Limited gründen in Österreich – LTD Vorteile, Dauer der Gründung, Haftung, Alternativen

Limited in Österreich gründen – Welche Vorteile hat die beliebte Unternehmensform?

Wer in Österreich in die Selbstständigkeit gehen möchte, hat viele verschiedene Chancen und Möglichkeiten, wie dies wahrgenommen und vorbereitet werden kann. Wenn der Business Plan steht und man genau weiß, was man haben möchte, ist es meist nur noch eine Frage der Wahl der Unternehmensform.

Die Unternehmensformen können sehr unterschiedlich gewählt werden. Häufig wird ein Einzelunternehmen gegründet.

Wer gleich ein großes Geschäft vorhat, entscheidet sich dazu, eine eigene GmbH zu gründen und benötigt dafür ein Startkapital in Höhe von 25.000 Euro.

Unterschiede gibt es bei den einzelnen Unternehmensformen vor allem in der Art der Bilanzierung aber auch in der Haftung, die entsprechend zu berücksichtigen ist.

Relativ beliebt ist in Österreich auch die Gründung einer Limited, welche von einigen Unternehmen wahrgenommen wird. Gerade in den digitalen Bereichen sowie zum Beispiel im Marketing und in internetaffinen Berufen entscheiden sich viele Menschen dazu, eine eigene Firma als Limited zu gründen und an den Start zu bringen. Diese Art der Unternehmung bietet jede Menge Vorteile, aber auch einige Nachteile.

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Wichtig: Lassen Sie sich zur gewählten Unternehmensform und Vorteilen/Nachteilen umfassend beraten!
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Definition: Was ist eine Limited?

Die Limited wird auch durch das Kürzen Ltd. gekennzeichnet und stellt eine Unternehmensform dar. Es handelt sich um eine Private Company Limited bei Shares. Die Unternehmensform stammt ursprünglich aus England und hat zahlreiche Ähnlichkeiten mit einer GmbH, die es in Österreich gibt.

Grundsätzlich gibt es bei der Ltd. vor allem hinsichtlich der Haftung einige Unterschiede zu klassischen Einzelunternehmen.

Viele Jahre hinweg entschieden sich gerade Unternehmer in kritischen Unternehmensbereichen dafür, eine Limited zu gründen, anstatt z.B. eine GmbH in Österreich zu gründen. In vielen Fällen war es das fehlende Stammkapital in Höhe von 35.000 Euro, welches dazu beitrug, dass man sich nicht für eine klassische GmbH, sondern für eine Ltd. entschieden hat.

Wie kann ich eine Limited gründen?

Grundsätzlich kann die Limited innerhalb von 7 bis 14 Tagen gegründet werden. Die Gründung ist denkbar einfach und nicht zu vergleichen mit dem Aufwand, der bei der Gründung einer GmbH betrieben werden muss.

Wer sich für eine Limited entscheidet, muss hier auch keinen Notar mit inkludieren, der bei der Gründung des Unternehmens eine Rolle spielt. Anzumerken ist, dass man den Namen des Unternehmens festlegen muss und dieser frei definiert werden darf. Es ist lediglich darauf zu achten, dass das Wort „Limited“ in jedem Fall an das Ende des Namens beigefügt werden muss.

  • Einfache Gründung innerhalb von etwa 7 bis 14 Tagen möglich
  • Kein Notar oder Anwalt für die Gründung erforderlich

Die Gründung einer Limited kann ohne Probleme erfolgen und der Name der Limited kann vollkommen frei gewählt werden. Dies ist für viele Unternehmen ein wichtiger Faktor, wenn man die Limited gründen will. Sie unterscheidet sich damit deutlich von z.B. eine GbR oder anderen Unternehmensformen, die in Österreich sowie als auch in Deutschland zum Standard gehören.

Vorteile der Limited: kein Stammkapital notwendig

Wer sich darum kümmert, die richtige Form für das eigene Unternehmen zu finden, der wird merken, dass er bei vielen Unternehmensformen mit seinem Eigenkapital haftet.

Wer sich entscheidet, eine GmbH zu gründen, haftet hingegen nur mit dem Kapital der Firma.

