Lohnsteuertabelle & Steuerklassen 2019 in Österreich – Lohnsteuer

Die Lohnsteuer in Österreich – Was ist das?

Bei der Lohnsteuer in Österreich handelt es sich um eine besondere Steuererhebungsform auf das Einkommen, die auf alle nicht selbstständigen Arbeiten fällig wird. Die Lohnsteuer wird dabei immer vom Bruttoarbeitseinkommen abgezogen.

Die gesetzlichen Regelungen zur Lohnsteuer wurden in Österreich in den letzten paar Jahren mehrmals geändert. 2005 wurde das Berechnungsmodell zur Lohnsteuer in Österreich vollständig neu konzipiert.

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Die genaue Höhe der Lohnsteuer ergibt sich nun immer durch Anwendung des Einkommenssteuertarifs, der in sechs Stufen unterteilt ist. Gemäß dieses Tarifs wird der zu versteuernde Betrag auf ein Jahreseinkommen hochgerechnet. Von diesem Betrag wird die Lohnsteuer abgezogen.

Der Lohnsteuerbetrag wird dann durch Absetzbeträge gemindert und durch den Hochrechnungsfaktor geteilt. Für eine aktuelle Berechnung mit einer Lohnsteuertabelle in Österreich für 2018 können Sie sich auch an ihren Steuerberater wenden. Auch für die Berechnung der Lohnsteuer mit Online-Rechnern wird meist eine Lohnsteuertabelle und die Lohnsteuerklassen in Österreich als Basis genutzt.

Der Monatslohn wird bei der Berechnung der Höhe der Lohnsteuer immer auf einen ganzen Euro gerundet, bei einem Tagelohn auf 10 Cent.

Seit dem 01.01.2017 können Arbeitnehmer in Österreich eine antraglose Arbeitnehmerveranlagung beantragen. Alle Beschäftigten, die in den Jahren zuvor keine Werbungskosten, Sonderkosten oder außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend gemacht haben, erhalten den Steuerausgleich im Rahmen der antragslosen Arbeitnehmerveranlagung automatisch.

Die Höhe der Besteuerung – Lohnsteuerklassen in Österreich

  • Das steuerfreie Einkommen von Arbeitnehmern in Österreich beträgt pro Jahr 12.600 Euro brutto. Bei Selbstständigen liegt die Steuerfreiheitsgrenze bei 11.000 Euro brutto pro Jahr.
  • Bei einem jährlichen Bruttoeinkommen zwischen 11.000 bis 18.000 Euro pro Jahr ist ein pauschaler Steuersatz zur Höhe von 25 % zu entrichten.
  • Jahreseinkommen zwischen 60.000 bis 90.000 Euro werden in Österreich mit einem Steuersatz von 48 % versteuert.
  • Gutverdiener, deren jährliches Bruttoeinkommen zwischen 90.000 bis 1 Million Euro beträgt, müssen 50 % Steuern zahlen.
  • Ab einem Bruttojahreseinkommen von über 1 Million Euro ist dann der Spitzensteuersatz zur Höhe von 55 % fällig.

Bei möglichen Gehaltsverhandlungen spielt die Lohnsteuer eine sehr wichtige Rolle. Ein höheres Bruttoeinkommen muss nicht zwangsläufig ein höheres Nettoeinkommen bedeuten. Dies deshalb, weil bei einem höheren Bruttoeinkommen die Steuerlast steigt und so letztlich unter Umständen netto weniger übrig bleibt.

Bevor die Lohnsteuer berechnet und somit der Lohnsteuertarif angewandt wird, werden folgende Posten vom Arbeitslohn abgezogen:

  • Pauschale für Werbungskosten–
  • Pauschale für Sonderkosten
  • Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Interessensvertretung
  • Beiträge für die gesetzlichen Sozialversicherungen – Pendlerpauschale
  • Pauschale für Behinderungen
  • Freibeträge, die durch einen Freibetragsbescheid genehmigt sind

Befreiung von der Lohnsteuer

Gemäß § 3 EStG führt der Erhalt der folgenden Zahlungen / Transferleistungen zur Befreiung von der Lohnsteuerpflicht:

