Pflegegeld 2018 in Österreich – Anspruch, Höhe, Pflegestufen

Wie hoch ist das Pflegegeld in Österreich?

Die Höhe an Pflegegeld die Angehörige für die Unterstützung bei der Pflege erhalten ist abhängig von der jeweiligen Pflegegeld Stufe.

Während man auf Stufe 1 157,30 Euro erhält gibt es bei der Pflegestufe 7 und einem entsprechenden Pflegebedarf von mehr als 180 Stunden monatlich und den zusätzlichen Voraussetzungen Pflegegeld in Höhe von 1.688,90 Euro monatlich.

Pflegegeld Erhöhung 2018?

Laut aktuellen Informationen wurde/wird das Pflegegeld im Jahr 2018 NICHT erhöht.

Was sind Pflegestufen?

Update: Die aktuelle Regierung möchte bis zum Ende der Legislaturperiode ein Konzept für die langfristige Finanzierung der Pflege vorlegen. Geplant ist eine Reform der 24 Stunden Betreuung sowie eine Erhöhung für das Pflegegeld ab Stufe 4.

Die jeweilige Pflegestufe bestimmt den Bedarf an Pflege der jeweiligen Person, die Einstufung erfolgt durch ein Sachverständigengutachten im Rahmen von einem Hausbesuch.

Die Pflegestufen sind in 7 Stufen eingeteilt und beziehen sich neben bestimmten Voraussetzungen auch auf das zeitliche Ausmaß der notwendigen Pflege zwischen Pflegestufe 1 (mehr als 60 Stunden) und Pflegestufe 7 (mehr als 180 Stunden). An der jeweiligen Pflegestufe orientiert sich die Höhe des Pflegegeldes.

Aktuell liegt der Bedarf für konstante Pflege in Österreich bei ca 440.000 Personen.

Das Thema Pflegebedürftigkeit sowie Pflegeld und Förderungen bzw Unterstützungen im Bereich Pflege sind somit in Österreich zentraler geworden. In Österreich gibt es ein zentrales System für die Pflegevorsorge – Gestützt durch das Bundespflegegeldgesetz.

Das Pflegegeld 2017 in Österreich ist als Unterstützung zur Organisation der Pflege nach den eigenen Bedürfnissen gedacht und gilt als zweckgebundene Leistung um Mehraufwendungen durch die Pflege abzudecken.

Pflegegeld Rechner 2017 für Österreich

Welches Ziel hat das Pflegeld in Österreich?

Diese Unterstützung ermöglicht es, pflegebedürftigen Menschen ein größeres Maß an Unabhängigkeit zu gewähren und wen möglich einen längeren Verbleib zu Hause (in der gewohnten Umgebung) finanziell zu Unterstützung. Das Pflegegeld stellt hierbei keine Einkommenserhöhung da und gilt als pauschalierter Beitrag zu den Kosten für die erforderliche Pflege. Auch die Tabelle über die Pflegestufen in Österreich informiert über das Geld – Einfach im Ratgeber informieren! Die aktuelle Pflegeld Höhe 2017 hat sich gegenüber 2016 etwas erhöht.

Welche Voraussetzungen bestehen für das Pflegegeld?

Um einen Anspruch auf die Auszahlung des Geldes zu haben, sind bestimmte Voraussetzungen notwendig – Diese werden vorab auch geprüft. Das Pflegeld bzw die Höhe wird je nach Pflegebedarf und Ursache für die Pflege-Bedürftigkeit in sieben Stufen festgelegt.

  • ständiger Hilfsbedarf und Betreuungsbedarf aufgrund einer geistigen, körperlichen oder psychischen Behinderung bzw Sinnesbehinderung; voraussichtliche Dauer Minium 6 Monate
  • ständiger Bedarf an Pflege von mehr als 60 Stunden monatlich
  • gewöhnlicher Aufenthalt in Österreich – Je nach Voraussetzung kann eine Gewährung des Geldes jedoch auch im EWR Raum erfolgen

Wann ist der Pflegebedarf gegeben?

