Krank als Selbständiger – Krankengeld, Taggeld, SVA – Wer zahlt?

Selbstständig tätig zu sein, weist zweifelsohne gewisse Vorteile auf. Kein nörgelnder Boss der einem andauernd im Nacken sitzt. Das Einkommen kann im Idealfall als lohnend angesehen werden und kann, so man fleißig am Ausbau des Unternehmens arbeitet, gesteigert werden.

Mit diesen und anderen Annehmlichkeiten gehen jedoch auch Risiken einher, auf die man jedoch in den meisten Fällen gut vorbereitet sein kann.

Wichtig: Beratung und Krankmeldung vom Arzt!

So zum Beispiel im Fall das man erkrankt. Nimmt die Krankmeldung im Falle das man angestellt ist, die Firma vor,verhält es sich bei einem Selbstständigen etwas anders.

Dieser muss sich selbst darum kümmern, das ihm die SVA, die Sozialversicherungsanstalt des jeweiligen Industriezweiges, Leistungen zukommen lässt.

Dieses funktioniert im Allgemeinen wie folgt:

Der Selbstständige muss eine Krankmeldung bei der für ihn zuständigen Landes- bzw. Zweigstelle vornehmen. Dies sollte unbedingt innerhalb der ersten 7 Tage während des Krankenstandes vorgenommen werden, da sich die Krankenkasse ansonsten weigern kann die Kosten zu übernehmen.

Hierbei muss der Hausarzt verständigt werden, welcher eine schriftliche Bestätigung verfasst. Diese wird dann an die SVA weitergeleitet.

Um absolut sicherzugehen, sollte man eine Krankmeldung immer als Einschreiben versenden. So geht man sicher, dass die zuständige Landesstelle die Krankmeldung auch wirklich erhalten hat. In der Vergangenheit hat es sich gezeigt das es mitunter zu Einsprüchen der SVA gekommen ist, weil diese eine Krankmeldung angeblich nicht oder zu spät erhalten hat.

Welches infolge mit einer Weigerung der SVA oder einer limitierten Leistungsübernahme durch dieselbe einhergeht. Sicher ist sicher, sollte deshalb das Motto lauten.

Wichtig

Ein Krankenhausaufenthalt alleine reicht noch nicht aus um als krankgemeldet angesehen zu werden. Das Krankenhaus oder eine Klinik sind nicht verpflichtet eine Krankmeldung vorzunehmen. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um eine private Klinik oder ein Privatkrankenhaus handelt.

Im Falle das man nicht in der Lage sein sollte selbst eine Krankmeldung vorzunehmen, sollte man sicher gehen das zum Beispiel der Ehemann/die Ehefrau zu dieser Handlung befähigt ist. Am besten verfährt man dabei so, dass man die zuständige SVA Zweigstelle mit dem Angehörigen besucht und denjenigen als Bevollmächtigten vorstellt.

Bei diesem wird dem Antragsteller ein Formular vorgelegt, welches es auszufüllen gilt. Irrtümlicherweise besteht die Ansicht das der Ehepartner automatisch zeichnungsberechtigt ist. Zwar wird im Allgemeinen der Ehepartner oder ein direkter Verwandter, innerhalb eines gewissen Kulanz Bereiches als solcher akzeptiert.

Jedoch kann wertvolle Zeit gespart werden, wenn man die Bevollmächtigung vorab, sprich vor Eintreten eines Krankenaufenthaltes, erteilt. Krankenkassen weisen mitunter die Eigenschaft auf, nicht zu den schnellsten zu gehören. Verzögerungen können so vorgebeugt werden und Leistungen beansprucht werden ohne unnötig lange auf diese warten zu müssen.