  • Wochengeld
  • Arbeitslosengeld
  • Ausbildungsbeihilfe / Studienförderung
  • Leistungen nach dem Behinderteneinstellungsgesetz
  • Notstandshilfe, Kinderbetreuungskosten, Hilfen gemäß des Arbeitsmarktförderungsgesetzes
  • Geburtenhilfen
  • Familienbeihilfen
  • zukunftssichernde Zuwendungen bis zu 300 Euro pro Jahr
  • reguläre Sachzuwendungen im Rahmen von Betriebsveranstaltungen und Teilnahme an diesen Veranstaltungen
  • Erschwernisse und Gefahrenzulagen bis zu 360 Euro pro Monat
  • Nachtarbeitsentgelte bis zu 540 Euro pro Monat (dies jedoch nur wenn diese auf gesetzliche Vorschriften des Kollektivvertrags oder eine abgeschlossene Betriebsvereinbarung basieren)

Der Lohnsteuerausgleich

Für Arbeitnehmer in Österreich kann die Steuerlast rasch sehr groß werden. Durch den Lohnsteuerausgleich können eventuell zuviel gezahlte Beträge beim Finanzamt zurückgefordert werden. Dieser sogenannte Lohnsteuerausgleich in Österreich kann direkt beim Finanzamt oder online beantragt werden.

Die Rückforderungen sind dabei auf bis zu fünf Jahre in der Vergangenheit begrenzt.
Die Durchführung eines Lohnsteuerausgleichs ist meist dann besonders lohnenswert, wenn die monatlichen Bruttoeinnahmen schwanken. Bei der Berechnung der Lohnsteuer wird nämlich von einem gleichbleibenden Betrag ausgegangen.

Die Nutzung eines Online-Lohnsteuerrechners

Im Internet werden zahlreiche Online-Rechner angeboten, um die individuelle Höhe der Lohnsteuer zu ermitteln. Die meisten dieser Rechner sind kostenlos und garantieren exakte Berechnungen innerhalb kürzester Zeit.

Um den OnlineRechner nutzen zu können, müssen nur sehr wenige Angaben gemacht werden. So müssen das Bruttogehalt, die Art des Beschäftigungsverhältnisses (beispielsweise ein Angestelltenverhältnis) und die Anzahl der minderjährigen Kinder eingegeben werden.

Rechenbeispiele – Lohnsteuer berechnen in Österreich 2018

Fallbeispiel 1

  • Ein unverheirateter Single ohne Kinder, der ein monatliches Bruttoeinkommen von 6.000 Euro pro Monat erzielt, erhält netto nach Abzug aller zu zahlenden Steuern 3.449,47 Euro. Die Sozialbeiträge belaufen sich in diesem Rechenbeispiel auf 1.087,20 Euro und die Lohnsteuer beträgt 1.463,33 Euro.
  • Die Steuerabzüge werden immer direkt vorgenommen, so dass der Arbeitnehmer gleich den Nettobetrag überwiesen bekommt. Generell kann bei diesem fiktiven Arbeitnehmer eine Steuerbelastung von 50 bis maximal 55 % festgestellt werden. Seit 2018 gilt eine maximale Steuerlast von 55 %.

Fallbeispiel 2

Arbeitnehmer, die ein monatliches Bruttoeinkommen von 3.000 Euro erzielen können, erhalten netto aktuell 2.014,76 Euro. Während sich die Abgaben für die Sozialversicherungen insgesamt auf 543,60 Euro belaufen, werden für die Lohnsteuer 441,64 Euro fällig.

Lohnsteuerpflicht bei Pensionisten

Bei der Berechnung der Steuerlast ist es in Österreich nicht ausschlaggebend, welchem Beruf eine Person nachgeht oder ob überhaupt eine Berufstätigkeit vorliegt. Vielmehr wird die Höhe der zu zahlenden Steuern von dem Einkommen bestimmt.

Wenn Pensionisten pro Jahr weniger als 11.000 Euro Rente erhalten, müssen diese keine Lohnsteuer zahlen. Der Steuersatz beträgt somit 0 %. Wenn die Rente pro Jahr höher als 11.000 Euro ist, tritt eine Steuerpflicht ein. Bei einer jährlichen Durchschnittsrente von 13.000 Euro müssen Rentner in Österreich die Differenz (13.000 Euro – 11.000 Euro) zur Höhe von 2.000 Euro versteuern. Aus dieser ergibt sich üblicherweise ein Steuerabzug von etwa 500 Euro.

