Konfliktmanagement & Konfliktlösungsstrategien – Grundlagen, Ursachen, Ansätze

Ratgeber Konfliktmanagement: welche Vorgehensweisen sind möglich?

Das Thema Konfliktmanagement begegnet uns im Alltag privat sowie als auch beruflich. In zahlreichen Situationen können Konflikte entstehen.

Bei ist es erforderlich, dass Grundlagen bzw. Ursachen analysiert werden und verschiedene Ansätze bzw. Lösungen in Frage kommen. Es ist also denkbar, dass im Bereich Konfliktmanagement eine Menge an Know How aufgebaut werden kann, welches dann im Alltag angewandt wird.

Um das Erlernte in der Praxis anwenden zu können ist es zunächst erforderlich, dass ein Konflikt erkannt wird und als solcher auch behandelt werden kann. Es ist daher notwendig zu wissen, wie ein Konflikt definiert wird.

Wie sind Konflikte definiert?

Konflikte können zwischen einzelnen Personen, oder aber auch zwischen Interessensgemeinschaften und Gruppen entstehen. Die Art der Konflikte kann verschieden sein und auch die Austragung der Konflikte ist unterschiedlich möglich.

Wichtig: Konflikte aktiv diskutieren und zu lösen versuchen
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Häufig werden Konflikte verbal ausgetragen, zum Teil sogar durch aktive Handlungen. Es ist sogar denkbar, dass es im Rahmen von Konflikten zu einer Übertretung gültiger Gesetze kommen kann.

Welches Ziel hat das moderne Konfliktmanagement?

Das Konfliktmanagement hat zum Teil, dass Konflikte die bereits ausgebrochen sind, vermieden werden, bzw. dafür eine konkrete Lösung gefunden wird, die zum einen fair ist und zum anderen von beiden Parteien akzeptiert wird.

In der Praxis werden Lösungen für Konflikte durch Kommunikation, bzw. durch Verhandlungen und Zugeständnisse erzielt. Es kann jedoch ein langer Weg sein, denn im Konfliktmanagement gilt es zunächst den Konflikt zu verstehen und alle Facetten zu beleuchten, bevor ein Ansatz für eine Lösung gefunden werden kann.

Es gibt konkrete Ausbildungen als Konfliktmanager, die zum Ziel haben, Personen das notwendige Wissen und das notwendige Handwerkszeug zu geben, um Konflikte gezielt zu lösen. Aufgrund des Wissensvorteils besteht die Möglichkeit, dass Konfliktmanager Lösungsansätze und Ideen entwickeln können, auf die die beteiligten Personen meist gar nicht kommen würden.

Welche Arten von Konflikten gibt es – mit Beispielen?

Die Arten der Konflikte, die in unserer Gesellschaft existieren sind sehr unterschiedlich. Zum Teil ist es möglich, dass die Konflikte sehr einfach zu lösen sind, zum Teil kann es auch Monate bis Jahre dauern, bis sie gelöst werden. In der Praxis ist es möglich, dass die Konflikte in jedem Fall gelöst werden sollten, da sie für viele Menschen eine Belastung darstellen.

1 Person betroffen: Eine Person hat unterschiedliche Interessen oder kann sich zwischen zwei Vorgehendweisen nicht entscheiden. Schnell entstehen im Alltag Konflikte, bei denen nur 1 Person betroffen ist.

  • Beispiel: Andreas ist auf 2 Geburtstagen am gleichen Tag eingeladen. Soll er der Einladung seines besten Freundes folgen oder der Einladung, die zuerst eingetroffen ist?

2 oder mehr Personen betroffen: Zwei Personen haben einen Konflikt miteinander. Das ist die wohl am meisten diskutierte Art des Konfliktes. Häufig entstehen diese Konflikte im Alltag, zum Beispiel in unseren Beziehungen, oder aber auch in Freundschaften. Auch auf der Arbeit ist es möglich, dass 2 Personen, z.B. 2 Kollegen an einem Konflikt beteiligt sind.

