LPVO – Lenkprotokoll 2019 in Österreich – Fahrtenbuch & Änderungen

Fahrtenbuch 2019 – Was hat es mit dem Lenkprotokoll in Österreich auf sich?

In Österreich ändert sich zum Jahr 2019 im Straßenverkehr einiges. Zum 1. Jänner 2019 tritt die neue Lenkprotokollverordnung, kurz LPVO in Kraft, welche durch die Regierung abgesegnet worden ist. Die LPVO ist eine Neugestaltung des so genannten Fahrtenbuches.

Es ist vor allem für Unternehmer von Bedeutung, die eigene Fahrer beschäftigen. Die Thematik wird nicht erst seit dem Jänner 2019 behandelt, sondern bereits zum 1. Jänner 2018 gab es entsprechende Gesetzesänderungen in Österreich.

Verpflichtend in Kraft tritt die Verordnung zur LPVO jedoch erst zum 1. Jänner 2019.

Grundsätzlich betrifft das Lenkprotokoll vor allem den beruflichen Kraftverkehr in Österreich. Fahrzeuge, die kein analoges oder digitales Kontrollgerät an Board haben müssen entsprechend mit einem Fahrtenbuch geführt werden, welches jetzt als Lenkprotokoll bezeichnet wird.

Was ändert sich durch das neue Lenkprotokoll allgemein betrachtet?

Im neuen Lenkprotokoll wird genau vorgegeben, wie die Fahrten zu dokumentieren sind. Grundsätzlich ist es erforderlich, sich an die Gestaltung des Buches zu halten, da sonst Strafen auferlegt werden können.

Der Lenker ist in diesem Fall die Person, die im KFZ sitzt und dieses lenkt, bzw. steuert sowie als auch ein möglicher Beifahrer, der das Fahrzeug ebenfalls gegebenenfalls lenken kann.

  • Umfangreiche Dokumentation der Lenkzeiten und der Fahrer/innen erforderlich
  • Digitale Aufzeichnung via App möglich
  • Lenkprotokoll inkl. Lenkpausen, Ruhezeiten, Arbeitszeiten (Beginn und Ende)

Bei der neuen Verordnung gibt es eine Reihe an Ausnahmen und Sonderregelungen. Es gibt viele Fahrzeuge, die von der neuen Verordnung nicht berührt werden, was sicherlich für Entspannung bei den Eignern und bei den Lenkern sorgt. Anbei eine Übersicht der Fahrzeuge, die nicht durch die neue LPVO berührt werden.

Welche Fahrzeuge werden nicht durch die LPVO berührt?

Zugmaschinen, die maximal eine Geschwindigkeit in Höhe von 30 km/h erreichen, müssen nicht entsprechend der LPVO dokumentiert werden. Gleiches gilt für Arbeitsmaschinen, die selbstfahrend sind. Wer Fahrzeuge zu Überstellungsfahrten und Probefahrten nutzt, der muss diese Fahrten nicht entsprechend der LPVO dokumentieren.

Darüber hinaus gilt die neue Verordnung auch nicht für Fahrzeuge, die für die Beförderung von Personen aus gewerblichen Gründen zu nutzen sind und die mit einem Taxameter ausgestattet sind. Auch Geldtransporter werden nicht durch die neue Verordnung erfasst.

Sofern ein KFZ mit weniger als 3,5t zulässigem Gesamtgewicht genutzt wird und der Lenker nicht hauptberuflich dieses Fahrzeug steuert, ist ebenfalls keine LPVO konforme Dokumentation erforderlich. Ebenso ist dies nicht der Fall, wenn die Lenkzeit bei weniger als 2 Stunden am Tag liegt bzw. wenn sie täglich unter 4 Stunden liegt, wenn gleichzeitig die wöchentliche Lenkzeit bei weniger als 1/5 der Arbeitszeit in der Woche liegt.

Wenn es dazu kommt, dass ein Lenkprotokoll geführt werden muss, gibt es jede Menge an Informationen und Daten, die im Vorfeld erfasst werden müssen.

Welche Daten müssen für das Lenkprotokoll erfasst werden?