Arbeiten in Österreich, leben in einem anderen EU-Staat

Viele Beschäftigte in Österreich arbeiten nur in Österreich, sind jedoch in einem anderen EU-Land gemeldet und haben dort ihren Hauptwohnsitz. Meist handelt es sich hierbei um Arbeitnehmer aus Deutschland. Dazu, wo und zur welcher Höhe Steuern auf das Arbeitseinkommen gezahlt werden müssen, gibt es viele Unsicherheiten.

Um eine Doppelbelastung, also die Steuerpflicht in gleich zwei Ländern, zu vermeiden, können sich Arbeitnehmer bei der Steuererhebung in ihrem Heimatland die bereits im Ausland (in Österreich) gezahlte Lohn- und Einkommenssteuer anrechnen lassen. Auch ist eine Freistellung vom Lohnsteuerabzug im Rahmen der Tätigkeit im Ausland möglich. Eine solche Freistellung ist jedoch nur dann möglich, wenn eine drohende Doppelbelastung vorliegt und diese auch nachgewiesen werden kann.

Ob die Lohnsteuer in Österreich oder in dem EU-Land, in dem der Arbeitnehmer seinen Wohnsitz hat, gezahlt werden muss, wird meist von der 183 Tage-Regelung bestimmt. Arbeitnehmer, die pro Jahr weniger als 183 Tage in Österreich leben, müssen in ihrem Heimatland steuern zahlen. Sollten Arbeitnehmer pro Jahr 183 Tage und länger in Österreich leben, auch wenn dies ausschließlich der Berufstätigkeit geschuldet ist, tritt eine Steuerpflicht in Österreich ein.

Im Zweifelsfall und um Sanktionen zu vermeiden, sollten sich Arbeitnehmer, die nur zum Arbeiten nach Österreich kommen, ausführlich vorab steuerrechtlich von einem Steuerberater oder durch das Finanzamt beraten lassen.

Spitzensteuersatz in Österreich – Wie hoch sind die Steuern in Österreich?

Für die Berechnung der Einkommenssteuer beziehungsweise der Lohnsteuer kommen verschieden hohe Steuersätze zur Anwendung. Bei dem sogenannten Steuerspitzensatz handelt es sich um den höchsten Steuersatz bzw. der höchsten Tarifstufe.

Dieser liegt in Österreich bei 55 Prozent und kommt ausschließlich bei Personen zur Anwendung, welche über 1 Millionen pro Jahr verdienen. Diese Regelung ist bis ins Jahr 2020 befristet, nach 2020 liegt der Steuerspitzensatz bei 50 Prozent.

Die Einkommensteile werden unterschiedlich besteuert, je nachdem wie hoch sie sind. Dabei wird das Einkommen in einzelne Teile zerlegt und mit ansteigenden Steuersätzen besteuert, hierbei wird mit dem niedrigsten begonnen. Jede Bürgerin und jeder Bürger hat einen steuerlichen Freibetrag von 11.000 Euro pro Jahr, für diesen Betrag müssen keine Steuern entrichtet werden.

Bei einem Betrag von 11.000 Euro bis 18.000 Euro wird eine Abgabensteuer in der Höhe von 25 % fällig. Sollte man über 18.000 Euro pro Jahr verdienen aber weniger als 31.000 Euro, so wird dieser Betrag mit 35 % besteuert. Sollte man über 1 Millionen Euro pro Jahr verdienen, so tritt der Spitzensteuersatz ein. Dieser liegt bei 55 Prozent, dieser gilt bis 2020, danach liegt er bei 50 %.

Einkommensteuer in Österreich

0 bis 11.000 Euro pro JahrSteuerfrei
Über 11.000 Euro bis 18.000 Euro pro Jahr25 Prozent
Über 18.000 Euro bis 31.000 Euro pro Jahr35 Prozent
Über 31.000 Euro bis 60.000 Euro pro Jahr42 Prozent
Über 60.000 Euro bis 90.000 Euro pro Jahr48 Prozent
Über 90.000 Euro bis 1 Million Euro pro Jahr50 Prozent
Über 1 Million Euro pro Jahr55 Prozent (befristet bis zum Jahr 2020, danach 50 Prozent)

 

Österreich im Ländervergleich

Durch die Spitzensteuerabgabe von 55 % ist Österreich im europäischen Vergleich an der Spitze. Nur noch Schweden (56,7 %), Portugal (56,5) und Dänemark (55,6) lagen über diesen Wert. Im Durchschnitt aller Mitgliedsstaaten lag der Spitzensteuersatz bei 39,4 %.

