.

Warum treten Menschen aus der Kirche aus?

Die Gründe, weshalb Menschen aus der Kirche austreten, sind sehr vielseitig. Häufig treten Menschen aus der Kirche aus, weil sie zum Beispiel die Kirche nicht mehr für wichtig erachten. Es ist nicht nur in Österreich, sondern auch in vielen anderen Ländern in Europa normal, dass die Zahl der Menschen, die aus der Kirche austreten sehr stark ansteigen.

Fakt ist, dass die Kirchen diese Entwicklung natürlich mitbekommen und versuchen z.B. durch niedrigere Beiträge die Menschen dazu zu bewegen, weiterhin Mitglied in der Kirche zu bleiben.

Wann muss ich keinen Kirchenbeitrag bezahlen?

Es gibt in Österreich Situationen, in denen kein Kirchenbeitrag gezahlt werden muss. Wer z.B. einem Studium nachgeht und hier kein Nebeneinkommen erzielt, muss keinen Kirchenbeitrag bezahlen.

Auch während des Zivildienstes oder während eines ordentlichen Präsenzdienstes ist es nicht erforderlich, dass die Kirchenbeiträge, bzw. die Kirchensteuer entrichtet werden muss.

Wer finanziell schlecht gestellt ist und zum Beispiel das Notstandsgeld bezieht oder z.B. Arbeitslos ist, der muss keine Kirchensteuer bezahlen. Ein Haushalt, der kein Einkommen hat, muss ebenfalls nicht die Kirchensteuer bezahlen. Gleiches gilt, wenn man zum Beispiel die Mindestsicherung bezieht.

Kann ich die Kirchensteuer zurückverlangen?

Wer seine Kirchensteuer z.B. im Voraus für das gesamte Jahr bezahlt hat und zur Hälfte des Jahres aus der Kirche austritt, bekommt selbstverständlich seinen Beitrag für die Kirche für das halbe Jahr zurückerstattet, dass er nicht mehr in der Kirche ist.

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