Oldtimer Versicherung in Österreich – Anbieter, Vorteile, Kosten

Bei Oldtimern handelt es sich um historische Fahrzeuge, die auf Grund ihrer Rarität und des einzigartigen Designs einen besonders hohen Wert haben.

Grundsätzliche gelten nicht alle älteren Fahrzeuge als Oldtimer. Vielmehr muss das Fahrzeug mindestens 25 Jahre alt sein, um den Titel Oldtimer in Österreich zu erlangen. Darüber hinaus muss das Fahrzeug in einem guten allgemeinen Zustand und fahrtüchtig sein. Dies muss von einer zugelassenen Prüfstelle vorab amtlich bestätigt worden sein.

Zudem darf der Oldtimer im Laufe der Zeit nicht baulich verändert worden sein, um als echter Originaloldtimer zu gelten. Selbst für notwendige Reparaturen dürfen nur originalgetreue oder zeitgenössische Ersatzteile genutzt werden.

Nach der erfolgreichen Einstufung als Oldtimer erhalten die Fahrzeuge dann in Österreich ein Sonderkennzeichen und sind amtlich als „Kulturgut“ klassifiziert.
Die meisten Besitzer von Oldtimern sind nicht daran interessiert, ihr wertvolles Sammlerstück zu verkaufen, da dieses einzigartig ist und als beliebtes Statussymbol gilt.

RAMAT-GAN ISRAEL – OCTOBER 6 2017: Vintage Chevrolet C10 pickup 1964 presented on annual oldtimer car show Israel

Zudem handelt es sich bei den Oldtimern sowohl um ein ganz normale Nutzfahrzeuge, die zum Beispiel für eine Spritztour in den Urlaub genutzt werden können als auch um eine begehrte Kapitalanlage.

Der österreichische Staat unterstützt historische Fahrzeuge mit der Gewährung einer besonders niedrigen Kfz-Steuer und technischen Zugeständnissen: So wird bei Oldtimern auf die sonst übliche Anschnallpflicht verzichtet, wenn das Fahrzeug bereits bei der Fertigung nicht über ein Gurtsystem verfügt hat.

Auch sind Oldtimer von den EU-Richtlinien zur Feinstaubeinsparung befreit, so dass teure technische Aufrüstungen überflüssig werden. Zudem dürfen die Oldtimer in Innenstädten fahren, auch wenn in diesen eigentlich eine Feinstaubplakette verlangt wird.

Warum der Abschluss einer Oldtimerversicherung besonders empfehlenswert ist

Um den Wert eines Oldtimers bestmöglich zu schützen und zu erhalten, ist es ratsam, eine spezielle Versicherung für Oldtimer abzuschließen. Diese kann den Oldtimer Besitzer effektiv vor enormen finanziellen Einbußen im Falle eines Verkehrsunfalls oder in Form von mutwilliger Beschädigung schützen.

Gerade bei Oldtimern sind Reparatur- und Instandhaltungskosten nach einem unvorhersehbaren Ereignis auf Grund der Rarität der Ersatzteile und des aufwendigen Reparaturprozesses besonders hoch.
Neben den regulären Kfz-Versicherungstarifen bieten die Autoversicherungen in der Regel auch spezielle Oldtimertarife an, welche im Falle eines Schadens die finanziellen Einbußen teilweise oder sogar komplett übernehmen.

Um eine Oldtimerversicherung abschließen zu können, muss der Besitzer des Fahrzeugs nachweisen können, dass dieses mindestens 25 bis 30 Jahre alt ist und dass ein weiteres Fahrzeug für den Alltag vorhanden ist.

Die unterschiedlichen Versicherungstypen

Grundsätzlich werden Oldtimer in Vor- und in Nachkriegszeitoldtimer eingeteilt. Der Zweite Weltkrieg bildet dabei die Unterteilungslinie zwischen einem flotten Sportwagen (zum Beispiel dem Alvis Speed Twenty Five, Baujahr 1936 bis 1940) und einem widerstandsfähigen Roadster (beispielsweise dem MG A aus den Jahren 1955 bis 1962).

Die Gruppe der sogenannten „Alltagsoldtimer“ hingegen repräsentiert Fahrzeuge, wie zum Beispiel den Daimler-Benz 170 DS, die das ganze Jahr über gesichert und unter besten Bedingungen untergebracht sind. Lediglich für Messen oder Rallys verlassen diese Fahrzeuge ihren Unterstand.

Dann gibt es noch die klassischen Oldtimer, wie zum Beispiel den Opel Kadett, den VW Gold oder den Ford Capri. Diese Fahrzeuge werden von den Besitzern regelmäßig für Sonntagsfahrten oder kleinere Ausflüge genutzt.