Bei einer GmbH ist es erforderlich, dass ein Stammkapital in Höhe von 25.000 Euro eingezahlt wird – bei einer Limited hingegen ist es nicht vorgeschrieben, dass ein gewisses Kapital eingezahlt werden muss.

  • Keine Stammkapital notwendig
  • Gesellschafter müssen das Kapital einzahlen, dass in der Satzung genannt wird
  • Haftung mit dem maximalen Betrag der Satzung bzw. des Stammkapitals der Limited

Bei der Gründung muss gemäß der Satzung der Limited ein Kapital definiert werden. Das so genannte Nominalkapital ist, wird also vor Gründung festgelegt. Das bedeutet, dass der Gründer genau definieren kann, wie viel Geld eingezahlt werden muss.

Neben der nicht vorhandenen Mindestsumme in Höhe von 35.000 Euro, ist es von Vorteil, dass man bei einer Limited als Gesellschafter in jedem Fall eine Beschränkte Haftung hat. Das bedeutet konkret, dass man genau wie es auch bei einer GmbH bei einer LTD maximal mit der Haftung der Einlage haftet.

Wer also eine Limited gründet und eine Einlage von gerade einmal 1 Euro hat, haftet im Maximum mit dieser Summe.

Welche Aufgaben und Pflichten sind bei der Limited zu berücksichtigen?

Grundsätzlich hat die Limited nach dem englischen Recht jede Menge Vorteile. Vor allem das Stammkapital sowie die nicht vorhandene Haftung tragen dazu bei, dass man entsprechend einige Vorteile wahrnehmen kann. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass bei der Limited einiges zu beachten ist und zahlreiche Pflichten bestehen, an die man sich als Gesellschafter halten muss.

  • Director (Geschäftsführer) der Limited muss definiert werden
  • Auditor (Wirtschaftsprüfer) der Limited muss ab bestimmter Größe definiert werden

Gerade bei der Benennung der Verantwortlichkeiten in der Limited ist einiges zu berücksichtigen. Es gibt in der Limited keinen Geschäftsführer im klassischen Sinne, sondern einen so genannten Director.

Jedes Unternehmen muss einen Director haben, der in der Regel bei einer 1 Mann Limited die Person ist, die das Unternehmen selbst gegründet hat und führt.

Wenn das Unternehmen eine bestimmte Größe erreicht hat ist es zusätzlich notwendig, dass ein Auditor eingestellt wird, welcher ein Wirtschaftsprüfer ist, der die entsprechenden Bilanzen prüft.

Aufgaben und Verpflichtungen bei der Limited

Die Bilanzen sind bei der Limited regelmäßig zu erstellen. Das bedeutet, dass man als Gesellschafter einer Limited darauf achten muss, dass Gewinnrechnungen und Verlustrechnungen erstellt werden und jedes Jahr eine Bilanz gezogen wird.

Diese muss gemäß den Forderungen im britischen Gesellschaftsregister publiziert werden. Es gibt zum Beispiel Fristen, die in jedem Fall eingehalten werden muss. Wenn diese nicht eingehalten werden, kann es Bußgelder geben, die bis zu einer Höhe von 1.000 britischen Pfund verhängt werden können.

  • Bilanzen müssen zu Stichtag publiziert werden
  • Geldstrafe bis 1.000 britische Pfund bei Verzug durchaus möglich

Limited Directoren, die ihrer Verpflichtung zur Publikation der Geschäftsabschlüsse nicht nachkommen erhalten eine Mahnung. Wenn man auf diese nicht reagiert bedeutet dies, dass es schnell dazu kommt, dass die Limited gelöscht wird.

Das Vermögen der Limited geht in diesem Fall an England über, so dass es für das Unternehmen zwingend notwendig ist, sich an alle Regeln und Gesetzes zu halten, die mit der Gründung und Führung der Limited verbunden sind.

Haftungsausschluss oder persönliche Haftung des Directors?

Bei der Haftung muss in den Unterlagen des Geschäftes genau definiert werden, dass der Director lediglich als Vertreter der Limited handelt.

