Kommanditgesellschaft in Österreich gründen – Vorbereitungen, Tipps & Rechtliches – KG, KH gründen

Der Weg in die Selbstständigkeit gemeinsam mit Berufspartnern kann auf verschiedenste Art erfolgen. Allerdings können sich die Regelungen, Instanzen und Voraussetzungen eines Unternehmens stark voneinander unterscheiden – abhängig von der Rechtsform, für die sich die Firmengründer entscheiden.

Die verschiedenen Konzepte können dabei mehrere Vor- und Nachteile mit sich bringen.

Dabei ist die KG (Kommanditgesellschaft) eine der möglichen Rechtsformen mit attraktiven Merkmalen.

Im folgenden Artikel bekommen Sie vermittelt, was genau eine Kommanditgesellschaft ist und wie ihr Aufbau aussieht. Zudem bekommen Sie die wichtigsten Besonderheiten und Aspekte mitgeteilt, die bei der Gründung einer KG eine wichtige Rolle spielen.

Was ist eine Kommanditgesellschaft?

Die Kommanditgesellschaft stellt eine Form der Personengesellschaft dar, die grundsätzlich aus mindestens zwei juristischen oder natürlichen besteht. Dabei ist eine der beiden der Investor und die andere der Unternehmer. Allerdings kann die Kapitalgeber-Anzahl variieren.

Wichtig: Lassen Sie sich beraten und informieren!

Da sich die AG- oder GmbH-Haftung nicht auf den privaten Bereich bezieht, sondern ausschließlich auf das Anfangskapital und das Umlauf- und Anlagevermögen, erscheint die Kommanditgesellschaft zuerst mal weniger attraktiv.

Bei der KG bezieht sich die Haftung auf den Privatbereich und kann gleichzeitig das Privat- und das Geschäftsvermögen des Unternehmers betreffen.

Ein gravierender Vorteil bei der Gründung einer KG ist vor allem die Flexibilität der formellen und rechtlichen Weitergestaltung des Unternehmens. Das bedeutet, dass eine Kommanditgesellschaft ohne viel Aufwand in eine andere Rechtsform gebracht werden kann.

 

Dementsprechend eignet sich die KG für jede Form im Bereich des Handelsgewerbes, da sie am Anfang keine Kapital-Einlage erfordert. Durch den Eintrag ins Handelsregister besitzt sie die Kaufmannseigenschaft, wobei sich ausschließlich der Unternehmer um die Geschäftsleitung kümmert.

Das Gründen einer KG – woraus setzt sich das Unternehmen zusammen?

Eine Kommanditgesellschaft wird, wie bereits erwähnt, von mindestens zwei Personen gegründet. Dabei wird der eine Gründer als Komplementär bezeichnet, während der andere als Kapitalgeber bezeichnet wird. Der Investor der KG wird ebenfalls Kommanditist genannt.

Von den Gründern können zusätzlich auch weitere Mitarbeiter angestellt werden. Allerdings ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass das Unternehmen ausschließlich vom Komplementär geleitet werden darf und dass dieser dazu auch verpflichtet ist. Dementsprechend ist der Unternehmer diejenige Person, die die KG führt und sie nach außen vertritt.

Die genauen Regelungen innerhalb der Kommanditgesellschaft können stark variieren – dies bezieht sich zum Beispiel auf die Geschäfte, die vom Unternehmen getätigt werden oder auf die Aufteilung der Gewinne. Der Vertrag, der von den Gründern bei der KG-Formung abgeschlossen wurde, wird je nach den Bedürfnissen und Interessen der Handelnden gestaltet.

Das Ausmaß von unternehmerischen Einflüssen der Gründer hängt, im Gegensatz zu einer GmbH, nicht von dem Anteil ab, die er an dem Unternehmen besitzt. Da der Unternehmer über die gesamte Geschäftsleitung verfügt, kann er alle Aufgaben und Kompetenzen nach seinen eigenen Vorstellungen verteilen und über die Koordination des Gewinns selber entscheiden.

Was sind die einzelnen Schritte und die Pflichten bei der Gründung einer KG?

Bei der Gründung einer KG müssen einige Aspekte beachtet werden. Ein systematisches Vorgehen und eine schrittweise Planung sind selbstverständlich ein Muss. Das sind die wichtigsten Maßnahmen, die der Gründer bei der KG-Formung ergreifen muss:

  • 1. Eine formlose Gesellschaftsgründung. Komplementär und Kommanditist müssen einen Vertrag verbal oder schriftlich abschließen, in der die Formung der Kommanditgesellschaft festgelegt wird.
  • 2. Die Gewerbeanmeldung muss durchgeführt werden. Die KG wird in der jeweiligen Gemeinde angemeldet. Die Kosten dafür liegen bei zirka 30 Euro, wobei die Regelungen auch variieren können.
  • 3. Das Eintragen der KG ins Handelsregister. An dieser Stelle muss ein Notar von den Gründern beauftragt werden, damit die KG auch die nötigen rechtlichen Kompetenzen erhalten kann. Von diesem wird die Beglaubigung des Antrags und die Registrierungseinreichung vorgenommen.
  • 4. Eine Anmeldung bei der Handwerkskammer oder der Handels- und Industriekammer.

Das Gründen einer Kommanditgesellschaft erfolgt auf diese Art und Weise in mehreren einzelnen Schritten. Dabei ist wichtig zu erwähnen, dass bei jedem Schritt Kosten anfallen, die sich von Fall zu Fall unterscheiden können.

Falls die Gründer in Ihrer KG Mitarbeiter anstellen, so ist ebenfalls eine Anmeldung beim Arbeitsamt nötig. Dort können die Gründer eine Betriebsnummer beantragen, mit der es möglich ist, zukünftig Mitarbeiter einzustellen.

Ist für die KG-Gründung ein Stammkapital nötig?

Beim Gründen eine Kommanditgesellschaft ist kein Stammkapital notwendig. Wer also eine derartige Gesellschaft gründen möchte, muss am Anfang keine Mindesteinlage vorweisen können. Es ist allerdings sinnvoll, am Anfang der Etablierung für das nötige Kapital zu sorgen. Schließlich kann das Kommanditkapital auf speziellen Konten verbucht werden, sobald die Gesellschaft eigene Gewinne erzielt hat.

Ganz am Anfang muss der Notar die gegründete KG ins Handelsregister eintragen – darüber hinaus müssen die Gründer hier melden, wie hoch die haftende Summe des Investors ist. Die Summe umfasst dann auch nur einen symbolischen Betrag.

Quellen und weitere Tipps zum Thema Kommanditgesellschaft in Österreich

Als Personengesellschaft stellt die KG eine Möglichkeit der Gesellschaftsgründung mit vielen Vorteilen dar. Da von den Gründern am Anfang kein Stammkapital vorgewiesen werden muss, stellt dies eine flexible Rechtsform dar, die zudem verschiedene Möglichkeiten zur Ausweitung und Weiterentwicklung bietet. Die Gründer müssen allerdings die Haftungsregelungen beachten.

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