Krankenversicherung: Krankenkassen in der Schweiz – Liste, Angebote, Unterschiede zu Österreich

Die Wahl der richtigen Krankenkasse spielt in der Schweiz, aber auch im benachbarten Österreich eine entscheidende Rolle. Oftmals unterscheiden sich die Leistungen der Kassen im Detail. Daher ist es wichtig, die Vorzüge zu kennen und zu wissen, wie eine adäquate Krankenkasse gefunden wird.

Welchen Eindruck hat man in Europa vom Gesundheitssystem der Schweiz?

Grundsätzlich ist das Gesundheitssystem der Schweiz eines der modernsten und besten in Europa. Anzumerken ist, dass hier besonders viele Pflegekräfte aber auch Ärzte arbeiten. Das führt zwangsweise dazu, dass natürlich in der Schweiz sehr viel Geld in die Gesundheit investiert werden muss.

Wichtig bei der Wahl der Krankenkasse – Beraten und informieren lassen!

Dadurch, dass ein Mensch, der in der Schweiz lebt, viel mehr für das Gesundheitssystem ausgibt, als es in anderen Ländern in Europa und weltweit der Fall ist, wird hier unter dem Strich natürlich ein hoher Standard erreicht.

Es gibt Studien, die davon ausgehen, dass in der Schweiz etwa 25% aller Kosten, die zu den Gesundheitskosten zählen, von den Bürgerinnen und Bürgern selbst getragen werden müssen. Der Selbstbehalt ist hier zum Teil höher, als es in andern Staaten der Fall ist. Im Nachbarland Frankreich zum Beispiel ist der Selbstbehalt deutlich niedriger und liegt bei gerade einmal unter 10%.

Wie wird das Gesundheitssystem in der Schweiz finanziert?

In der Schweiz wird das gesamte Gesundheitssystem über so genannte Prämien finanziert. Diese werden unabhängig vom eigenen Einkommen berechnet. Dadurch unterscheidet sich das System deutlich vom System in anderen Ländern. Ein Teil der Einwohnerinnen und Einwohner in der Schweiz erhält eine Vergünstigung auf die Prämienzahlungen, so dass weniger in das Gesundheitssystem gezahlt werden muss.

Welche Vorteile bietet das Gesundheitssystem der Schweiz?

Wer in der Schweiz lebt, profitiert davon, dass er sich den Arzt frei auswählen kann. Die Kosten, die das Gesundheitssystem verursacht, sind relativ hoch. Grundsätzlich sin diese in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.

Bei welcher Krankenkasse man eine Versicherung abschließen möchte, kann der Versicherungsnehmer in der Schweiz frei wählen. Wer neu in die Schweiz umzieht, muss sich laut Gesetz binnen drei Monaten hier versichern lassen.

In der Schweiz gibt es eine Grundversicherung, die bei Krankheit, bei Mutterschaft und auch bei Unfällen greift. Anzumerken ist, dass es für Unfälle meist erforderlich, dass z.B. noch eine private Unfallversicherung abgeschlossen werden muss. Die Unfallversicherung ist für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer obligatorisch, die mehr als acht Stunden in der Woche arbeiten.

Der Preisvergleich der Krankenversicherung, welche gesetzlich verpflichtend ist, ist bei den meisten Versicherungen sehr unterschiedlich. Das bedeutet, dass verschieden hohen Prämien gezahlt werden müssen. Unter dem Strich lohnt sich der Vergleich, denn die so genannte Grundversicherung umfasst bei allen gesetzlich festgelegte Leistungen. Derzeit gibt es mehr als 80 verschiedene Krankenversicherungen in der Schweiz, die entsprechende Tarife anbieten.

Darüber hinaus gibt es eine Reihe an Dingen, die in der Schweiz anders sind, als es z.B. in Österreich der Fall ist. Somit gilt es sich, über die nachfolgenden vier Punkte vor der Wahl der Krankenversicherung zu informieren:

  • Hausarztmodell
  • Telemedizin
  • HMO
  • Obligatorische Krankenpflegeversicherung

Das so genannte Hausarztmodell wird in der Schweiz bei vielen Krankenversicherungen angewandt.

