NoVA NEU 2020 in Österreich – Rechner & Berechnung der Normverbrauchsabgabe

Die Normverbrauchsabgabe 2020 – Steuerpflicht, Berechnung, Beispiele

1. Was ist die Normverbrauchsabgabe (NoVA)?

Die Normverbrauchsabgabe ist im Normverbrauchsabgabegesetz (NoVAG) von 1991 geregelt. Sie wird fällig bei dem Kauf eines PKWs, eines Motorrades oder eines Kombinationskraftwagens (z.B. Campingbusse und Kleinbusse).

Die NoVA wird von Autohändler beim Kauf des Kraftfahrzeugs vereinnahmt und an das Finanzamt abgeführt. Für den Fall, dass die NoVA bereits entrichtet wurde, das Fahrzeug aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen aber nicht angemeldet werden kann, hat der Käufer einen Vergütungsanspruch gegenüber dem Finanzamt. Der Anspruch besteht ab dem Tag der Zulassung für die nächsten fünf Jahre (§ 12 NoVAG).

Die Normverbrauchsabgabe wird nicht nur erhoben, wenn ein Kraftfahrzeug gekauft wird. Die Pflicht zur Zahlung der Abgabe tritt auch ein, wenn ein Fahrzeug im Rahmen einer Schenkung, durch eine Erbschaft oder durch Überführung zum ersten Mal in Österreich zugelassen wird.

Wird ein Fahrzeug durch Leasing übertragen, wird die NoVA nicht erhoben, weil der Tatbestand bereits erfüllt war, als das Kraftfahrzeug an das Leasingunternehmen geliefert wurde.

2. Neue Berechnung der NoVA ab 2020

Mit der Steuerreform 2020 wurde auch das Normverbrauchsabgabegesetz (NoVAG) novelliert. Die neuen Bestimmungen treten zum 01. Jänner 2020 in Kraft. Als Bemessungsgrundlage wird das neue Normverbrauchs-Messverfahren WLTP für alle Neuzulassungen herangezogen. Von dem neuen Abgasverfahren ist nicht nur die NoVA betroffen. Die motorbezogene Versicherungssteuer und der Sachbezug für die Privatnutzung von Firmenwagen werden ebenfalls neu geregelt.

Die sich bei dem Messverfahren ergebenden CO2-Messwerte bilden künftig die Basis für die Berechnung der Normverbrauchsabgabe. Durch die Änderung rechnen die Experten mit einer Erhöhung von 300 Euro im Schnitt. Für Kraftfahrzeuge, bei denen niedrige Emissionswerte gemessen werden, können mit einer geringeren Steuerbelastung rechnen.

Die Normverbrauchsabgabe wird bei der Zulassung des Kraftfahrzeugs erhoben. Der Fahrzeughalter eines Kraftfahrzeugs mit einer durchschnittlichen Umweltbelastung muss mit einem finanziellen Aufwand von mehreren hundert Euro rechnen. Bei leistungsstärkeren Pkws – z.B. einem SUV – kann die Belastung auf über tausend Euro ansteigen. Wer sich ein reines Elektroauto anschaffen möchte, muss die Abgabe nicht zahlen.

3. In welchen Fällen kann die alte Rechtslage noch angewandt werden?

Die alte Rechtslage hat in den folgenden Fällen noch Bestand:

  • Das Kraftfahrzeug wurde vor dem 01. Jänner 2020 auf dem Gebiet der Europäischen Union zugelassen.
  • War das Kraftfahrzeug bisher von der NoVA befreit, finden die Bestimmungen des neuen Rechts keine Anwendung.
  • Wird die CO2-Emission auch nach dem 31. Dezember 2019 nach dem Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ) ermittelt, gilt das alte Recht.

4. Welche Übergangsregelung gilt?

Nicht in jedem Fall sind die Bestimmungen der Neuerungen des NoVAG von jedem sofort zu erfüllen.

  • Eine Ausnahme gilt für den Kraftfahrzeughalter, der den Kaufvertrag für seinen Pkw vor dem 01. Dezember 2019 abgeschlossen hat.

Der Kaufvertrag muss unwiderruflich sein und in schriftlicher Form vorliegen. Eine zusätzliche Voraussetzung sieht vor, dass das Kraftfahrzeug bis zum 01. Juni 2020 erfolgt ist. Sind die Vorgaben erfüllt, kann der Fahrzeughalter zur Ermittlung der Normverbrauchsabgabe zwischen der alten und der neuen Berechnung wählen.

5. Welche Steuertatbestände erfasst das NoVAG?

Die Normverbrauchsabgabe wird fällig, wenn die folgenden Steuertatbestände erfüllt sind:

Die Lieferung eines Kraftfahrzeugs, das bisher nicht im Inland zugelassen war. Eine Ausnahme bildet die Lieferung eines Händlers an einen Unternehmer, wenn dieser es zu gewerblichen Zwecken nutzt.

Der Kauf des Kraftfahrzeugs beruht auf einem innergemeinschaftlichen Erwerb. Es sei denn, ein Autohändler hat es gekauft, um es an einen anderen Unternehmer weiter zu veräußern.

