Lerntechniken und Methoden im Überblick – Wie kann ich effektiv lernen?

Richtiges Lernen für Prüfungen und Abschlüsse

Viele Studenten, Auszubildende und Schüler kennen das Problem, wenn sie wieder einmal kurz vor einer Prüfung stehen. Wie kann der komplette Stoff nun schnell und effektiv gelernt werden? Zunächst lässt sich festhalten, dass eine gute Vorbereitung unerlässlich ist, damit eine Prüfung sicher und gut bestanden werden kann.

Es bringt nichts, den Stoff wenige Stunden vor der Prüfung lernen zu wollen. Es ist daher sehr bedeutsam, dass zunächst ein gutes Zeitmanagement vollzogen wird. Nur so kann garantiert werden, dass wirklich alle Themenbereiche ausreichend abgedeckt werden.

Es ist sinnvoll, alle Themenschwerpunkte als Erstes zu ordnen. Auf diese Weise kann erörtert werden, welche Themen miteinander verknüpft sind. Gerade Verknüpfungen führen dazu, dass Stoff leicht auswendig gelernt werden kann.

Wichtig: Gemeinsam lernen kann motivieren

Es kann sich daher lohnen, eine Mindmap anzufertigen. Auf diese werden all die wichtigen Themen aufgeschrieben und miteinander verbunden. Danach kann geschaut werden, welche Komplexe am größten und schwersten sind. Diese kommen beim Zeitmanagement ganz nach oben, da sie am stärksten gelernt werden müssen.

Danach kommen die etwas leichteren Themen, die ebenfalls bedeutsam sind. Ganz ans Ende werden die Bereiche gestellt, bei denen es sich nur um kleinere Themen handelt. Wer hierbei den Überblick behalten möchte, der kann die ABC-Methode anwenden. Bei dieser erhalten die wichtigsten Themen den Buchstaben A bei Zeitmanagement und die unwichtigsten Themen den Buchstaben C. So weiß der Lerner immer sofort, wo die Prioritäten liegen.

Alle Lernmethoden auf einen Blick

Im Laufe der Zeit wurde eine Reihe an Methoden entwickelt, die dabei helfen sollen, dass der Stoff besser gelernt werden kann.

Selbstverständlich ist jeder Mensch von seinem Lernverhalten her unterschiedlich, weshalb sich nicht jede Methode für jeden Schüler gleich gut eignet. Es kann daher sinnvoll sein, eine Kombination aus mehreren Methoden zu wählen. Später kann dann geschaut werden, welche der Übungen nun am erfolgreichsten gewesen ist.

Erinnerungen wecken mit der Loci-Methode

Bei der Loci-Methode ist der Name Programm, denn das Wort Loci bedeutet so viel wie Ort. Bei dieser Technik soll der Stoff an verschiedenen Orten gelernt werden. Das Gehirn verknüpft in der Regel das Gelernte mit den Orten, sodass sich der Lernende nur daran erinnern muss, wo er die Sachen genau gelernt hat. Die Orte müssen jedoch nicht immer gleich besucht werden, sondern es kann auch hilfreich sein, die gelernten Themen mit einem Ort im Geiste zu verbinden.

So kann bei der Fotosynthese an das Land Griechenland gedacht werden und die einzelnen Funktionen sind Städte in diesem Land, die nach und nach abgelaufen werden. Auf diese Weise kann der Lernende immer wieder sein Wissen abrufen, da er nur an die Reihenfolge der Städte denken muss. Es werden hierdurch verschiedene Eselsbrücken geschlagen. Diese Methode eignet sich vor allem für das reine Auswendiglernen von speziellen Fakten und Abläufen.

Mindmaps zeichnen und alles einordnen

Wie bereist erwähnt, kann das Zeichnen einer Mindmap dazu betragen, dass Dinge noch besser gelernt werden können. Für diese Methode kann zunächst ein großes Thema ausgewählt werden. Dieses wird zentral in die Mitte geschrieben.

Im Anschluss können dann weitere Themen um das Zentrum herum geschrieben werden, die ebenfalls etwas mit dem Hauptthema zu tun haben. Hierdurch lassen sich Zusammenhänge besser darstellen.

Bei einer Prüfung zum Thema DNA kann somit nicht nur die DNA selbst als Thema gesehen werden, sondern auch die Bestandteile dieser und welche Aufgaben sie beim Menschen und bei den Bakterien erfüllt. Hierdurch lassen sich eventuelle Gemeinsamkeiten besser heraussuchen. Eine solche Mindmap kann während des Lernens auch immer wieder herausgeholt werden, damit die Lernenden wissen, wo sie sich gerade im Lernprozess befinden. Einzelne Themen lassen sich somit auf der Mindmap schnell abhaken.

Listen zum Lernen erstellen

Das Erstellen einer Liste kann ebenfalls sinnvoll sein. So kann schnell geschaut werden, welche Bereiche bei einem Thema besonders wichtig sind. Auf diese Weise wird kein Unterthema ausgelassen und alles kann ausreichend gelernt werden.

Ganz oben sollte zunächst das Hauptthema stehen. Darunter werden dann alle Begriffe geschrieben, die zu diesem Themenschwerpunkt passen. Diese können in den eigenen Notizen nachgeschlagen werden.

Es kann sich auch lohnen, einmal vertieft in die Fachliteratur zu schauen, damit weitere Stichpunkte gefunden werden können. Diese sollten dann der Reihenfolge nach gelernt werden. Sollten beim Lernen neue Stichpunkte aufkommen, dann lassen sich diese im Anschluss in die Liste schreiben.