Dabei verzichtet der Versicherte auf die freie Arztwahl. Sollte ein Krankheitsfall vorliegen ist es erforderlich, zunächst den festen Hausarzt aufzusuchen. Außer bei so genannten Vorsorge Untersuchungen sowie bei gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen und bei Kontrollen beim Augenarzt ist dies erforderlich.

(Quelle der Informationen: http://www.gidu.ch/krankenkasse/ )

Das Portal gidu kann dabei helfen, einen Vergleich von Krankenkassen in der Schweiz zu absolvieren und die entsprechenden Leistungen und Unterschiede kennen zu lernen.

Die so genannte Telemedizin wird in der Schweiz ebenfalls angeboten. Das bedeutet konkret, dass der Versicherungsnehmer erst einmal die telefonische Beratungsstelle kontaktieren muss, bevor er einen Arzt aufsucht. Die Experten an der Hotline geben Empfehlungen und Tipps und überweisen entsprechend an einen Arzt, oder aber auch direkt an ein Spital sowie an einen Therapeuten.

Das HMO Modell wird in der Schweiz ebenfalls angewandt. Wer dieses Modell mit seiner Krankenkasse nutzt, muss bei einem Krankheitsfall zunächst immer einen definierten Arzt im so genannten HMO Center aufsuchen.

Notfälle sowie Kontrollen beim Augenarzt und gynäkologische Vorsorgeleistungen sind hiervon ausgenommen. Die Prämien bei dieser Versicherung sind oftmals um bis zu einem Viertel niedriger, als es bei der Grundversicherung der Fall ist.

Die obligatorische Krankenpflegeversicherung wird von allen Krankenkassen in der Schweiz angeboten. Sie ist in ihrer Grundausrichtung meist gleich und die Patienten haben eine freie Arztauswahl. Die Leistungen für diese Basisvariante der Versicherung werden in der Regel durch den Gesetzgeber in der Schweiz definiert.

Krankenversicherung in Österreich – welche Unterschiede gibt es zur Schweiz?

Wer nicht in der Schweiz, sondern in Österreich lebt, kann sich die Krankenkasse in den meisten Fällen nicht selbst aussuchen. Das bedeutet, dass der Wohnort und auch die entsprechende Berufsgruppe die Krankenkasse in Österreich definieren. Es gibt in jedem Bundesland in Österreich eine zuständige Gebietskrankenkasse.

Wer nicht angestellt ist, sondern in Österreich als Selbstständig gilt, wird automatisch bei der Kasse versichert, die für das eigene Wohngebiet zuständig ist. Unterschiede in den Prämien gibt es in Österreich nicht, was dazu führt, dass es hier keinen Wettbewerb gibt, wie es in anderen Ländern der Fall ist.

Im Gegensatz zur Schweiz gibt es in Österreich keine privaten Krankenversicherungen. Das bedeutet, dass die Versicherungsnehmer in Österreich bei der eigenen Krankenversicherungen eine Zusatzversicherung abschießen können.

Wer diese inne hat, profitiert davon, dass er zum Beispiel die Arztwahl frei festlegen kann oder im Spital eine bessere Unterbringung erhält. Der Selbstbehalt bei einer ambulanten Behandlung kann bei einer entsprechenden Versicherung höher sein. Einen Überblick zum Thema private Krankenversicherung in Österreich und Möglichkeit der Zusatzversicherung gibt es auf https://www.foerderportal.at/private-krankenversicherung-oesterreich-anbieter-im-ueberblick/ zum Nachlesen.

Die Beiträge, die für die Krankenversicherung in Österreich aufgewandt werden müssen, sind in der Regel deutlich niedriger, als es in der Schweiz der Fall ist. Während in der Schweiz ca. 25% des Einkommens für das Gesundheitssystem aufgewandt werden müssen, liegt der Prozentsatz in Österreich bei 7,65% und damit deutlich niedriger.

Hinzu kommt, dass der Prozentsatz in Österreich zur Hälfte von dem Arbeitgeber und zur Hälfte vom Arbeitgeber bezahlt wird. Rentner und Pensionäre werden in Österreich was die Krankenversicherung angeht, deutlich weniger belastet, als es in anderen Ländern der Fall ist. Der Beitragssatz liegt hier bei gerade einmal 5,1% und ist damit deutlich geringer, als es mit 7,65% während des Berufslebens der Fall ist.