Die erstmalige Zulassung eines Kraftfahrzeugs im Inland. Von einer erstmaligen Zulassung wird auch dann ausgegangen, wenn das Fahrzeug bisher nicht den Regelungen der NoVA unterlag oder von der Steuer befreit war. Voraussetzung ist, dass die Steuerpflicht nicht schon durch anderen Sachverhalt – z.B. Eigenimport – gegeben war.

Wird bei einem Kraftfahrzeug die steuerbegünstigte Nutzung beendet, unterliegt das Kraftfahrzeug der Steuerpflicht, die sich aus dem NoVAG ergibt. Eine steuerbegünstigte Nutzung der Kraftfahrzeuge lag z.B. vor, wenn das Fahrzeug als Vorführwagen, als Fahrschulwagen oder als Einsatzfahrzeug für die Feuerwehr oder den Rettungsdienst verwendet wurde.

6. Die Entstehung und die Fälligkeit der Steuerschuld

Für die Entstehung der NoVA ist zu differenzieren, ob der Abgabenschuldner eine Privatperson oder ein Unternehmer ist, der das Fahrzeug für seine betriebliche Tätigkeit nutzt.

  • Wird das Fahrzeug im privaten Bereich genutzt, entsteht die Steuerschuld nach § 7 NoVAG mit der Zulassung des Kraftfahrzeugs. Wird das Fahrzeug aus dem Ausland importiert, ist eine Zulassung erst nach der Entrichtung der Verbrauchsabgabe möglich.

Die Zulassung muss von dem zuständigen Finanzamt bestätigt werden. Spätestens einen Monat nach der Zulassung muss dem Finanzamt die Anmeldung für das Kraftfahrzeug vorliegen. Die Abgabe ist bis zum Fälligkeitstag zu leisten.

Bei Unternehmern richtet sich die Entstehung der Normverbrauchsabgabe nach dem Umsatzsteuerverfahren. Wird das Fahrzeug an den Unternehmer geliefert, oder von ihm im Rahmen eines innergemeinschaftlichen Erwerbs gekauft, entsteht die Steuer mit dem Ablauf des Kalendermonats, in dem der Kauf getätigt wurde. Gleiches gilt bei dem privaten Eigenverbrauch. Spätestens bis zum 15. Tag des übernächsten Monats muss dem zuständigen Finanzamt die Anmeldung des Kraftfahrzeugs vorliegen und die Abgabe entrichtet werden.

7. Welche Fahrzeuge sind von der Steuerpflicht ausgenommen?

  • Als steuerfrei werden alle Ausfuhrlieferungen und alle Lieferungen in das Gebiet der Europäischen Union behandelt. Voraussetzung ist, dass dem zuständigen Finanzamt die Fahrzeugidentifizierungsnummer mitgeteilt wird.
  • Von der Besteuerung ausgenommen sind auch alle mehrspurigen Pkws und Kleinräder sowie alle Kraftfahrzeuge, die in erster Linie der Personenbeförderung dienen. Für einen Rennwagen, der elektrisch angetrieben wird, ist die Normverbrauchsabgabe nicht zu entrichten.

Die Steuerbefreiung wird auch gewährt, wenn es sich bei dem Kraftfahrzeug um einen Vorführwagen, ein Taxi oder einen Gästewagen handelt.

8. Wie ist die Steuervergütung geregelt?

Stellt sich nach Entrichtung der NoVA heraus, dass das Fahrzeug aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht im Inland zugelassen werden durfte, kann die NoVA vergütet werden.

Wer von der Vergütung profitieren möchte, muss binnen einer Frist von fünf Jahren bei seinem zuständigen Finanzamt einen schriftlichen Antrag stellen.

Die Vergütung kann auch beantragt werden, wenn der Zulassungsbesitzer das Kraftfahrzeug ins Ausland geliefert hat. Hierfür muss ein Nachweis erbracht werden.

9. Wer ist für die Abführung der NoVA verantwortlich?

Für die Abführung der NoVA ist der Unternehmer verantwortlich, der das Kraftfahrzeug liefert. Ist sein Kunde ein privater Endabnehmer, muss er die NoVA berechnen und den Betrag zusätzlich zum regulären Preis des Kraftfahrzeugs von dem Käufer fordern. Durch die Überwälzung der Steuer nimmt der Händler selber keinen wirtschaftlichen Schaden. Diesen trifft den Empfänger der Lieferung.

Liegt ein innergemeinschaftlicher Erwerb vor, ist der Erwerber der Zulassungsbesitzer. In diesem Fall ist er der Abgabenschuldner.

10. Welche Bemessungsgrundlage und welche Steuersätze sind relevant?

Im Fall der Lieferung oder bei einem innergemeinschaftlichen Erwerb stellt das umsatzsteuerliche Entgelt die Bemessungsgrundlage für die Ermittlung der NoVA dar. Das umsatzsteuerliche Entgelt ist der Nettokaufpreis.