Dieser Bedarf ist dann gegeben (im Sinne der Gesetze) wenn bei Maßnahmen für die Betreuung und auch bei Hilfsverrichtungen im persönlichen Bereich, wie Kochen, Einnahme von Medikamenten, Körperpflege oder Fortbewegung in der Wohnung Unterstützung notwendig ist. Hilfsverrichtungen betreffen hingegen den sachlichen Lebensbereich.

Wie erfolgt die Beurteilung des Pflegebedarfs?

  • Um diesen Bedarf sinnvoll zu beurteilen, werden fünf Hilfsverrichtungen berücksichtig:
  • Das Herbeischaffen von Medikamenten, Nahrungsmitteln und Bedarfsgütern
  • die Reinigung der Wohnumgebung sowie persönlicher Gebrauchsgegenstände
  • die Pflege/Reinigung der Bettwäsche/Leibwäsche
  • Das Heizen des Wohnraumes (inklusive Herbeischaffung von Heiz-Material)
  • die Mobilitätshilfe/Begleitung bei Amtswegen oder Besuchen beim Arzt

Im Rahmen der Beurteilung für den Pflegebedarf werden hier Zeitwerte berücksichtigt und zu einer Gesamt-Beurteilung zusammengefasst. Zusätzlich ist ein Erschwerniszuschlag geltend zu machen, wenn pflege-erschwerende Faktoren eintreten.

  • Pauschaler Erschwerniszuschlag bei schwerer geistiger/psychischer Behinderung – 25 Stunden pro Monat. Faktoren: Defizite im Denken, Umsetzung von Handlungen, emotionale Kontrolle
  • Erschwerniszuschlag bei Kindern: Bei 2 schweren Funktionsstörungen, bis zum 7. Lebensjahr monatlich 50 Stunden, bis zum vollendeten 15. Lebensjahr 75 Stunden pro Monat

Wenn eine Pflege/Blindenzulage oder eine erhöhte Familienbeihilfe bei erheblich behinderten Kinder ausgezahlt werden, erfolgt hierbei eine Anrechnung dieser Leistungen auf das Pflegeld.

nursing home

Wann erfolgt eine fixe Zuordnung zu einer Pflegestufe?

Bei bestimmten Gruppen von Personen wird ein weitgehend gleichartiger Pflegebedarf angenommen, daher erfolgt hierbei eine fixe Zuordnung zu den Pflegegeld Stufen. Die Entscheidung zur Zuordnung wird durch ein Sachverständigengutachten im Rahmen eines Hausbesuches (durch Arzt/Ärtzin) oder einer diplomierten Pflegefachkraft durchgeführt.

Auch pflegende Angehörige dürfen bei diesem Besuch anwesend sein und zusätzliche Auskünfte geben, beispielsweise zum Alltag und Betreuungsaufwand. Bei einer stationären Kontrolle (bei Reisefähigkeit) wird auch das jeweilige Pflegep

Diese Personengruppen beeinhalten:

  • Hochgradig Sehbehinderte
  • Blinde
  • Taubblinde
  • Personen, die das 14. Lebensjahr vollendet haben und zur eigenständigen Lebensführung überwiegend auf den selbstständigen Gebrauch eines – auch technisch adaptierten – Rollstuhles angewiesen sind, und zwar wegen einer
    • Querschnittlähmung
    • Beidseitigen Beinamputation
    • Genetischen Muskeldystrophie
    • Encephalitis disseminata (Multiplen Sklerose)
    • Infantilen Cerebralparese

Antrag auf Pflegeld in Österreich

Ein Antrag für die Erteilung von Pflegeld kann formlos eingebracht worden. Wenn ein Antrag hierbei an eine nicht zuständige Stelle kommt, hat diese eine Verpflicht dazu, diese an den jeweiligen Entscheidungsträger weiterzugeben. Wenn es bereits Atteste oder Befunde von einem Krankenhaus gibt ist es sinnvoll, diese dem Antrag beizulegen.