Einen eigenen Gedächtnispalast erbauen

Beim Lernen baut das Gehirn im Geiste ein eigenes Konstrukt auf. Damit dieses Konstrukt auch lange in den Gedanken erhalten bleibt, kann es hilfreich sein, wenn sich die Lernenden eine Art Palast vor ihren Augen vorstellen.

Diesen haben sie selbstverständlich selbst erbaut, denn er besteht aus den gelernten Themen für die Prüfungen. So kann der Boden des Palastes das Hauptthema sein, welches als eine Art Fundament dient. Danach kommen die Pfeiler, welche das Dach tragen.

Hierbei handelt es sich um wichtige Teilbereiche eines Themas, die bei der Formulierung der Antwort helfen sollen. Auf dem Dach befinden sich dann zugespitzt die kleinen Zusätze, mit deren Hilfe noch einmal schnell das komplette Thema erklärt werden kann.

Natürlich kann jeder sich selbst überlegen, wie der Palast am Ende aussehen soll. Eine solch individuelle Lernmethode sorgt nicht nur für eine bessere Erinnerung des Stoffes, sondern sie trägt auch dazu bei, dass die eigene Kreativität gefördert wird.

Alles auf Karteikarten schreiben

Ein echter Klassiker unter den Lernmethoden ist das Aufschreiben des Stoffes auf Karteikarten. Diese Methode besitzt gleich zwei wichtige Vorteile. Auf der einen Seite sorgt das Aufschreiben bereits dafür, dass verschiedene Bereiche gelernt werden.

Zweitens führt das Zusammenfassen der einzelnen Bereiche dazu, dass nur das Wesentliche gelernt wird. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Karteikarten überall mitgenommen werden können. Auf diese Weise lassen sich verschiedene Themen schnell noch einmal in der Bahn oder im Hörsaal wiederholen.

Sollten dem Lernenden weitere Dinge einfallen, dann kann er diese ebenfalls schnell auf die Karteikarten schreiben. Die Karten gibt es in verschiedenen Größen und Farben zu kaufen, sodass für jeden zu lernenden Bereich andere Farben und Karten verwendet werden können. Eine solche Sortierung kann eine zusätzliche Gedächtnisstütze sein, wenn es um das Lernen von schwierigen Themen geht.

Das Wissen einfach verbildlichen

Die Verbildlichung ist eine weitere Methode, bei der das Lernen mit der Kreativität verknüpft wird. Die Lernenden sollen dabei zu den verschiedenen Themen Bilder anfertigen. Beim Zeichnen sollen sie immer wieder die gelernten Sachen wiederholen.

Sie speichern somit nicht nur das Bild ab, sondern auch das Wissen, welches sie sich beim Zeichnen vorgestellt haben. Solche Bilder können entweder etwas mit dem Thema selbst zu tun haben oder komplett an diesem vorbeigehen.

So kann das Zeichnen einer Landkarte zunächst wenig mit dem Thema DNA zu tun haben, aber nach und nach zeigt sich, dass die Karte den Aufbau der DNA symbolisieren soll. Die Städte stehen dabei stellvertretend für die einzelnen Basen und chemischen Verbindungen der DNA.

Mit der SQR3-Technik wissenschaftliche Texte verstehen

Wissenschaftliche Texte sind häufig voll von Fachwörtern und sie stellen einen hohen Anspruch an den Leser. Es kann daher ratsam sein, die SQR3-Methode anzuwenden. Bei dieser wird zunächst ein Blick auf das Inhaltsverzeichnis des Textes geworfen.

Worüber handelt der Text genau? Welche Fragen kommen mir bereits jetzt auf? Während danach der Text gelesen wird, sollten verschiedene Textmarker zur Hand genommen werden. Mit diesen werden die wichtigsten Stellen im Text einmal markiert. Im Anschluss werden die einzelnen Passagen zusammengefasst. Nun kann noch einmal geschaut werden, ob alle Fragen vom Anfang geklärt werden konnten. Sollte dies der Fall sein, dann wurde der Text inhaltlich gut verstanden.

Die Lerninhalte als Geschichte erzählen

Die Geschichten-Methode ist eine sehr bekannte Übung und vor allem für Menschen gedacht, die eher ungerne zeichnen, sondern sich anders das Wissen aneignen wollen. Hierbei sollen die zu lernenden Gegenstände in eine Geschichte umgewandelt werden.

Diese wird einmal schriftlich auf Papier fixiert. Im Anschluss sollte diese Geschichte immer wiederholt werden. So kann zum Beispiel ein guter Freund sich einmal die komplette Geschichte anhören. Danach kann gefragt werden, ob der Freund verstanden hat, um was es genau ging. Sollte dies der Fall sein, dann wurde die Geschichte so weit heruntergebrochen, dass die Inhalte leicht verständlich und zugänglich sind.

Wiederholungen und Pausen sind ein Muss

Die beste Lernmethode hilft nichts, wenn sie nicht mit Pausen und Wiederholungen verknüpft wird. So kann das Zeichnen eines Bildes zwar dabei helfen, dass bestimmte Dinge besser gelernt werden, aber danach muss immer wieder eine Wiederholung des Wissens stattfinden.

Nur so können die neuen Erkenntnisse vom Kurzzeitgedächtnis in das Langzeitgedächtnis übergehen. Pausen sind dabei ebenfalls von großer Bedeutung. Während der Pausen speichert das Gehirn die gelernten Inhalte ab und lässt diese langsam sacken. Einige Stunden später sollte das neue Wissen dann noch einmal wiederholt werden, damit das Gehirn es endgültig in das Langzeitgedächtnis abgespeichert hat.

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