  • Beispiel: Das Ehepaar Schmitz diskutiert darüber, wer den Müll rausträgt und wer die Spülmaschine ausräumt
  • Beispiel: Der Vorgesetzte möchte, dass Anlage B noch heute bearbeitet wird. Der Mitarbeiter sieht dies nicht ganz so eng und möchte Anlage B erst am Montag bearbeiten.
  • Beispiel: Der Meister möchte, dass der Lehrling seinen Arbeitsplatz täglich reinigt. Der Lehrling findet es praktisch, dass er jeden Tag direkt sein Arbeitsmaterial parat liegen hat.
  • Beispiel: Der Mann möchte am Freitag abends ein paar Freunde einladen. Seine Frau möchte lieber einen Abend mit den Kindern verbringen
  • Beispiel: Die eine Hälfte der Sportmannschaft möchte heute Fußball spielen, die andere Hälfte der Sportmannschaft möchte lieber Basketball spielen

Konflikte innerhalb einer Gruppe zählen ebenfalls zu den Konflikten, die häufig genannt werden. Dabei ist es möglich, dass innerhalb einer Gruppe zwei Lager entstehen, die unterschiedliche Denkweisen und Meinungen haben, oder aber auch zwei verschiedene Personen haben unterschiedliche Meinungen. In der Praxis müssen sich nicht alle Personen der Gruppe dem Konflikt annehmen, sondern es ist denkbar, dass nur einzelne Personen an dem Konflikt teilhaben.

Welche Fachbegriffe gibt es im Bereich Konfliktmanagement bei der Erkennung von Konflikten?

Die genannten Beispiele für Konflikte können auch mit entsprechenden Fachbegriffen beschrieben werden.

  • Interpersonelle Konflikte: Konflikte innerhalb einer Person
  • Interpersonelle Konflikte: Konflikte zwischen mindestens zwei Personen oder Gruppen
  • Gruppenkonflikte: Konflikte zwischen Gruppen (z.B. auch politischer Natur)

Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche weitere Konflikte, wie zum Beispiel Konflikte zwischen unterschiedlichen Religionen, oder aber auch Konflikte zwischen einzelnen Glaubensgemeinschaften.

Wichtig ist es, dass Konflikte rechtzeitig erkannt werden und eine Lösung herbeigeführt wird, sofern dies möglich ist. Es ist jedoch in der Praxis gar nicht so leicht möglich, dass ein Konflikt rechtzeitig erkannt wird.

Warum ist es wichtig, Konflikte rechtzeitig zu erkennen?

Konflikte müssen rechtzeitig erkannt werden. Das liegt daran, dass sie nur so auch entschärft, oder aber auch gelöst werden können. Oftmals kann es vorkommen, dass eine dritte Person, oder ein Außenstehender einen Konflikt ganz anders bewertet, oder diesen gar nicht erst wahrnimmt.

Wer zum Beispiel ohne Vorahnung in ein Büro kommt, in dem zwei Parteien gerade heftig gestritten haben, wird dies meist erst nach ein paar Sätzen merken, oder eben auch gar nicht. In der Praxis führt dies dazu, dass Konflikte unterschiedlich gehandhabt werden und natürlich auch unterschiedlich wahrgenommen werden.

Nur wer einen Konflikt rechtzeitig erkennt, kann diesen auch beheben, bzw. zunächst entschärfen. Die Kommunikation ist ein zentrales Element, wenn es darum geht, dass Konflikte detektiert werden und behandelt werden können.

Je früher ein Konflikt erkannt wird, desto schneller kann man eine Lösung herbeitragen. In der Praxis muss es jedoch nicht unbedingt von Vorteil sein, den Konflikt zu vermeiden. Ziel muss es vielmehr sein, eine Option zu finden, die beiden Parteien helfen kann, sofern dies möglich ist.

Warum ist es wichtig, Konflikte auszutragen?

Konflikte sollten ausgetragen und nicht unterdrückt werden. Diese Meinung haben viele Menschen, denn nur wenn bei einem Konflikt eine Lösung erarbeitet wird, ist es möglich, dass der Konflikt entsprechend behandelt wird, bzw. entsprechend mit dem Konflikt weitergearbeitet werden kann. In der Praxis werden Konflikte sehr häufig unterdrückt. Dies ist zum Beispiel auf der Arbeit der Fall.

