Mindestlohn in Deutschland 2019/2020 – Olaf Scholz fordert 12 Euro pro Stunde!

Das Thema Mindestlohn ist in Deutschland seit vielen Jahren in aller Munde und gar nicht so leicht zu klären.

Viele Parteien kümmern sich um den Mindestlohn und sind der Meinung, dass der Mindestlohn in jedem Fall zu zahlen ist. In den vergangenen Jahren wurde der Mindestlohn in Deutschland eingefügt und sogar erhöht. Es gibt bestimmte Branchen und Berufe, die mit einem gewissen Mindestlohn verknüpft sind.

Historisches zum Mindestlohn in Deutschland

Der Mindestlohn wurde zum 1. Jänner 2015 in Deutschland für verschiedene Berufe definiert und zwar mit einem Wert in Höhe von 8,50 Euro je Stunde. Dieser Betrag gilt bis zum 31. Dezember 2016. Im darauffolgenden Jahr wurde der Mindestlohn angepasst, so dass vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2018 ein Mindestlohn in Höhe von 8,84 Euro gezahlt wurde.

Mindestlohn 2019 & 2020 in Deutschland – Höhe pro Stunde

Seit dem 1. Jänner 2019 beläuft sich der Mindestlohn in Deutschland auf 9,19 Euro und zum ersten Jänner 2020 wird er auf 9,35 Euro je Stunde angehoben.

Quelle: https://www.dgb.de/schwerpunkt/mindestlohn/mindestlohn-2019-was-aendert-sich-in-2019

Der Mindestlohn wird durch die Mindestlohn Kommission beraten und vorgeschlagen. Diese empfiehlt der Bundesregierung, den Mindestlohn auf einen gewissen Wert anzupassen.

SPD macht sich für den Mindestlohn stark

Die SPD macht sich bereits seit vielen Jahren für den Mindestlohn stark und möchte, dass dieser in zahlreichen Branchen eingeführt wird. Anzumerken ist dabei, dass der Mindestlohn in den kommenden Jahren weiter erhöht werden soll.

Olaf Scholz, der derzeit Werbung dafür macht, als neuer Spitzenkandidat der SPD gewählt zu werden, hält einen Mindestlohn in Höhe von 12 Euro je Stunde für gerechtfertigt.

Diese Forderungen wurden durch Olaf Scholz bereits im Jahr 2018 publiziert, als Scholz die Rolle als Vizekanzler innehatte. Nicht nur Olaf Scholz, sondern z.B. auch Andrea Nahles sowie Kevin Kühnert hatten sich bereits dafür stark gemacht, dass der Mindestlohn in Deutschland auf 12 Euro je Stunde angehoben wird.

Grundsätzlich möchte man mit einem höheren Mindestlohn in Deutschland vor allem die Menschen stärken und unterstützen, die in einem Niedriglohnsektor besonders hart arbeiten und mit ihrem Netto Einkommen nicht zufrieden sein dürften.

Was spricht gegen den Mindestlohn in Deutschland?

Es gibt einige Stimmen, die in Deutschland gegen den Mindestlohn sind. Das bedeutet, dass nicht alle der Meinung sind, dass ein Mindestlohn in Deutschland eingeführt werden soll. So gehen einige Menschen davon aus, dass der Mindestlohn nicht gezielt die Armut bekämpft, sondern zum Beispiel auch dazu führen kann, dass Jobs abgebaut werden und nicht mehr in Deutschland angeboten werden.

Firmen, denen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland zu teuer geworden sind, kommen auf die Idee, die Arbeitsplätze zum Beispiel ins Ausland zu verlagern, weil hier die finanzielle Situation anders aussieht und man in jedem Fall Geld sparen kann.

Ein anderes Argument, dass gegen den Mindestlohn spricht, ist das Argument, dass die Gewerkschaft in einigen Bereichen weniger Handlungsmacht hat.

Wenn bestimmte Branchen und Bereiche bereits einen Mindestlohn haben, so ist es möglich, dass die Gewerkschaft nicht mehr für diese Bereiche kämpfen muss. Das bedeutet, dass man in jedem Fall nicht davon ausgehen kann, dass die Gewerkschaft etwas für diese Bereiche tun kann.

Gründe gegen den gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland:

Ein weiteres Argument, das sich gegen den Mindestlohn richtet ist der Fakt, dass bestimmte Dienstleistungen teurer werden.