Die Daten, die für das Lenkprotokoll in Österreich erfasst werden müssen, werden im Vorfeld genau definiert. Grundsätzlich ist es erforderlich, dass der Name und auch der Zuname (Nachname und Vorname) des Lenkers eingetragen werden. Darüber hinaus ist es notwendig, dass das Datum angegeben wird, an welchem das Fahrzeug bewegt wurde. Ferner muss angegeben werden, welches Kennzeichen das Fahrzeug hat und welcher Kilometerstand zu Beginn und zu Ende des Arbeitstages aktuell gewesen ist.

Bei den Zeitangaben muss genau angegeben werden, wann die Einsatzzeiten begonnen haben, welche Ruhepausen eingehalten wurden und welche Lenkpausen eingehalten wurden. Auch die gesamte Dauer der Lenkzeit muss in jedem Fall angegeben werden und natürlich Beginn und Ende aller Arbeitszeiten.

Sollten besondere Vorkommnisse aufgetreten sein, ist es notwendig, dass diese notiert werden. Zum Schluss muss das gesamte Protokoll durch den Fahrer, bzw. durch den Lenker unterschrieben werden.

Welche Gesetze und Richtlinien habe ich bei der Lenkzeit zu beachten?

Die Gesetze und Richtlinien, die gemäß der Lenkzeit zu beachten sind, sind wirklich sehr umfangreich. Das bedeutet konkret, dass zum Beispiel darauf geachtet werden muss, dass der Lenker maximal 10 Stunden am Tag arbeiten darf und dass diese Zeit nicht überschritten werden darf.

Es besteht unter Umständen die Möglichkeit, dass die Tageshöchstarbeitszeit von 10 Stunden überschritten werden darf – zum Beispiel, wenn ein entsprechender Branchenkollektivvertrag besteht und diese entsprechenden Aussagen ermöglicht. Sollte dies der Fall sein, kann unter Umständen ein vereinfachtes Lenkprotokoll geführt werden. Hier müssen vor allem die Lenkpausen sowie die Ruhepausen vermerkt werden und natürlich auch die Einsatzzeit sowie der Start und das Ende der Zeit notiert werden.

Der Branchenkollektivvertrag regelt genau, welche Aufzeichnungen notwendig sind. Es kann der Fall sein, dass die Aufzeichnungspflicht nicht entfällt. Dies bedeutet dann, dass alle Eintragungen in das Lenkprotokoll vorgenommen werden müssen.

Welche Pflichten hat der Fahrer beim Lenkprotokoll (Fahrtenbuch) zu erfüllen?

Der Fahrer hat neben seiner Tätigkeit als Fahrer zahlreiche Auflagen zu erfüllen, wenn er alles korrekt gemäß des Lenkprotokolls eintragen möchte. Fakt ist, dass die erforderlichen Angaben über alle notwendigen Zeiten erbracht werden müssen. Darüber hinaus müssen im Fahrzeug die Lenkprotokolle über die letzten 28 Kalendertage mitgeführt werden. Dies ist natürlich digital deutlich einfacher, als wenn die kompletten Protokolle in einer Mappe auf Papier mitgeführt werden müssen.

Darüber hinaus müssen die aktuellen sowie die mitgeführten Protokolle in jedem Fall vorgelegt werden, wenn sie z.B. durch die Behörden in Form von Kontrollen nachgefragt werden. Einmal im Monat muss der Fahrer die Lenkprotokolle seinem Arbeitgeber, bzw. in der Regel der Spedition zur Verfügung stellen, damit diese geprüft werden können und entsprechend im System dokumentiert werden können.

Die gesamten Ausführgen können in modernen Fahrzeugen digital erfolgen. Das bedeutet, dass alle Lenkprotokolle digital ausgeführt werden können und alle Eintragungen digital zu machen sind. Alternativ ist es möglich, dass das Lenkprotokoll komplett auf Papiere vollzogen wird und alle Eintragungen per Hand mit einem Stift getätigt werden.

Auch die Unterschrift ist hier auf dem Papier zwingend erforderlich. Es ist dabei klar vorgegeben, dass die Angaben nicht korrigiert werden dürfen – außer es handelt sich um Schreibfehler. Fakt ist, dass die Daten nicht überschrieben werden dürfen. Sollten falsche Einträge korrigiert werden, muss der ursprüngliche Eintrag weiterhin lesbar sein.