In der Schweiz gibt es Verbilligungen für einige Berufsgruppen, was die Krankenversicherung angeht. Dies ist auch in Österreich der Fall. So erhalten Studenten sowie Personen, die einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen und deren Einkommen unterhalb der Bemessungsgrenze liegt eine Ermäßigung was die Kosten für die Krankenversicherung angeht.

Ein besonderer Vorteil ist in Österreich die so genannte Familienversicherung.

Diese hat den Vorteil, dass Familienangehörige mitversichert werden können, wenn die Familienversicherung abgeschlossen wird. Somit können Ehegatten sowie als auch eingetragene Partner und Kinder, die sich noch in der Schulausbildung oder Berufsausbildung befinden, mitversichert werden. Der Zusatzbeitrag für Lebenspartner (eingetragen!) und Ehegatten liegt bei 3,4%.

Ärzte der Krankenkassen und Wahlärzte in Österreich – welche Unterschiede gibt es?

In Österreich gibt es Ärzte, die mit Krankenkassen zusammenarbeiten und mit diesen einen Vertrag abgeschlossen haben. Die Ärzte rechnen alle Leistungen, die sie am Patienten erbringen, direkt mit der Krankenkasse ab. Wenn nicht mehrere Ärzte eines Fachgebietes, bzw. Allgemeinärzte in einem Quartal aufgesucht werden bedeutet dies in der Regel, dass die Kosten komplett übernommen werden.

Ein Wahlarzt hat in Österreich keinen Vertrag mit der Krankenkasse abgeschlossen. Das bedeutet konkret, dass er sein Honorar selbst definieren kann. Der Patient hat die Kosten für den Wahlarzt selbst zu tragen.

Es ist möglich, dass nachher ein Antrag bei der Kasse zur Erstattung der Kosten gestellt werden kann. Dabei ist anzumerken, dass nur bis zu 80% der Kosten übernommen werden, die bei einer gleichen Behandlung vom Kassenarzt anfallen würden.

(siehe Quelle: https://www.ess-europe.de/krankenversicherung-oesterreich/)

Wie Unterscheiden sich die Leistungen der Krankenkassen in Österreich und in der Schweiz?

Es gibt eine Reihe an Unterschieden aber auch einige Gemeinsamkeiten, wenn man die Krankenkassen in Österreich und in der Schweiz unter die Lupe nimmt. Nachfolgend das Ergebnis der Analyse und des Vergleiches:

  • In der Schweiz kann die Krankenkasse frei gewählt werden, in Österreich wird sie durch den Wohnort definiert
  • In der Schweiz macht die Krankenversicherung rund 25% der Abzüge vom Gehalt aus, in Österreich liegt der Wert bei 7,65%, für Rentner und Pensionäre sogar bei nur 5,1%
  • In der Schweiz können zusätzlich private Krankenversicherungen abgeschlossen werden. In Österreich kann bei der gesetzlichen Krankenversicherung eine Zusatzversicherung mit weiteren Leistungen abgeschlossen werden.
  • Beide Krankensysteme haben Vergünstigungen bzw. Verbilligungen für Personen, deren Lohn z.B. unter einer gewissen Mindestgrenze liegt, oder aber für Empfänger von Sozialleistungen und Studenten
  • In Österreich kann die Krankenversicherung zur Familienversicherung aufgestockt werden
  • In der Schweiz gibt es zahlreiche Prämiensysteme, Rabattierungen und z.B. Telemedizin sowie HMO Ärzte. Die Krankenkassen können hier hinsichtlich deutlich unterschiedlicher Faktoren vergleichen werden, als es in Österreich der Fall ist
  • In der Schweiz sowie in Österreich gibt es eine Grundabsicherung, bzw. gesetzliche Standards, die durch die Krankenversicherung in jedem Fall erfüllt werden müssen.

Grundsätzlich ist anzumerken, dass die Schweiz sowie als auch Österreich ein gutes Gesundheitssystem haben. In beiden Ländern können gute Krankenversicherungen abgeschlossen werden. Die Unterschiede liegen vor allem in den Kosten und in den individuellen Leistungen.

Artikel gefällt? Bitte bewerte diesen Beitrag.
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (0,00/5 - 0 Bewertungen)
Loading...

Deine Meinung ist uns wichtig

*