Besondere Situationen

Grundlegend gilt die gesetzliche Regel, dass ein selbstständig Tätiger, im Krankheitsfall Anspruch auf 133 Tage Tagesgeld hat. Wobei sich die maximale Länge auf 26 Wochen beschränkt. Sollte nach der Gesundung ein erneuter Krankheitsfall eintreten, können Leistungen erst wieder nach erneuten 26 Wochen in Anspruch genommen werden.

In solch einem Fall limitiert sich die Leistung der SVA auf 20 Wochen! Als Zusatz gilt, dass dies nur im Fall ein und derselben Krankheit zur Geltung gebracht werden kann. Gesetzt den Fall das es sich um eine andersartige Erkrankung oder einen Unfall handelt, tritt wieder die 26 Wochen Regel in Kraft.

Eine wichtige Vorbedingung

Leistungen werden von der Krankenkasse nur dann übernommen, wenn ein Betrieb weniger als 25 Angestellte hat und der Betrieb unter der Abwesenheit des Betroffenen leidet.

Thema Zusatzversicherung

Das Thema Zusatzversicherung sollte mit ins Kalkül genommen werden. Diese hat sich, von Frankreich ausgehend mehr und mehr zu einer erstrebenswerten zusätzlichen Absicherung der eigenen Verhältnisse entwickelt.

Besonders im Krankheitsfall und wenn man absolut sicher gehen möchte, dass man selbst, der eigene Betrieb als auch die Familie abgesichert sind. Die Kosten gestalten sich dabei recht überschaubar und können wesentlich zu einer ruhigen Gemütsverfassung beisteuern.

Zur Auswahl stehen hierbei private Versicherungsträger zur Verfügung als auch jene der jeweiligen SVA-Landesstelle.

Eine Besonderheit dieser von der SVA zur Wahl gestellten Zusatzversicherung ist darin zu sehen, das bereits ab dem vierten Krankheitstag Krankengeldzahlungen in Anspruch genommen werden können. Wichtig zu wissen ist auch, das eine derartige Zusatzversicherung nur bis zum Alter von 60 Jahren gewährt wird.

Erneuerung der Krankmeldung

Die Krankmeldung des Arztes muss alle zwei Wochen erneut erfolgen und diese an die SVA geschickt werden. Eine Tatsache derer sich viele nicht bewusst sind. Weshalb es in der Vergangenheit des Öfteren zu einer Verweigerung, in jedem Fall aber zu Verzögerungen bei der Leistungsübernahme der SVA gekommen ist.

Das Regelwerk

Vorausgesetzt das die Krankmeldung zeitgerecht gemeldet wurde, bestehen die folgenden drei Möglichkeiten, Forderungen gegenüber der Krankenkasse geltend zu machen.

1. Online

Ansprüche können via dem Onlineportal der jeweiligen zuständigen Landesstelle  geltend gemacht werden. Auf diesem befinden sich sämtliche Informationen inklusive  aller Formulare.

Zugang erhält man zu diesen Formularen, wenn man sich für die  dafür notwendige Handysignatur registriert hat oder eine sogenannte Bürgerkarte  sein eigen nennt. Die Registrierung wird direkt vor Ort vorgenommen und dauert nur  wenige Augenblicke. In Frage kommen zum Beispiel ein Gemeindeamt oder  eine SVA Stelle.

2. Persönlich

Vorausgesetzt man ist in der Lage den Weg zur SVA selbst anzutreten, stellt dies  den schnellsten Weg dar um Leistungsansprüche zu erheben.

3. Bevollmächtigte

Diese können auf das persönliche Ersuchen des Antragstellers Anträge stellen.  Voraussetzung ist, das dieser ein direkter Angehöriger oder ein Ehepartner ist der  über die nötige (schriftliche) Vollmacht verfügt.

Quellen und weitere Informationen zum Thema Selbständig & Krank (Krankmeldung, Wer zahlt?, SVA) in Österreich

Artikel gefällt? Bitte bewerte diesen Beitrag.
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (0,00/5 - 0 Bewertungen)
Loading...

Deine Meinung ist uns wichtig

*