Mutterschutz – Karenzgeld & Karenz Modelle in Österreich 2019 – Meldefristen – Aktuelle Regelungen 2019 in Österreich – Fragen & Antworten

Ein Kind ist das schönste Geschenk auf der ganzen Welt. Allerdings vergessen viele werdende Mütter, dass die Erziehung alles andere als leicht werden wird. Die kosten dürfen auf gar keinen Fall unterschätzt werden.

Aus diesem Grund gibt es in Österreich sogenanntes Karenzgeld. Durch dieses Geld werden Mütter in ihrer Schwangerschaft finanziell unterstützt. Generell hat in Österreich jede werdende Mutter das Recht auf Mutterschutz.

Neben den Leistungen durch den Mutterschutz können nach den Schutzfristen zusätzlich noch Karenz beantragt werden. Diese kann maximal bis zum 36. Lebensmonat des Kindes erhalten werden. Was genau Karenzgeld ist, welche Besonderheiten es gibt und worauf zu achten ist, wird im folgenden Artikel erklärt.

Wichtig: Mutterschutz und Karenz Modelle in Österreich als Unterstützung nutzen!

Was ist Mutterschutz?

Um das Karenzgeld besser verstehen zu können, sollte zunächst der Begriff Mutterschutz erklärt werden. Beim Mutterschutz handelt es sich um ein Gesetz in Österreich, welches die Interessen von schwangeren Frauen wahren sollen. Das gilt vor allem für Arbeitnehmerinnen, die sich in einem Arbeitsverhältnis befinden. Der Mutterschutz dient folgenden Zwecken:

  • => Schutz vor ungerechter Behandlung im Beruf
  • => Maßnahmen, um die Gesundheit von Mutter und Kind zu bewahren

Deswegen spielt es im Mutterschutz keine Rolle, ob man für Teilzeit oder Vollzeit arbeitet. Außerdem gilt es auch für Lehrlinge sowie Frauen, die ihren Beruf von Zuhause aus ausüben. In Österreich hat jede schwangere Frau den Anspruch auf Mutterschutz.

Karenzgeld in Österreich

Alle Eltern im Österreich haben Anspruch auf Karenz, sofern sie sich nach der Geburt ihres Kindes von der Arbeit freistellen lassen. Anstatt des Arbeitsentgelts gibt es im Gegenzug das Kinderbetreuungsgeld, welches auch unter dem Namen Karenzgeld hört.

Laut Gesetz gibt es 5 unterschiedliche Karenzmodelle. Diese unterscheiden sich in Dauer sowie Höhe der Hilfe.

Ebenfalls werden für jede Stufe unterschiedliche Voraussetzungen notwendig. Welche Karenzmodelle es gibt, werden später erwähnt.

Antragsstellung für Karenzgeld?

Der Antrag auf Karenzgeld erfolgt auf schriftlichem Wege. Alternativ kann das persönliche Gespräch oder die Zusendung auf elektronischem Wege erfolgen. Die Meldung findet immer beim zuständigen Krankenversicherungsträger oder Gebietskrankenkasse statt.

Der Antrag muss frühestens am Tag der Geburt des Kindes gestellt werden.

Bei Adoptivkindern oder Pflegekindern ist es etwas anders. Dort wird der Antrag am Tag des Einzugs gewählt. Wer zuvor bereits Wochengeld bezogen hat, bekommt den Antrag automatisch per Post zugeschickt.

Hinweis: Das Kinderbetreuungsgeld wird nur maximal 6 Monate rückwirkend bezahlt. Hier sollte die Meldung also so schnell wie möglich erfolgen.

Diese Unterlagen werden beim Antrag benötigt

  • -> ausgefüllter Antrag zum Karenzgeld
  • -> Kopie der Geburtsurkunde

Sollte es sich beim Antragssteller um keinen österreichischen Staatsbürger handeln, müssen folgende Dokumente mitgebracht werden:

  • -> Aufenthaltstitel
  • -> Kopie des Reisepasses
  • -> EWR Anmeldebescheinigung
  • -> Asylablehnungsbescheid
  • -> Asylzuerkennungsbescheid

Welche Rechte entstehen während der Karenzzeit?

Während der sogenannten Karenzzeit können Betroffene gewisse gesetzliche Vorzüge genießen. Diese gelten vor allem für das Kündigungs- und Entlassungsgesetz. Hier gelten bis zum ersten Geburtstag des Babys die gleichen Vorschriften wie auch während der Schwangerschaft. Weiterhin lässt sich der Arbeitsvertrag nur erschwert kündigen und dazu benötigt es das “Ja” vom Arbeits- und Sozialgericht.

Außerdem bleibt der Schutz zur Krankenversicherung während des Bezugs von Kinderbetreuungsgeld aufrecht. In der Pensionsversicherung werden höchstens 45 Monate je Kind und das beginnend mit dem Geburtsmonat des Kindes berechnet. Allerdings muss man hier zuvor bereits Wochen- oder Kinderbetreuungsgeld bezogen haben.