  • Konflikte sorgen für ein schlechtes Arbeitsklima
  • Der Vorgesetzte kann in die Lösung involviert werden
  • Schwere Konflikte können mit Hilfe eines Coaches gelöst werden

Häufig gibt es Situationen, in denen zwei Mitarbeiter unzufrieden sind und der Vorgesetzte ein so genanntes „Machtwort“ ausspricht. Dies führt zwar dazu, dass für den Moment Ruhe einkehrt, jedoch bedeutet dies nicht automatisch, dass eine Lösung gefunden wurde.

Es ist durchaus möglich, dass der Konflikt weiter entsteht und zu einer noch größeren Verstimmung führt, als es ohnehin schon der Fall ist. In der Praxis sollten Konflikte also ausgetragen werden, bzw. mit Hilfe von Kommunikation eine Lösung gefunden werden. Es ist wichtig, dass darauf geachtet wird, dass die Konflikte korrekt gelöst werden. Sollte dies z.B. innerhalb der Belegschaft nicht möglich sein, ist es auch optional denkbar, dass ein externer Coach, bzw. Konfliktmanager eingekauft wird, der helfen soll, den Konflikt zu lösen, oder zu deeskalieren.

Wie löse ich Konflikte? – Konfliktlösungsstrategien

Das moderne Konfliktmanagement bietet verschiedene Wege und Strategien an, wie eine Lösung herausgearbeitet werden kann. In der Praxis ist es möglich, dass im Konfliktmanagement unterschiedlich vorgegangen werden kann.

Wichtig ist es, dass von Anfang an eine Struktur besteht, nach welcher vorgegangen wird. In der Praxis kann diese Struktur auf der Arbeit selbst aufgebaut und verfolgt werden, oder es wird externes Know How über einen Experten eingekauft.

Damit der Konflikt überhaupt gelöst oder thematisiert werden kann, muss eine Person, die in der Rolle als Konfliktmanager auftritt, von allen beteiligten Personen akzeptiert werden. Nur so ist es möglich, dass überhaupt mit der Aufarbeitung und mit der Entwicklung einer Lösung begonnen werden kann.

Tipp: Einen umfassenden Überblick über mögliche Konfliktlösungsstrategien liefert der Ratgeber auf https://www.berlinerteam.de/magazin/35-konfliktloesungsstrategien-wie-aussteigen-wenn-ein-konflikt-eskaliert/ zum Nachlesen!

Einzelgespräche sowie als auch Gespräche mit allen Beteiligten in einer Gruppe können dazu führen, dass sich der Konfliktmanager ein umfangreiches Bild von der Situation vor Ort machen kann. Wichtig ist es, dass alle Beteiligten die gleichen Rechte in der Diskussion bekommen und ihre Stimmen gehört werden.

Nicht immer ist ein externer Konfliktmanager notwendig!

Oftmals sind es Kleinigkeiten, die im Alltag dazu führen, dass verschiedene Meinungen entstehen, oder ausgetragen werden müssen. Es ist notwendig, dass in diesem Fall genau darüber nachgedacht werden sollte, wie man vorgehen muss.

In der Praxis können zwei Mitarbeiter oder zwei Mitarbeiterinnen, die nicht gut miteinander auskommen, einfach räumlich getrennt werden. Wenn dies eine schnelle und einfache Entspannung der Situation herbeiführt, ist dieses Vorgehen in jedem Fall zu empfehlen. Ferner ist es auch möglich, dass Kleinigkeiten eingeführt werden, um Konflikte zu vermeiden.

  • Räumliche Trennung von Streithähnen
  • Gegenseitige Akzeptanz und Toleranz
  • Vorgesetzter akzeptiert alle Meinungen und gibt jedem Ohr

In vielen Firmen gibt es auf wöchentlicher Basis ein Stimmungsbarometer, welches dabei helfen kann, Konflikte zu erkennen. Gleichzeitig hat jeder Mitarbeiter, bzw. jede Mitarbeiterin den Vorteil, dass er oder sie auch gehört werden.

Es ist also möglich, dass entsprechend die eigene Meinung geäußert werden kann. Aus Sicht des Vorgesetzten ist es wichtig, dass alle Meinungen respektier werden und gleichbehandelt werden. Nur so kann er die volle Akzeptanz von allen Parteien erhalten und auch akzeptiert werden, wenn es darum geht, eine praktikable Lösung zu finden.

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