Das ist wichtig, weil es sonst dazu kommen kann, dass der Director persönliche für die Geschäfte der Limited haften muss.

Es ist daher wichtig, dass genau darauf geachtet wird, wie die Limited aufgestellt wird. Probleme kann es auch bei der Haftungsbeschränkung in Zusammenhang mit der Einlage des Betriebes geben.

Das bedeutet, dass wenn ein Unternehmen von Beginn an schlecht finanziert wurde, wird schnell nachgefragt, ob der Director nicht persönlich haftbar gemacht werden kann. Der Rechtsstreit in Deutschland als Director einer Limited kann ebenfalls Probleme aufwerfen, weil das Geschäft selbst in Deutschland betrieben wird, das Unternehmen jedoch nach den englischen Rechten geführt wird. Dies kann schnell dazu führen, dass Probleme und verschiedene Ansichten kundgegeben werden und man vor Gericht Probleme hat, die richtigen Vorgehensweisen zu finden und schnelle und unkomplizierte Lösungen anzustreben.

Welche Probleme können im geschäftlichen Alltag mit der Limited auftreten?

Es gibt viele Firmen, die ungern Geschäfte mit einer Limited erledigen. Das liegt unter anderem daran, dass sie genau wissen, dass die Einlagen bei der Limited recht gering sind und dass viele Unternehmen kaum greifbar sind, wenn es Probleme gibt.

Gerade bei der Kreditwürdigkeit einer Limited werden die Bilanzen genau geprüft. Es gibt auch Kreditgeber, die von Anfang an vermeiden, dass bei einer Limited bestimmte Kredite vergeben werden.

Es gibt viele Unternehmen, die von Anfang an sagen, dass sie ungern, gar nicht oder nur unter bestimmten Bedingungen bereit sind, Geschäfts mit einer Limited zu tätigen. Das bedeutet, dass man vor der Limited Gründung in jedem Fall darüber nachdenken sollte, ob diese Form des Unternehmens die richtige für die Art von Geschäften darstellt, die man tätigen möchte.

Zu beachten ist dabei, dass es je nach Unternehmensform sehr viele Unterschiede gibt und natürlich einige Geschäfte mit einer Limited sehr leicht getätigt werden können, andere hingegen aufgrund der mangelnden Haftung kaum oder nur erschwert gemacht werden können.

Welche Alternativen habe ich in Österreich zur Limited?

Die Limited war vor einigen Jahren sehr gefragt. In Österreich und auch in Deutschland haben sich viele Menschen für diese Form des Unternehmens entschieden, weil es eine haftungsbeschränkte Unternehmensform darstellt.

Die so genannte Unternehmergesellschaft, kurz UG wurde dazu in einigen Ländern etabliert, weil sie ebenfalls einfachere Regelungen bei der Haftung anbietet.

Ob die Limited aus England wirklich die richtige Rechtsform für das eigene Unternehmen darstellt, oder ob zum Beispiel langfristig eine UG oder nach einigen Jahren der unternehmerischen Tätigkeit eine GmbH angestrebt wird, muss jeder Unternehmenslenker für sich selbst entscheiden und definieren.

Oftmals kann es zu empfehlen sein, mit einem Einzelunternehmern oder einer UG zu starten und dann irgendwann zu einer GmbH zu wechseln und sich von dieser z.B. ein Gehalt auszahlen zu lassen.

Die Frage mit der persönlichen Haftung ist für jedes Unternehmen genau zu prüfen.

Es gibt Unternehmungen, bei denen es wichtig ist, dass man nicht mit seinem privaten Vermögen für seine Arbeitsleistung und Ergebnisse haftet.

Es gibt auch Verträge (z.B. Unternehmensberater), bei denen eine Haftung von Anfang an komplett ausgeschlossen wird. Bei anderen Berufsständen wie zum Beispiel bei Bauunternehmern oder bei Architekten gibt es entsprechende Versicherungen, die in jedem Fall helfen, einen Schaden vom privaten Eigentum abzuwenden, wenn etwas mit der Unternehmung nicht funktioniert hat.

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