Nicht vergessen werden darf die Berechnung von möglichem Weihnachtsgeld sowie Anspruch auf Urlaub. Jeder der Karenz bezieht hat nach wie vor Anspruch auf derartige Sonderleistungen.

Welche Karenzmodelle gibt es in Österreich?

In Österreich gibt es unterschiedliche Karenzmodelle. Diese sind von unterschiedlicher Dauer und verfügen über andere Bezugssätze. Im Großen und Ganzen gibt es 5 Karenzmodelle, die in pauschalisierte und einkommensabhängige Modelle eingeteilt werden.

pauschalisierte Karenzmodelle:

  • -> Karenzmodell 30 + 6
  • -> Karenzmodell 20 + 4
  • -> Karenzmodell 15 + 3
  • -> Karenzmodell 12 + 2

einkommensabhängiges Karenmodell

-> richtet sich nach der Höhe des Einkommens

  • 1) Karenzmodell 30 + 6
    Bei diesem Modell können Vater sowie Mutter insgesamt 36 Monate Karenz in Anspruch nehmen. Allerdings müssen hier beide Elternteile daran teilnehmen. Ansonsten beträgt die Dauer 30 Monate. Die Höhe beläuft sich auf 14,53 € pro Tag. Bei Mehrlingen sind es nochmals 7,27 € für jedes weitere Kind pro Tag. Ein großer Vorteil ist der lange Zeitraum, in denen Eltern für ihr Kind oder Kinder da sein können. Leider endet nach 24 Monaten die arbeitsrechtliche Karenz. Der geringe Tagessatz ist ebenfalls nicht zu vernachlässigen.
  • 2) Karenzmodell 20 + 4
    Bei diesem Modell beträgt die maximale Karenzzeit 24 Monate, sofern beide Elternteile daran teilnehmen. Wenn nicht, sind es 20 Monate. Der tägliche Betrag erhöht sich auf 20,80 €. Bei Mehrlingen sind es für jedes weitere Baby 10,40 € am Tag. Ein großer Vorteil des Modells sind die hohen Tagessätze. Auch lässt es sich besser mit dem Arbeitgeber vereinen, da diese ebenfalls eine Zeit von 24 Monaten haben. Allerdings bleibt weniger Zeit, um Zeit mit dem Kind zu verbringen.
  • 3) Karenzmodell 15 + 3
    Beim dritten Modell sind es 18 Monate. Sollte nur der Vater oder die Mutter in Karenz gehen, beträgt die Dauer 15 Monate. Hier kommt ein Betrag von 26,60 € pro Tag zustande und pro Mehrling 13,30 € mehr. Die Vor- und Nachteile sind im Grunde genommen dieselben wie beim Modell 2 nur mit dem Unterschied, dass man schneller wieder anfangen kann zu arbeiten.
  • 4) Karenzmodell 12 + 2
    Hier beläuft sich die Zeit von 12 auf maximal 14 Monaten. Aufgrund der kürzeren Karenzzeit beträgt die Unterstützung pro Kalendertag um die 33,00 €. Bei mehreren Kindern sind es nochmals 16,50 € mehr. Dabei handelt es sich außerdem um den höchsten Tagessatz. Ein Nachteil: Die Bezugsdauer ist nicht sonderlich lange.
  • 5) Einkommen Karenzmodell
    Das letzte Modell richtet sich nach dem Einkommen. Das macht vor allem für Eltern Sinn, die so schnell wie möglich wieder in ihren Beruf einsteigen wollen. Wer diese Variante wählt, erhält für etwa 14 Monate Karenz. Außerdem werden die Leistungen nach Höhe des Einkommens berechnet. Bei nur einem Elternteil beschränkt sich die Zeit auf 12 Monate. Im Endeffekt beträgt die Unterstützung etwa 80 Prozent des Nettoeinkommens. Dieser muss mindestens 1.000,00 € sein und darf die 2.000,00 € Grenze nicht überschreiten. Dadurch können Eltern relativ schnell wieder in ihren Beruf zurückfinden und ihre Arbeit verrichten. Leider muss für diese Möglichkeit eine sozialversicherungsbeschäftigte Tätigkeit vor der Geburt ausgeführt worden sein.

Fazit

Mutterschutz wird in Österreich sehr ernst genommen. Generell hat jede schwangere Frau das Recht auf Mutterschutz. Sobald das Kind geboren wurde, herrscht ein Anspruch auf Karenzgeld. Dieses kann aus insgesamt 5 unterschiedlichen Modellen ausgewählt werden.

Die Wahl sollte nach den persönlichen Bedürfnissen gerichtet werden. Manche wollen so viel Zeit mit ihrem Liebsten verbringen und andere wollen den Wiedereinstieg in den Beruf so schnell wie möglich vollziehen. Der Antrag erfolgt immer bei der zuständigen Krankenkasse per Mail, Telefon oder Fax. Ab dem Tag, an dem das Kind geboren wurde, sollte der Antrag eingehen. Ab dann kann die gemeinsame Zeit mit dem Kleinen genossen werden.

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