Kryptobörsen Vergleich – Bitpanda & Binance seriös? – Gebühren

Zu Beginn des Jahres 2021 starten die Kryptowährungen wieder enorm durch. Der Bitcoin, die populärste dieser Währungen, setzt erneut zu einem Höhenflug an. Die Gründe für die verstärkte Nachfrage und die Kursexplosion sind vielfältig.

Die Coronapandemie verunsichert die Menschen nach wie vor, möglicherweise sind notenbankunabhängige Kryptowährungen sicherer.

Auf der anderen Seite hat die chinesische Regierung den Yuan testweise digitalisiert, die Europäische Union bastelt an einem digitalen Euro. Und nicht zuletzt hat Tesla-Begründer Elon Musk im Februar 2021 rund 1,5 Milliarden US-$ in Bitcoin angelegt, ein Indiz dafür, dass Kryptos salonfähig werden.

  • Für private Anleger werden die Kunstwährungen auch wieder attraktiver, es bleibt allerdings die Frage, wo man sich am besten damit eindeckt.
  • Zwei Handelsplätze haben sich in der letzten Zeit in der Beliebtheitsskala bei den Nutzern an die Spitze gesetzt, Bitpanda aus Wien und Binance aus Tübingen in Deutschland. Wir haben uns die beiden Börsen einmal näher angeschaut.

Kryptobörse vs. Broker

Was spricht dafür, ein Handelskonto bei einer Börse zu eröffnen und nicht bei einem Broker? Wenn Du Coins kaufen möchtest, bietet dir der Erwerb über eine Börse den Preis, welcher am nächsten an der Realität liegt. Ähnlich wie bei einer Wertpapierbörse ergibt sich der Preis aus Angebot und Nachfrage.

Kostenloses Konto bei Bitpanda eröffnen

Dabei muss der Preis für eine Aktie nicht an allen Börsen identisch sein. Wien, Frankfurt und Stuttgart können durchaus leicht abweichende Kurse aufzeigen.

  • Bei einem Broker, gerade wenn dieser als Marketmaker agiert, zahlst Du den Preis für den Coin, den der Broker aufruft. Bei unseriösen Geschäftspartnern sind die Abweichungen zu deinem Nachteil enorm.
  • Die unrühmliche Historie der binären Optionen hat hier zahlreiche Beispiele offengelegt. Fiktive Kurse oder verspätet eingespielte Kurse waren immer zum Nachteil der Anleger.

Seriosität zuerst

Alleine die Tatsache, dass wir es hier mit zwei Börsen zu tun haben, die wahlweise in Österreich oder in Deutschland ansässig sind, kommt mit einem gewissen Vertrauensvorschuss einher. Sicher, Malta oder Zypern sind auch EU-Mitglied, aber aus den Hochzeiten des Forex- und CFD-Handels wissen wir noch, dass es hinsichtlich der Qualität der Allgemeinen Geschäftsbedingungen und des täglichen Handlings doch Abweichungen zu Österreich und Deutschland gibt.
Kostenloses Konto bei Binance eröffnen

Die Tatsachen, dass die Verträge nicht von Google Translator übersetzt wurden und der Gerichtsstand in Wien respektive Tübingen ist, sind einfach Pluspunkte, die für eine Kontoeröffnung bei Bitpanda oder Binance sprechen. Daran ändert auch der Umstand, dass Binance selbst in China ansässig ist, nichts. Vorausgesetzt ist natürlich, dass das Handelsumfeld stimmt.

Handelskonto eröffnen, sofort loslegen

Sowohl bei Bitpanda als auch bei Binance ist der Registrierungsprozess in wenigen Minuten abgeschlossen. Bitpanda fragt ein paar Informationen mehr ab, aber am Ende des Tages nimmt der Anmeldungsprozess bei beiden Kryptobörsen nur wenige Minuten in Anspruch.
Bei beiden Brokern musst Du für den Handel natürlich zunächst ein Guthaben auf dein Handelskonto transferieren.

  • Dies kann auf unterschiedlichen Wegen geschehen, üblich sind Kreditkarte oder Überweisung. Die Kreditkartenzahlung hat den Vorteil, dass Du sofort in einen Coin deiner Wahl investieren kannst.
  • Bei den Mindesthandelssummen unterscheiden sich Bitpanda und Binance auch nicht sonderlich. Sympathischerweise ist der Einstieg bei Bitpanda mit zehn Euro möglich. Bei Binance startest Du mit fünf Euro mehr, 15 Euro Mindesthandelsvolumen.

Wir werten diese Größenordnungen als ideal für Einsteiger, um sich mit dem Thema „Handel mit Kryptowährungen“ vertraut zu machen, ohne gleich größere Beträge zu investieren.

