Oldtimer als Wertanlage – Preise, Wertsteigerung

Die durchschnittlichen Zinsen, die man auf die Bank für seine Sparbucheinlage bekommt, sind noch nicht mal das Papier wert. Aktien haben sich in der Vergangenheit nicht unbedingt als verlässlich erwiesen und Hedge Fonds sind nur etwas für besonders Verwegene, die einen gewissen Hang zur Selbstzerstörung aufweisen.

Wer also den herkömmlichen, klassischen Anlagewerten, aus verständlichen Gründen nicht vertrauen möchte, dem bleibt immer noch der seit Langem anhaltende Trend in Oldtimer zu investieren.

Hierbei gilt es aber ein paar Dinge zu beachten. Abgesehen davon das nicht jede Rostlaube in Nachbars Garten als gewinnbringender Oldtimer angesehen werden kann.

Sichere Gewinnsteigerung oder leere Versprechen?

Tatsache ist, dass Oldtimer zu jenen Anlageobjekten gehören, mit welchen sich satte Gewinne erzielen lassen. Einer der hauptsächlichen Voraussetzungen ist natürlich, dass man solch einen sein Eigentum nennt.

PAAREN IM GLIEN, GERMANY - MAY 19, 2018: Muscle car Ford Mustang Mach 1, 1973. Die Oldtimer Show 2018. , Bigstockphoto.com

PAAREN IM GLIEN, GERMANY – MAY 19, 2018: Muscle car Ford Mustang Mach 1, 1973. Die Oldtimer Show 2018. , Bigstockphoto.com – Stockfoto-ID: 269829205
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Aber einmal angenommen, man hat einen solchen in seinem Besitz. Wobei nicht die Rede ist von jenem von Rost zerfressenem Teil, das im eigenen Garten darauf wartet, endlich abtransportiert zu werden. Wer sich also mit der Erwartung trägt für seinen alten Käfer aus dem Jahre 95 eine Stange Geld zu bekommen, wird aller Wahrscheinlichkeit nach enttäuscht sein.

Vor allem, wenn er die Kosten für den Abtransport zum nächsten Autofriedhof zu Gesicht bekommt. Es darf aber gehofft werden. Denn, Oldtimer-Wunder geschehen immer wieder. Und manchmal geschehen diese an den unglaublichsten Orten.

So wurde zum Beispiel eine ganze Sammlung auf dem Grundstück eines pleite gegangenen Ex-Millionärs entdeckt. Unter Türmen von anderem alten Zeug fand man rund 16 (wahre) Oldtimer, die bei einer darauffolgenden Auktion etwas mehr als 18, 5 Millionen Euro erzielten. An dieser Stelle stellt sich die Frage, was einen Oldtimer eigentlich so wertvoll macht.

Nur das Original zählt

Ein Oldtimer wird nur dann als solcher angesehen, wenn er zur Gänze aus Originalteilen besteht. Ersatzteile die zwanzig Jahre später erzeugt wurden und die dem guten Stück eingepflanzt wurden, mindern den Wert eines Oldtimers gleich um das Vielfache.

Womit wir schon beim zweiten wichtigen Punkt angekommen wären. Ein Oldtimer der zur Gänze aus alten Originalteilen besteht, möchte gepflegt und gefahren werden.

Ein Oldtimer, der Jahr für Jahr nur in der Garage gestanden hat, weist Standschäden auf. Welche den Wert ebenso mindern wie nachlässige oder gar keine Pflege. Ein solches Altzeiten-Gerät kann noch so alt sein, wenn er von Rost zerfressen ist, wird sich kein noch so begeisterter und leidenschaftlicher Sammlung finden der dafür sein Scheckheft zückt.

Seltenheit lautet die Maxime

Wie bei so vielen anderen Sammlerleidenschaften auch, zählt vor allem eines. Die Seltenheit. Dies bedeutet je seltener ein Oldtimer ist, desto höher wird sein Preis ausfallen.

