Mietkautionsversicherung in Österreich – Anbieter, Kosten, Vorteile

Eine Veränderung im familiären Umfeld, eine neue Arbeitsstelle oder ein länger geplanter Tapetenwechsel – es gibt viele Gründe für einen Wechsel des Wohnsitzes.

Auch wenn man relativ schnell eine passende Wohnung findet, kommt dann häufig zum Schluss auch die Frage, woher soll das Geld für die Kaution kommen. Nicht jeder kann hier einfach 3 oder mehr Monatsmieten in einer Summe als Kaution auf den Tisch legen.

Hierfür gibt es jedoch eine Alternative, um ohne große Darlehensaufnahme diese Frage zu beantworten, und zwar durch den Abschluss einer Mietkautionsversicherung.

Mietkautionsversicherung in Österreich

Dieses Versicherungsprodukt in Österreich wird genauso gehandhabt, wie dies in Deutschland der Fall ist. Deshalb kann eine solches Mietkautionsversicherung auch bei einem Umzug von Österreich nach Deutschland und umgekehrt hilfreich sein.

Wichtig: Kosten für die Mietkautionsversicherung vergleichen

Die Funktionsweise

Wenn man eine Mietkautionsversicherung abschließt, erhält der Versicherungsnehmer eine Art Bürgschaft durch die jeweilige Versicherungsgesellschaft ausgehändigt, welche dem Vermieter eine Garantie anhand gibt, dass er im Schadensfall von der Versicherung das Kautionsgeld erhält.

Eine solche Zusicherung kann der Vermieter dann gleichsetzen mit einer eventuellen Hinterlegung einer Kaution auf einem dafür vom Mieter eingerichteten zweckgebundenen Sparbuch.

Die Versicherung ist so aufgebaut, dass der Mieter für diese Bürgschaft monatliche oder jährliche überschaubare Raten an die Versicherung abführt. Diese Beträge belasten dann das Haushaltsbudget nicht in dem Maße, als wenn auf einmal eine große Summe von mehreren Tausend Euros als Kaution in einem Zug anfallen würde.

Die Vor- und Nachteile für den Mieter oder denjenigen, der die Versicherung abschließt

Die Vorteile bei einer Mietkautionsversicherung

Steuerliche Behandlung

Bei einer Mietkautionsversicherung können die Zahlungen hierfür steuerlich für selbstständigen Personen abgesetzt werden. Hier wird das gleiche Prinzip angewandt, wie bei beim Autoleasing. Auch hier entstehen, wie beim Autoleasing, durch die monatlichen oder jährlichen Raten laufende Kosten.

Opportunitätskosten

Hierzu zunächst ein betriebswirtschaftliches Beispiel. Wenn ein Lager mit Produkten zu voll ist, spricht man dann von der Entstehung von Verlusten in Form von Opportunitätskosten,, weil hier Kapital gebunden wird, das anderweitig eingesetzt werden könnte, um daraus Rendite zu erzielen.

Dies verhält sich auch mit dem Kapital, das durch eine Kautionszahlung gebunden wird. Diese 3 Monatsmieten könnten anderweitig sinnvoller eingesetzt werden, als dass diese auf dem Sparbuch liegen. Durch den Abschluss einer Versicherung ist der Betrag geringer und somit kann das Kapital sinnvoller eingesetzt werden.

Die Nachteile

Monatliche oder jährliche Prämie als Kostenbelastung

Die Prämien für die Versicherung stellen Kosten dar, die jeden Monat anfallen.

Wenn man die Kaution als Einmalbetrag hinterlegt, ist er nicht mehr erforderlich zusätzliches Kapital nachzuschießen. Dieser Punkt, was die Bezahlung anbelangt, ist dann einfach abgeschlossen und monatlich entstehen keine große Belastungen mehr.

Keine Zinsen

Wenn man eine Versicherung abschließt, gibt es, wie bei einem Sparbuch oder einem Sparkonto, keine Zinsen. Das aktuell jedoch der Zinssatz sehr niedrig ist, kann dieser Nachteil verschmerzt werden.

Die Vorteile für den Vermieter

Hier fallen, wenn eine Mietkautionsversicherung vom Mieter abgeschlossen ist, beim Vermieter keine Verwaltungskosten an und der Vermieter erhält hier zusätzlich eine Bonitätsprüfung des Mieters durch die Versicherung. Der Kautionsbetrag ist ab dem ersten Tag verfügbar und eine Versicherung zahlt in der Regel relativ schnell.

Die Anbieter

Ein größerer Anteil der großen Versicherungskonzerne bieten Mietkautionsversicherungen an. Dazu gehören u.a. die R + V-Versicherung, die VaV-Versicherung oder die Basler Versicherung. Bevor man sich hier jedoch entscheidet, sollten hier auch im Internet entsprechende Recherchen angestellt werden, um sich entsprechend zu informieren, um dann eine kostengünstige Variante zu erhalten.

Was wird von der Mietkautionsversicherung bezahlt?

Welche Schäden dann vom Mieter in der Praxis übernommen werden müssen und somit auch von der Mietkautionsversicherung zu bezahlen sind, darüber gibt es häufig unterschiedliche Auffassungen und die Streitigkeiten gehen dann vor das Gericht.

Wenn der Mieter hier einen Versicherungskonzern an seiner Seite hat, kann er sich zumindest dann sicher fühlen, dass hier nicht zu viel gezahlt wird, weil hier dann die Versicherung die Streitigkeiten mit dem Vermieter nach einem Gerichtsverfahren direkt zu regeln hat und der Mieter hier nicht davon betroffen ist.

Wann der der Vermieter die Kaution einbehalten oder die Versicherungsleistung anfordern?

Der Vermieter erhält einen Anspruch auf die Kaution oder einen Teilbetrag davon, wenn der Mieter seine Pflichten, die er mit der Unterschrift beim Mietvertrag eingegangen ist, nicht nachkommt.

Eine solche Situation liegt dann in etwa vor, wenn der Mieter beim seinem Auszug aus der angemieteten Wohnung die vereinbarten Schönheitsreparaturen nicht oder nicht vereinbarungsgemäß durchgeführt oder wenn der Mieter mit der Begleichung der Miete in Rückstand ist und diese nicht mehr zahlt.

Dabei fordert in der Regel der Vermieter den Mieter zunächst einmal in schriftlicher Form auf, seinen vertraglichen Verpflichtungen nachzukommen. Dadurch erhält der Mieter dann nochmals eine Frist, selbst die Renovierung vorzunehmen oder die ausstehende Miete dann nachzahlen. Erst dann, wenn der Mieter dann auf den Brief der Vermieters nicht reagiert, darf dieser dann die Kosten , die ihm durch die oben erwähnten Sachlagen entstanden sind, mit der Kaution verrechnen oder die Versicherung auffordern, die Kosten zu übernehmen.

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