Der höhere Spitzensteuersatz soll laut einer kursierenden Aufstellung rund 50 Millionen Euro einbringen, dazu kommt noch die damit verbundene höhere Kapitalertragssteuer auf Dividenden, das soll noch einmal 150 Millionen Euro zusätzlich bringen.

Dieser höhere Spitzensteuersatz, jedoch nicht die Dividenden-KeST, wurde auf fünf Jahre befristet. Allerdings wurde auch geplant die „Solidarabgabe“, welche im Jahr 2013 eingeführt wurde, zu befristen. Diese Befristung sollte ursprünglich bis 2016 gelten. 2015 wurde diese Befristung aber gestrichen.

Mit der starken Senkung des Eingangssteuersatzes von 36,5 auf 25 % bewegt sich Österreich in Richtung EU-Durchschnitt, dieser liegt bei 21,4 %. Bislang ist der Eingangssteuersatz nur in Schweden, Dänemark und in den Niederlanden höher.

Rechenbeispiel

Herr Mustermann hatte 2017 ein Bruttoeinkommen in einer Höhe von 65.000 erzielt. Dementsprechend müsste er einen Steuersatz in Höhe von 48 % zahlen. Hierbei ist jedoch zu erwähnen, dass Herr Mustermann viele Dienstreisen antreten musste und gleichzeitig einen weiten Arbeitsweg zurücklegen musste.

All dies führt dazu, dass Herr Mustermann rund 6.000 Euro an Fahrtkosten und Verpflegungskosten für seine Dienstreisen geltend machen musste. Nach dem Abzug dieser Kosten beläuft sich sein Jahresbruttolohn auf einen Wert von 59.000 Euro. Daher wird der Lohn von Herrn Mustermann mit einem 42-prozentigen Steuersatz besteuert.

Entlastung der Mittelschicht

Mit der Steuerreform sollte vor allem die Mittelschicht entlastet werden. Um dieses Ziel zu erreichen, war eine Differenzierung der Steuersätze vorgesehen, was durch die Einführung der sechsten Steuerklasse realisiert wurde.

Um zu beweisen, dass diese Reform der Lohnsteuerklassen zu einer wirklichen Entlastung der Mittelschicht führt, hat die Regierung drei folgende Fallbeispiele veröffentlicht. Je nach Fall ergeben sich steuerliche Entlastungen zwischen 560 bis 2815 Euro pro Jahr.

Beispiel 1: Kinderloses Ehepaar, gesamtes Einkommen 6.500 €

Das erste Beispiel behandelt ein kinderloses Ehepaar. Der Mann arbeitet Vollzeit und erzielt ein Bruttogehalt von 3.500 Euro pro Monat. Die Frau arbeitet ebenfalls Vollzeit und erzielt ein Bruttoeinkommen von 3.000 Euro pro Monat.

Dementsprechend erzielt das Paar insgesamt 6.500 Euro pro Monat. Durch die neue Steuerklasse müssen nicht mehr 50 % gezahlt werden, sondern nur noch 42 % Steuern. Das monatliche Ersparnis liegt bei 235 Euro pro Monat oder 2.815 Euro pro Jahr.

Beispiel 2: Familie mit zwei Kindern, gesamtes Einkommen 4.100 €

Im zweiten Fall wird eine Familie mit zwei Kindern behandelt, diese Familie erzielt im Monat ein Gesamteinkommen von 4.100 Euro. Dieses Einkommen setzt sich aus dem Gehalt des Mannes, welches 3.000 Euro beträgt, und dem Gehalt der Frau, welches 1.000 Euro beträgt, zusammen. Nach dem alten Steuerrecht käme die Familie auf die gleiche Lohnsteuerklasse, wie eine Familie ohne Kinder. Durch diese Reform wurde die Steuerlast reduziert, weshalb die Familie im Monat 132 Euro sparen kann.

Beispiel 3: Alleinstehender Pensionist

Bei einer Pension von 1.400 Euro pro Monat spart ein alleinstehender Pensionist durch die Reform 47 Euro pro Monat, das entspricht 560 Euro pro Jahr.

Tipp: Mit dem Lohnsteuerrechner 2018 können Sie bequem die Höhe der Lohnsteuer in Österreich für Ihr individuelles Gehalt/Einkommen berechnen.

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