Vorausgesetzt man ließ ihm die ihm zukommende Pflege und Fürsorge angedeihen. So hat zum Beispiel bei einer Auktion im englischen Oxford ein Ferrari 250 GTO den sagenhaften Preis von 38, 1 Millionen Euro erreicht. Diese Summe wurde dann bei der nächsten Auktion der Anfangspreis.

Amerikaner in Blech

Eine weitere Sparte an Oldtimern welche regelmäßig dafür sorgen, dass die Auktionspreise in die Höhe schnellen, sind die sogenannten amerikanischen Pony Cars aus den 70er Jahren. Diese zeichnen sich vor allem durch großvolumige Motoren aus.

Im Land der mittlerweile begrenzten Möglichkeiten wo man sich spätestens alle zwei Jahre ein neues Auto besorgt, zählen diese zu den begehrtesten Oldtimern. Wobei Wertzuwächse in 6-stelliger Höhe zu erwarten sind.

Vorausgesetzt man nennt so viel Glück sein eigen, welches Voraussetzung dafür ist um solch ein Gefährt zu finden. Benötigt wird unter anderem auch Geduld! Oldtimer haben die Angewohnheit eher selten gefunden zu werden.

Augen offen halten kann sich hierbei aber als lohnend herausstellen. So wurde unter anderem ein Ford Mustang aus den Jahre 1974 in einem niederösterreichischen Hinterhof entdeckt. Der Besitzer hielt das gute Stück schön gepflegt.

Nicht darauf vergessend das es auch bewegt werden wollte. Ein Sammler erspähte das gute Stück und bot dem Inhaber eine mehr als stattliche Summe an. Fakt ist das die Wertsteigerung bei amerikanischen Ponys bei kräftigen 180 Prozent zu liegen kommt.

Wissen ist Macht

Wie bereits zählt ein 20 Jahr alter rostiger Käfer noch nicht zur Edelgattung Oldtimer. Wer also denkt, dass die Entdeckung eines solchen schon zu Reichtum verhilft, der irrt. Expertenwissen ist gefragt. Welches nur durch Erfahrung und das sich beschäftigen mit dem Thema aneignen lässt. Zum Thema Experten sei noch eines gesagt.

Sollte man wirklich in der Lage sein an ein edles, weil altes und originelles Teil zu kommen, sollte man eine etwaig notwendige Restaurierung und Instandsetzung nur von einem Experten vornehmen lassen.

Nur dieser weiß, wo er eventuell vorhandene Originalteile herbekommt, wie diese zu behandeln sind und welche Werkzeuge er verwenden darf. Einen Jaguar E-Type, welche man mit ein wenig Glück noch finden kann, sollte man also nicht in die nächste Toyota Werkstätte bringen. Japanische Akzente an einem englischen Aristokraten machen sich einfach nicht gut aus.

Prominent in jeder Beziehung

Der Wert eines Oldtimers, der sich in einem gut erhaltenen Zustand befindet und zudem auch noch einen prominenten Vorbesitzer aufzuweisen hat, kann zu Recht als Renditeobjekt angesehen werden.

So zum Beispiel jener VW Bulli der T2-Reihe mit welchem ein gewisser Joe Walsh, ein Bandmitglied der amerikanischen Gruppe »The Eagles« durch die kalifornischen Lande gefahren ist. Dieser erreicht einer Auktion im kalifornischen Sacramento eine zweistellige Millionensumme. Nicht schlecht für einen Oldtimer der ursprünglich als reines Familien- und Hippie Auto angesehen wurde.

Vorausgesetzt man besitzt das nötige Fachwissen, kann ein wenig auf sein Glück vertrauen und besitzt das nötige Kleingeld, um sich dem Thema Oldtimer zuzuwenden, besteht ohne Weiteres die Möglichkeit mit Oldtimern Gewinne zu erzielen. Auktionen stellen immer wieder unter Beweis das dieser Markt (und als solcher muss er bezeichnet werden) zu beachtlichen Gewinnen verhelfen kann.

Quellen:

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