Metaller KV Verhandlungen 2019 in Österreich – Forderungen/Ergebnisse

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Metallindustrie haben in Österreich in den vergangenen Jahren schon oft zu Warnstreiks aufgerufen. Ziel ist es, dass entsprechende Gehaltserhöhungen oder Verbesserungen der Arbeitsbedingungen durchgesetzt werden.

In der Metallindustrie sind traditionell sehr viele Angestellte in Gewerkschaften organisiert. Rund 130.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieser Industrie sind in Österreich in Gewerkschaften tätig. Die Streikts, die durch die Metaller ausgerufen werden, können einen massiven Einfluss auf die Wirtschaft in Österreich haben.

Info: Noch gibt es keine konkreten Verhandlungen/Informationen zum Thema Metaller KV Verhandlungen 2019 in Österreich. Wir werden uns bemühen möglichst zeitnah zu aktuellen Forderungen und Ergebnissen bzw. dem Ablauf bei den Metaller KV Verhandlungen 2019 in Österreich zu informieren.

Auch im Jahr 2018 gab es wieder entsprechende Streiks in einzelnen Firmen des Landes. Davon betroffen waren unter anderem Werke der Unternehmen Andritz sowie Bosch oder aber auch voestalpine.

Metaller KV: Entgeltanstieg nicht mit 2018 zu vergleichen!

Im vergangenen Jahr sind die Entgelte im Metaller Kollektivvertrag um 3,46 Prozent im Durchschnitt angestiegen. Dieses Ergebnis ist jedoch wahrscheinlich nicht mehr in der gleichen Höhe möglich.

Die Verhandlungen erweisen sich bereits als zäh, bevor sie begonnen haben. Das bedeutet, dass man die Verhandlungen dieses Jahr in einem anderen Bundesland abhalten möchte und dass man am liebsten einen Kollektivvertrag über viele Jahre hinweg abschließen will.

Aus Sicht der metallischen Industrie ist die Inflation im vergangenen Jahr gesunken, so dass nicht davon auszugehen ist, dass erneut ein solch gutes Ergebnis erzielt werden kann, wie es im
vergangenen Jahr aus Sicht der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Fall gewesen ist.

  • Streitigkeiten über Lokation der Verhandlungen
  • Diskussionen über Inflation und potentielle Ergebnisse

Die Seite der Arbeitgeber habe zum Ziel, dass der Kollektivvertrag insgesamt aktualisiert und auch modernisiert wird.

Dabei ist es das Ziel, den Kollektivvertrag 4.0 zu gestalten, wie es auch im Jahr 2018 schon vorgestellt worden ist. Die Verhandlungen selbst dürften sich über einen langen Zeitraum
hinziehen, da die Situation bereits zu Beginn herausfordernd ist.

Anzumerken ist, dass es in den Verhandlungen durchaus schon Streitigkeiten gibt, was die Lokation und den Termin für die Verhandlungen angeht. Die Verhandlungen sollen nicht mehr in Wien, sondern in Vorarlberg stattfinden und zwar aus Sicht der Arbeitgeber im Büro des Arbeitgeber Chefverhandlers Johannes
Collini.

Die Arbeitgeber werden durch die Gewerkschaften PRO-GE und GPA-djp vertreten.

Diese möchten die Gespräche in der Nähe ihrer Zentrale in der Hauptstadt Wien durchführen, damit von den insgesamt etwa 80 Betriebsräten in Österreich eine möglichst hohe Anzahl an den Gesprächen teilnehmen kann. Die bisherigen Meldungen und Meinungen zu den bevorstehenden Verhandlungen lassen befürchten, dass diese für beide Seiten nicht sehr leicht werden.

Update: Diskussion über Verhandlungsort in Vorarlberg (Hohenems)

Auch wen es aktuell noch nicht zu Verhandlungen im Bereich Metaller KV 2019 in Österreich kommt sorgt das Thema für Aufregung. Die Arbeitgeber sowie Arbeitnehmervertreter diskutieren aktuell über den Verhandlungsort. Die Einladung zum Verhandlungsort Hohenems durch die Unternehmer-Seite im Namen von Johannes Collini wird von den Gewerkschaften als Provokation und zusätzliche Erschwernis gesehen.

Dieser Verhandlungsstandort durch den Fachverband FMTI wird von den Gewerkschaften als Nachteil gesehen, da Vorarlberg für die Gewerkschaften und Fachverbände nicht naheliegend ist, da diese ihre Zentralen in Wien haben.

Eine faire KV-Runde für die gesamte Metallindustrie werde somit absichtlich verhindert, sagen die beiden Verhandlungsleiter der Gewerkschaften, Rainer Wimmer (PRO-GE) und Karl Dürtscher (GPA-djp). Sie sehen eine klare Strategie hinter diesem Ansinnen.

Es bleibt abzuwarten wo tatsächlich die Metaller KV Verhandlungen 2019 in Österreich stattfinden. Die Arbeitgeber argumentieren mit der hohen Anzahl an Unternehmen in den Bundesländern und das es auch in Vorarlberg beste Bedingungen für Verhandlungen geben würde. Ein weiterer Vorschlag ist es aktuell immer 2 Tage hintereinander zu verhandeln, um effizientere Verhandlungen führen zu können.

Wie laufen Gehaltsverhandlungen in der Metallindustrie ab?

In der Regel beginnen die Gespräche zwischen den Arbeitgeberverbänden und der Gewerkschaft mit entsprechenden Verhandlungen um die Anpassung der Löhne. Dabei fordern die Gewerkschaften, dass die Löhne in der Branche z.B. um X Prozent angehoben werden.