Welche Vorteile bietet das elektronische Lenkprotokoll?

Das elektronische Lenkprotokoll hat den großen Vorteil, dass sehr viel an Aufwand eingespart werden kann, sofern alles korrekt notiert wird und sofern die Lenker in der Lage sind, alles korrekt zu bedienen. In der Praxis können die gesamten Daten digital verwaltet werden. Auch die Zentrale einer Spedition zum Beispiel kann laufend die Daten zu den einzelnen Fahrzeugen und zu den Fahrern abrufen. Dies trägt dazu bei, dass genau eingesehen werden kann, welche Fahrer wie lange unterwegs sind und wann zum Beispiel Ruhepausen einzuhalten sind.

  • Digitale Lenkprotokolle sind einfach auszuwerten
  • Digitale Lenkprotokolle können schnell versandt werden
  • Kostengünstige Protokolle via App möglich

Wichtig ist, dass auch bei einem elektronischen Lenkprotokoll alle Daten zu jeder Zeit zur Verfügung stehen. Das bedeutet, dass die Fahrerinnen und Fahrer z.B. einer Spedition zu jeder Zeit bei einer Kontrolle nachweisen können, wann sie die Fahrt angetreten haben, was sie geladen haben und natürlich auch welche Lenkpausen und Ruhepausen eingehalten worden sind.

Die entsprechenden Lenkprotokolle müssen durch die Spedition einmal im Monat geprüft werden. Hierbei ist nicht nur zu prüfen, ob alle Daten korrekt eingetragen worden sind, sondern auch, ob die Daten insgesamt vollständig sein.

Die Überprüfung selbst muss ebenfalls dokumentiert werden und zwar mit Datum und auch mit einer Unterschrift. Es ist möglich, dass die Daten durch eine Behörde geprüft werden können. Alle Lenker sind in den Dokumenten aufzulisten und zwar so, dass sie eindeutig identifiziert werden können, was in der Praxis bedeutet, dass auch das Geburtsdatum angegeben werden muss. Insgesamt müssen die Protokolle für einen Zeitraum von 2 Jahren aufbewahrt werden und zwar sortiert nach Lenker und Datum.

Bei einer digitalen Verwaltung der Protokolle ist dies deutlich einfacher möglicher, als wenn die komplette Dokumentation auf Papier geschieht. Digital können die Datensätze schnell auf dem Computer angeschaut und kontrolliert werden können.

Wie kann ich das Lenkprotokoll per App digital nutzen?

Besonders zu empfehlen ist es, dass das Lenkprotokoll digital via App genutzt wird. Die App erreicht man unter der Adresse (https://www.lenkprotokoll.at/). Es ist möglich, dass sogar eine kostenlose Testversion genutzt werden kann, um alle Daten und Eintragungen ausprobieren zu können.

Die App steht Android sowie Apple Nutzern zur Verfügung. Es ist möglich, dass die komplette App für 30 Tage kostenlos genutzt werden kann. Mit der App können sich die Fahrer digital anmelden und ihre kompletten Lenkzeiten starten und stoppen. Darüber hinaus können auch Unterbrechungen sowie Ruhezeiten dokumentiert werden. Das Protokoll der Lenkzeit kann problemlos kontrolliert werden und gleichzeitig kann es direkt über die App abgesendet werden.

  • App kostenlos 30 Tage testen
  • Zwischen 5 und 200 Lenker anmelden
  • Vorauszahlungen sorgen für bis zu 10% Rabatt

Die App kann 30 Tage kostenfrei genutzt werden und erst danach muss eine Gebühr bezahlt werden. Diese wird auf monatlicher Basis berechnet und beginnt ab einer Anzahl von 5 Fahrern. Es ist möglich, dass maximal bis zu 200 Fahrer (Lenker) mit der App ausgestattet werden können.

Die monatlichen Gebühren liegen zwischen 25 und 600 Euro. Es besteht die Möglichkeit, dass quartalsweise vorausgezahlt wird und ein Rabatt in Höhe von 5% erzielt wird. Wer auf jährlicher Basis die Gebühren für die App Nutzung vorauszahlt, erhält einen Rabatt in Höhe von 10% auf die Nutzungsentgelte für die App.

Quellen:

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