Je nach Art und Häufigkeit der Nutzung des Oldtimers wird der passende Versicherungstarif ermittelt.

Wird das Fahrzeug für alltägliche Fahrten genutzt, so ist der Abschluss einer Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben. Ob eine Kaskoversicherung nötig ist, ist vor allem vom Marktwert des Oldtimers abhängig. So kann die Teilkasko effektiv vor Schäden aus Bränden, Diebstahl, Sturm oder ähnlichen Vorkommnissen schützen. Viele Versicherungsunternehmen bieten darüber hinaus auch Zusatzoptionen an, die den Oldtimer beispielsweise vor Vandalismus und Transportschäden schützen.

Viele Besitzer von Oldtimern, die ihre Fahrzeuge nur für Fahrten zu Messen oder Oldtimer-Treffen nutzen, verzichten auf einen freiwilligen Versicherungsschutz. Auf Grund möglicher Gefahren im Straßenverkehr gerade bei sehr seltenen Fahrten (auf Grund mangelnder Bedienungs- und Fahrroutine), raten Versicherungsexperten jedoch dazu, auch diese Fahrzeuge unbedingt bestmöglich zu versichern und die finanziellen Fallstricke im Schadensfall vorab nicht zu ignorieren.

Ein vollumfänglicher Versicherungsschutz eignet sich insbesondere für die sogenannten „Alltagsoldtimer“. Parallel zu den Leistungen der Teilkasko sind über der Vollkasko zudem auch sämtliche selbstverschuldeten Schäden mitversichert.

Die Suche nach einem Versicherer

Da der Markt der Versicherungsunternehmen gerade in den letzten Jahren durch die steigende Anzahl reiner Online Versicherer regelrecht „überschwemmt“ wurde, ist es ratsam, vor dem verbindlichen Abschluss einer Oldtimer Versicherung die unterschiedlichen Angebote der Versicherer intensiv miteinander zu vergleichen. Gerade in Bezug auf die Prämien und auf die Leistungen im tatsächlichen Schadensfall gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen Versicherungsfirmen.

Wie hoch kann der Oldtimer versichert werden?

Um die Versicherungssumme ermitteln zu können, wird in der Regel der Marktwert des Oldtimers gemäß eigenen Einschätzungen oder gemäß eines professionellen Gutachtens betrachtet. Eine eventuelle Marktwertsteigerung in der letzten Zeit sollte ebenfalls nicht unbeachtet bleiben.

Unter einem sogenannten „Wiederherstellungswert“, welcher in den meisten Versicherungsverträgen aufgeführt ist, ist der Wert zu verstehen, der aufgewendet werden muss, um ein beschädigtes Fahrzeug wieder in den vorherigen und restaurierten Zustand zu versetzen.

Die Berücksichtigung des Marktwertes reicht hier meist nicht aus. Viele Versicherungen bieten deshalb einen Schutz vor den tatsächlichen Kosten an, die nach einem Schaden auf den Eigentümer des Oldtimers zukommen.

Interessierte Versicherungsnehmer sollten außerdem beachten, dass viele Versicherungsunternehmen für Oldtimer-Sammlungen Spezialtarife anbieten. Der Abschluss eines solchen Spezialtarifs ist in der Regel günstiger als der Abschluss einer einzelnen Versicherung für jedes Fahrzeug. Auch hierzu lohnt sich ein ausführlicher Vergleich der Angebote der einzelnen Versicherer vor dem verbindlichen Abschluss des Vertrages.

Die Kosten für eine Oldtimer Versicherung

Da der Wert von Oldtimern sehr stark variieren kann, lässt sich vorab nur schwer bestimmen, wie hoch genau die Kosten für den Abschluss einer Oldtimer Versicherung sind. Jeder Versicherungstarif ist daher genauso individuell wie das Fahrzeug selbst.

Was tun im Schadensfall?

Im Schadensfall sollten Versicherungsnehmer unbedingt darauf achten, ihren Schaden unverzüglich beim Versicherungsunternehmen zu melden. Für Wochenenden und Feiertage stehen hierfür primär die Kontaktmöglichkeiten Anruf auf der Hotline, Kontaktformular (meist auf den Websites der Versicherungsanbieter aufrufbar) und E-Mail zur Verfügung.
Der Schaden kann durchaus erst einmal ohne Belege angezeigt werden, Nachweise können immer noch nachgereicht werden (dies sollte jedoch auch natürlich so schnell wie möglich erfolgen).

Um den Schaden möglichst genau nachweisen zu können, sollten Fotos und Videos von diesem angefertigt werden. Auch sollte im Schadensfall darauf geachtet werden, dass die Kontaktdaten möglicher Zeugen aufgenommen werden, so dass bei diesen im Zweifelsfall unproblematisch noch einmal nachgefragt werden kann.

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