Die Arbeitgeber hingegen bieten meist nur eine Anhebung der Löhne um Y Prozentpunkte an. Sollte es in den kommenden Verhandlungsrunden nicht zu einer Einigung kommen, so ist es möglich, dass Streiks ausgerufen werden, um von Seiten der Gewerkschaften einen entsprechenden Nachdruck zu verleihen und dafür zu sorgen, dass die Verhandlungen zu einem Erfolg führen.

Stockfoto-ID: 26347271 Copyright: laurentiu iordache/Bigstockphoto.com

Metaller: Anstrengende Arbeit
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Nicht gerade selten kommt es vor, dass die Verhandlungen über mehrere Runden geführt werden und oftmals kann es etwas dauern, bis ein konkretes Ergebnis vorliegt. In der Praxis werden vor allem das Wachstum der Wirtschaft und die Inflationsrate als Basis für die Verhandlungen gewählt.

Was ist der Metaller Kollektivvertrag in Österreich?

Für die Angestellten in der Metallindustrie gibt es in Österreich, wie auch in vielen anderen Ländern einen so genannten Kollektivvertrag. Dieser Vertrag regelt unter anderem die Löhne, aber auch z.B. die Arbeitszeiten in der Branche.

Anzumerken ist, dass es somit für die Arbeitgeber sehr leicht ist, die Gehaltsverhandlungen mit neuem Personal zu führen. Gemäß dem Kollektivvertrag wird genau vorgegeben, welche entsprechenden Anpassungen und Entwicklungen beim Gehalt möglich ist.

Grundsätzlich wird im Vertrag genau geregelt, wie zum Beispiel die Löhne in den einzelnen Verwendungsgruppen anzupassen sind. Darüber hinaus wird hier auch über Zuschläge und zum Beispiel Kilometergeld sowie andere Regelungen Auskunft gegeben.

Was wird im Tarifvertrag der Metaller definiert?

  • Informationen zu Lohn und Gehalt
  • Bedingungen für Mehrarbeit oder Kurzarbeit
  • Regelungen zur Probezeit
  • Regelungen zur Behandlung von Altersteilzeit oder Telearbeit
  • Krankmeldungen
  • Kündigungen
  • Zuschläge für Feiertagsarbeit

Die Arbeitszeit sowie als auch die Bedingungen für Mehrarbeit oder Kurzarbeit und entsprechende Zuschläge für Arbeiten am Wochenende oder am Feiertag werden ebenfalls innerhalb des Vertrages für die Metaller geregelt.

Somit ist die komplette Branche der Metallindustrie sehr reguliert und es steht genau fest, welcher Mitarbeiter, bzw. welche Mitarbeiterin welche Rechte hat.

Die Themen Probezeit, Altersteilzeit oder aber auch Krankenurlaub sowie die Kündigung bei langdauernder Krankheit werden ebenfalls in diesem Vertrag geregelt, was sehr angenehm ist und dafür sorgt, dass die meisten Menschen genau wissen, was ihnen zusteht und welche Rechte sie haben.

Welche Tarifanpassungen sind erreicht worden? – Metaller KV Verhandlungen 2018 – Ergebnisse

Grundsätzlich wurde in den Verhandlungen im Jahr 2018 erreicht, dass die Gehälter für die Metaller um im Schnitt 3,46% angepasst werden. Das bedeutet, dass einige Gehälter stärker, andere weniger stark angepasst werden. Die niedrigsten Gehälter werden um 4,3% angepasst und Lehrlinge erhalten zum Teil bis zu 10% mehr Lohn. Die Zuschläge für Überstunden wurden ebenfalls angepasst.

  • Gehälter werden im Schnitt um 3,46% angehoben
  • 130.000 Beschäftigte profitieren davon in ca. 1.200 Betrieben

Im Jahr 2018 waren die Verhandlungen für den Kollektivvertrag mit den Metallern besonders zäh. Insgesamt erstreckten sich die Verhandlungen über 7 Runden und damit über einen sehr langen Zeitraum. Betroffen sind von den neuen Ergebnissen rund 130.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in mehr als 1.200 Betrieben allein in Österreich.

Wer führt die Verhandlungen für die Metallindustrie in Österreich durch?

Verhandlungen für einzelne Industriebereiche werden klassischerweise durch Gewerkschaften vollzogen. In Österreich ist die Gewerkschaft PRO-GE für die Verhandlungen der Metallindustrie und des Metallgewerbes zuständig.

Die Gewerkschaft führt jedes Jahr die Verhandlungen durch und sorgt somit dafür, dass angemessene Löhne für die Angestellten dieser Branche gezahlt werden. In der Praxis ist diese Gewerkschaft im Vergleich zu vielen anderen in Österreich sehr gut aufgestellt und wird durch besonders viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützt.

Wo erhalte ich eine Übersicht über die Verhandlungsergebnisse der Gewerkschaft?

Die Gewerkschaft PRO-GE ist eine von vielen in Österreich. Auf ihrer Homepage (siehe: https://www.proge.at/cms/P01/P01_3.2/kollektivvertrag/verhandlungen-abschluesse) werden die einzelnen Ergebnisse der Kollektivverträge, bzw. deren Verhandlungen dargestellt.

Auf den Webseiten zahlreicher Gewerkschaften ist es möglich, sich über die neuen Tarifverträge und über die Abschlüsse der Verhandlungen zu informieren. Somit kann direkt geprüft werden, ob das eigene Gehalt auch entsprechend der Ergebnisse der Verhandlungen angepasst worden ist.

Quellen:

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