Wenn zum Beispiel ein Mindestlohn für bestimmte Handwerkerleistungen, oder aber auch für den Frisör fällig wird, kann dies dazu führen, dass auch die Menschen belastet werden, die ohnehin schon wenig haben, wenn zum Friseur muss nun mal fast jeder Mensch.

Ebenfalls zu berücksichtigen ist, dass es beim Mindestlohn die Option gibt, dass die Schwarzarbeit gefördert wird, bzw. mehr Menschen der Schwarzarbeit nachgehen.

Das liegt daran, dass die Löhne und damit auch die Dienstleistungen teurer werden.

Welchen Mindestlohn zahlt man in der EU?

In der Europäischen Union gibt es inzwischen einige Länder, in denen ein so genannter Mindestlohn gezahlt wird. Der Mindestlohn ist je nach Land unterschiedlich hoch. Es gibt aber zum Beispiel mit Finnland oder Schweden auch Länder, in denen kein Mindestlohn gezahlt wird. Dies gilt auch für die Länder Österreich sowie für Italien.

Wer sich den Mindestlohn im Detail anschaut, der wird feststellen, dass es von West nach Ost ein Gefälle gibt. Einzelne Länder haben recht hohe Mindestlöhne, andere hingegen sehr niedrige.

Besonders hoch ist der Mindestlohn in Luxemburg, wo er bei 11,10 Euro je Stunde liegt.

Auch in Frankreich ist der Lohn mit mindestens 9,53 Euro je Stunde deutlich höher, als es in den meisten Ländern der Fall ist. Die Länder Niederlande und Belgien sind mit 9,11 sowie 9,10 Euro etwa gleichauf.

  • Die Mindestlöhne sind in Osteuropa sowie im Baltikum recht niedrig
  • Westeuropa wie z.B. Belgien, Frankreich, Niederlande, Luxemburg und Deutschland bieten hohe Mindestlöhne an
  • Die Mindestlöhne steigen mit der Zeit leicht an

Den niedrigsten Mindestlohn gibt es in Bulgarien mit 1,04 Euro je Stunde. In Rumänien liegt er bei 1,14 Euro und in Litauen bei 1,76 Euro. Die baltischen Staaten haben insgesamt einen vergleichsweisen niedrigen Mindestlohn. In Lettland liegt er bei 1,93 Euro und in Estland bei 2,13 Euro je Stunde. Auch in Polen ist der Mindestlohn mit 2,31 Euro deutlich niedriger, als es in Deutschland mit aktuell 9,19 Euro der Fall ist.

Zu beachten ist, dass die aktuellen Zahlen in den Ländern etwas höher ausfallen können, da sie zwischenzeitlich angepasst worden sind.

Welche Argumente nutzen die Befürworter des Mindestlohns?

Wer sich dazu entscheidet, den Mindestlohn zu unterstützen und zu befürworten, der geht meist davon aus, dass der Mindestlohn dafür sorgt, dass man in gewissen Berufen und Branchen nicht mehr von einer Lohnarmut betroffen ist.

Der Mindestlohn soll helfen, ein würdiges Leben zu leben und gleichzeitig natürlich auch genügend Netto zu erhalten, um davon bestens leben zu können.
Gleichzeitig soll der Mindestlohn dafür sorgen, dass der Staat entlastet wird.

Es ist davon auszugehen, dass höhere Einnahmen und höhere Löhne sowie Gehälter in jedem Fall dafür sorgen, dass weniger Menschen auf staatliche Hilfe angewiesen sind. Dieses Argument sorgt dafür, dass man den Mindestlohn fordert, damit die Menschen sich selbst ernähren können und keine Probleme haben.

  • Mehr Netto und mehr Lebensqualität durch höhere Löhne
  • Höhere Einnahmen = weniger Belastung für den Staat, da keine Unterstützung notwendig
  • Höherer Lohn = mehr Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Ein einfaches Argument, dass für den Mindestlohn spricht, ist die Steigerung der Produktivität.

Das bedeutet, dass Menschen, die einen Mindestlohn erhalten, in jedem Fall deutlich motivierter zur Arbeit gehen als Menschen, die eben keinen Mindestlohn erhalten und schlecht bezahlt werden. Wer gut bezahlt wird, ist mit seiner Arbeit meist deutlich zufriedener und freut sich mehr darüber, seinen Job zu machen. Produktivere und motiviertere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind das Ergebnis des Mindestlohnes auf einem fairen Niveau.

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