Die Verifizierung

Möchtest Du nur kleinere Beträge traden, bleibt es bei der Verifizierung aus der Kontoeröffnungsphase. Mit steigenden Volumina sind die Börsen jedoch gehalten, aufgrund der Geldwäscheregelungen umfassendere Legitimationsprüfungen vorzunehmen. Die Details, wann welche Stufe greift, findest Du auf den Seiten der Anbieter.

Die Verifizierung der Kunden gibt generell einen Hinweis darauf, wie ernst es ein Broker oder eine Börse mit den regulatorischen Dingen nimmt. KYC, know your customer, bezieht sich auf die Identitätsprüfung, AML, anti-money laundering, auf die Meldung an offizielle Stellen bei Geldwäscheverdacht.

Mit Sparplänen von Kursschwankungen profitieren

Was für ETFs oder klassische Fonds gilt, hat auch bei Kryptowährungen seine Richtigkeit. Sparpläne mit gleichbleibenden regelmäßigen Einzahlungen bieten am Ende noch überdurchschnittliche Renditen durch den Cost-Average-Effekt. Gehen die Kurse nach unten, kaufst Du bei gleicher Sparrate mehr Coins als bei höheren Kursen. Steigen die Kurse wieder, führt dies zu einer überdurchschnittlichen Rendite bei den „billig“ gekauften Einheiten. Bei Bitpanda hast Du die Möglichkeit, regelmäßig zu investieren und mit einem Sparplan deine Renditen zu optimieren.

Wie viele Währungen stehen zur Auswahl?

Du kennst Bitcoin, Ethereum und hast auch schon einmal von Ripple gehört? Dann sind dir die drei wichtigsten Kryptowährungen bereits geläufig. Binance bietet dir eine Auswahl aus über 150 Währungen und über 300 direkt handelbare Währungspaare.

Bitpanda ist zahlenmäßig etwas zurückhaltender aufgestellt, bietet dir mit 52 Währungen und drei Indexanlagen aber immer noch genügend Spielraum für anfängliche Verwirrung.

Bitpanda hat sich etwas Besonderes ausgedacht. Bei den Wienern kannst Du auch in fertige Portfolios investieren, welche einen Kryptoindex nachbilden:

  • Das Portfolio BCI 5 beinhaltet fünf Währungen.
  • Portfolio BCI 10 basiert auf zehn Währungen.
  • Portfolio BCI 25 spannt den Schirm mit 25 Währungen am weitesten auf.

Auch wenn Binance hinsichtlich der Anzahl der handelbaren Währungen die Nase ganz weit vorne hat, sehen wir Bitpanda in Bezug auf die unterschiedlichen Investmentmöglichkeiten gerade für Einsteiger besser aufgestellt.

Die drei Kryptoindizes bieten die Option, mit einem Investment in bis zu 25 Währungen zu investieren, der Sparplan eignet sich hervorragend für den langfristigen Aufbau.

Binance ist dagegen der erste Anbieter, der Optionen und Futures auf Kryptowährungen ermöglicht. Dieses Handelssegment ist allerdings eher etwas für fortgeschrittene Trader.

Kommen wir jetzt zu einem Vergleich der Gebühren bei den beiden Kryptobörsen.

Der Handel

Der Handel erfolgt bei beiden Börsen auf ähnliche Weise. Als versierter Trader kannst Du Charts nutzen, um dir Handelsstrategien zurechtzulegen und über die Handelsplattform deine Investments tätigen.

Für den Einstieg sollte aber der „Kaufen“-Button auf der Webseite ausreichend sein. Entscheide, welche Währung Du kaufen möchtest, gib den Betrag ein und bestätige den Abschluss – fertig. Dagegen ist das Online-Depot deiner Hausbank vermutlich hochgradig kompliziert.

Die Gebühren bei Bitpanda und Binance im Vergleich

Die Gebührenmodelle von Bitpanda und Binance haben unterschiedliche Ansätze, so dass ein direkter Vergleich nicht möglich ist. Wenn Du allerdings die Kurse bei Bitpanda studierst, siehst Du bereits die um die Handelsgebühr bereinigten Werte. Du musst also nicht noch anfangen zu rechnen, was dir noch alles abgezogen wird. Trotzdem haben wir nachgeforscht, wie hoch die Gebühren tatsächlich ausfallen.

Das kostet der Handel bei Bitpanda

Bitpanda kalkuliert mit 1,49 Prozent des Umsatzes. Bezahlst Du die Gebühren allerdings mit dem hauseigenen Coin BEST, erhältst Du einen Abschlag von 20 Prozent. Es ist nicht unüblich, dass Börsen und Broker eigene Kryptos auflegen.