Wird das Kraftfahrzeug durch einen Eigenimport in das Inland eingeführt oder tritt eine Nutzungsänderung ein, ist die Bemessungsgrundlage mit dem gemeinen Wert des Fahrzeugs identisch. Der gemeine Fahrzeugwert kann mithilfe der Euro-Tax-Liste ermittelt werden.

Die Steuersätze waren bisher abhängig von dem Fahrzeugtyp und dem Hubraum.

Handelt es sich um ein Kraftrad, beträgt der Steuersatz 0 Prozent, wenn der Hubraum nicht mehr als 125 ccm beträgt. Für alle anderen Fahrzeuge ist der Steuersatz von 20% maßgeblich.

Der Höchstsatz bei Kraftfahrzeugen liegt bei 32%. Die ermittelte Steuer kann um 350 Euro (Abzugsposten) vermindert werden. Auf diese Weise kann sich für den Zulassungsbesitzer eine Steuerentlastung ergeben.

Ab 2020 ist der gemessene CO2-Emissionswert die maßgebliche Größe, um die Höhe der Steuer festzustellen.

11. Welche Schritte sind bei NoVA-Pflicht erforderlich?

Der Abgabenpflichtige (dies ist der Autohändler) ermittelt bei dem Verkauf des Fahrzeugs die Höhe der Steuer. Spätestens bis zum 15. des übernächsten Monats (ausgehend vom Kaufvertrag) muss er die NoVA beim Finanzamt anmelden und abführen.

Für die NoVA ist das Finanzamt zuständig, dass die Umsatzsteuer erhebt. Im Fall eines innergemeinschaftlichen Erwerbs hat der Abgabenpflichtige sich an das Finanzamt zu wenden, in dessen Bezirk der Steuerpflichtige seinen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat.

Wurde das Fahrzeug von dem Zulassungsbesitzer in das Inland importiert, hat er nach der Zulassung des Kraftfahrzeugs einen Monat Zeit, um alle Anmelde und Fälligkeitsfristen zu erfüllen. In diesem Fall ist das Wohnsitzfinanzamt des Zulassungsbesitzers zuständig.

12. Beispiele zur Berechnung der NoVA

Beispiel 1

Ein Arbeitgeber kauft im August 2019 ein Kraftfahrzeug. Die Kosten betragen einschließlich Umsatzsteuer und NoVA 30.000 Euro. Die erstmalige Zulassung erfolgt noch im August 2019. Das Kraftfahrzeug wird einem Arbeitnehmer zur privaten Nutzung zur Verfügung gestellt. Der CO2-Wert wird mit 117 Gramm pro Kilometer gemessen.

Da die Zulassung in 2019 erfolgte, findet die alte Rechtslage noch Anwendung. Der CO2-Grenzwert für 2019 beträgt 121 Gramm pro Kilometer. Der monatliche Sachbezug wird auf 1,5% von 30.000 Euro festgelegt. Es ergibt sich ein Wert von 450 Euro. Diesen Betrag muss der Arbeitnehmer auch in den Folgejahren versteuern.

Beispiel 2

Der Arbeitgeber erwirbt das Kraftfahrzeug im Februar 2020. Der Kaufpreis betrug insgesamt 25.000 Euro. Bei der ersten Zulassung – im Juli 2017 – hatte das Fahrzeug einen nachgewiesenen Wert von 40.000 Euro. Der CO2-Wert beträgt 129 Gramm pro Kilometer. Da die Erstzulassung vor der Novellierung der NoVA erfolgte, kommt die alte Rechtslage zur Anwendung. Maßgeblich ist in diesem Fall ein CO2-Emissionswert von 127 Gramm. Der monatliche Sachbezug beträgt 1,5% von 40.000 Euro. In diesem Fall muss ein monatlicher Betrag von 600 Euro versteuert werden.

Beispiel 3

Der Arbeitgeber erwirbt das Kraftfahrzeug im März 2020. Es handelt sich um einen Neuwagen, der zum ersten Mal zugelassen wird. Die erste Zulassung erfolgt im April 2020. Die Anschaffungskosten betragen 25.000 Euro. Der CO2-Emissionswert wir nach dem neuen Messverfahren WLTP ermittelt. Er beträgt 133 Gramm pro Kilometer.

Würde dieser Fall nach der alten Rechtslage beurteilt werden, wäre ein CO2-Emissionswert von 188 Gramm maßgeblich. Es ergäbe sich ein Sachbezugswert von 1,5% von 25.000 Euro. Der Sachbezug läge in diesem Fall bei 375 Euro monatlich. Durch die Anwendung der neuen Rechtslage ist aber der höhere Sachbezugswert von 2% relevant. Der monatlich zu versteuernde Betrag liegt bei 500 Euro.

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Comments

  1. Thomas Zatschek says:

    Die NovA war und ist eine Frechheit die den österreichischen Markt für so manchen Fahrzeughersteller lächerlich erscheinen lässt, z.B. bei Wohnmobilen schadet sie sehr dem Neukauf was eine wirtschaftliche Entwicklung sehr hemmt.

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