Da Bitpanda neben den Kryptos auch noch den Handel mit Gold, Silber, Platin und Palladium ermöglicht, wollen wir auch noch einen Blick auf die Gebühren dafür werfen:

  • Gold je 20g: Kauf 0,5 Prozent, Verkauf 1 Prozent, Verwahrentgelt 0,0125 Prozent pro Woche.
  • Silber je 200g: Kauf 2,5 Prozent, Verkauf 2 Prozent, Verwahrentgelt 0,025 Prozent pro Woche.
  • Platin je 20g: Kauf 2,5 Prozent, Verkauf 2 Prozent, Verwahrentgelt 0,025 Prozent pro Woche.
  • Palladium je 20g: Kauf 2,2 Prozent, Verkauf 1,8 Prozent, Verwahrentgelt 0,025 Prozent pro Woche.

Es ist üblich, dass die Börsen und Broker für die Transaktionen auf dem Handelskonto ebenfalls noch eine Gebühr erheben. Füllst Du dein Handelskonto bei Bitpanda mittels Banküberweisung auf, fallen keine Gebühren an. Nutzt Du dafür allerdings eine Kreditkarte, berechnet dir Bitpanda 1,5 Prozent. Trotzdem möchten wir darauf hinweisen, dass die Österreicher zu den günstigsten Börsen im Kryptogeschäft zählen.

Das kostet der Handel bei Binance

Binance ist in Bezug auf die Kosten etwas einfacher strukturiert. Für den Handel berechnen die „Tübinger Chinesen“ 0,1 Prozent auf die Handelssumme. Begleichst Du die Ausgaben mit dem hauseigenen Coin BNB, beträgt der Preisnachlass 25 Prozent.

Zahlungen auf das Handelskonto sind wie bei Bitpanda kostenfrei, wenn sie per Banküberweisung erfolgen. Teuer wird es, wenn Du die Kreditkarte benutzt. In diesem Fall berechnet der dazwischen geschaltete Zahlungsdienstleister Simplex 3,5 Prozent, mindestens jedoch zehn US-Dollars.

Wie sicher sind die Transfers?

Die Zwei-Faktor Authentifizierung sollte beim Handel mit Kryptowährungen eigentlich an der Tagesordnung sein. Allerdings gibt es hier Unterschiede. Einige Anbieter fordern ihn von vorneherein ein. Andere sind bemüht, die Hürden für den Handel möglichst niedrig zu halten, um die Interessenten zum Traden zu motivieren.

Die Hilfe und Unterstützung bei den Börsen

  • Bei Bitpanda hatten wir uns an Kontaktmöglichkeiten mehr erhofft. Außer einem Kontaktformular ist alles andere, Telefon oder Live-Chat, Fehlanzeige. Einen Trost gibt es, falls Du in Wien wohnst: Du kannst direkt vorbeigehen.
  • Die Kontaktmöglichkeiten entscheiden das Rennen zwischen beiden Anbietern jedoch nicht. Binance bietet außer einem Kontaktformular auch keine weiteren Optionen.

Ist der Handel mit Kryptowährungen seriös?

Mal ehrlich, ein Basiswert kann nichts dafür, ob er beim Trading seriös genutzt wird oder nicht. Die Coca-Cola Aktie war immer seriös, dass Anleger beim Handel mit binären Optionen betrogen wurden, lag nicht an Coca-Cola.

  • Die Frage ist also, wie seriös sind Bitpanda und Binance. Bitpanda wird seit Dezember 2020 von der Autorité des marchés financiers (AMF), der französischen Finanzaufsichtsbehörde reguliert.
  • Dass eine französische Behörde und keine österreichische hier im Spiel ist, hat seinen Grund in der Neuheit der Kryptowährungen. Hierzulande weiß man noch nicht so recht, wie Kryptos eingestuft und reguliert werden sollen. Eine Frage, die übrigens auch die deutsche BaFin beschäftigt.

Stichwort Deutschland, wenden wir uns der Seriosität von Binance zu. Es ist noch nicht lange her, da agierte Binance noch von Malta aus. Mit dem Schritt nach Deutschland wurden die regulatorischen Anforderungen auf jeden Fall strikter.

Binance kooperiert zur Ausübung des Geschäftes mit dem Münchner Finanzdienstleister CM-Equity AG. Das Unternehmen ist nach Paragraf 32 Kreditwesengesetz voll lizenzierte Bank und unterliegt damit der Aufsicht der BaFin.

Fazit: Bitpanda und Binance zählen zu den seriösen und überwachten Börsen für den Handel mit Kryptowährungen.