Die Formulare für den Antrag gibt es unter https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/formularcontext?p.execution=e1s1&gentics.ts=1412929207&Formularauswahl:_idcl=Formularauswahl_j_id41content_FormularSuche  – Inklusive weiteren Hintergrund-Informationen.

  • Zuständigkeit für den Antrag – Die Einbringung für den Antrag muss beim zuständigen Versicherungsträger eingereicht werden. Dies ist die Stelle, von der auch die Pension bzw. Rente ausbezahlt wird, beispielsweise die PVA (Pensionsversicherungsanstalt) oder der BVA Pensionsservice.

Auch ein Antrag auf eine Erhöhung ist an diese Stelle zu richten (bei einer Änderung der Ausgangslage/des Pflebedarfs).

Pflegegeld Stufen 2017 & Pflegegeld Höhe in Österreich

Die Höhe richtet sich hierbei nach den benötigten Stunden. Um Pflegeld zu erhalten ist es notwendig, einen Pflegebedarf von mehr als 60 Stunden im Monat zu haben. Die notwendige Stundenzahl wird durch die Begutachtung/Festlegung durch den Arzt/Ärztin bzw einer Pflegefachtkraft festgelegt.

Pflegegeld Tabelle 2017 für Österreich – Stufen

Pflegebedarf (monatliche Stunden)PflegestufeEuro (netto)
Mehr als 60 Stunden1157,30 Euro
Mehr als 85 Stunden2290,00 Euro
Mehr als 120 Stunden3451,80 Euro
Mehr als 160 Stunden4677,60 Euro
Mehr als 180 Stunden, wenn

  • ein außergewöhnlicher Pflegeaufwand erforderlich ist
5920,30 Euro
Mehr als 180 Stunden, wenn

  • zeitlich unkoordinierbare Betreuungsmaßnahmen erforderlich sind und diese regelmäßig während des Tages und der Nacht zu erbringen sind oder
  • die dauernde Anwesenheit einer Pflegeperson während des Tages und der Nacht erforderlich ist, weil die Wahrscheinlichkeit einer Eigen- oder Fremdgefährdung gegeben ist
61.285,20 Euro
Mehr als 180 Stunden, wenn

  • keine zielgerichteten Bewegungen der vier Extremitäten mit funktioneller Umsetzung möglich sind oder
  • ein gleich zu achtender Zustand vorliegt
71.688,90 Euro

Information: Vom Pflegegeld werden keine Lohnsteuer und kein Krankenversicherungsbeitrag abgezogen.

Während dem Aufenthalt im Krankenhaus oder während eine Kur wird das Pflegeld ruhend gestellt, wenn hier die Aufenthaltskosten durch einen Sozialversicherungsträger (in- oder ausländisch), den Bund, einen Landesgesundheitsfonds oder eine Krankenfürsorgeanstalt getragen wird. Unter bestimmten Umständen kann jedoch ein Bezug weiter erfolgen.

Quelle & Tabelle: https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/36/Seite.360516.html

Geplante Änderungen im Bundespflegegesetz

  • Höheres Pflegeld in allen Stufen ab 1. Jänner 2016
  • Absicherung der Finanzierung im Pflege-Vorsorgesystem
  • Mehr Hausbesuche & Beratung von pflegenden Angehörigen
  • Mehr Online-Infoangebot
  • Datenschutz-Bestimmungen für die 24 Studnen Pflege

Diese Änderungen sind aktuell in Begutachtung, ein Inkrafttreten der Änderungen ist mit 1. Jänner 2015 geplant, die Beitragserhöhung ab 2016.

Förderung der 24 Stunden Betreuung in Österreich – Förderhöhe

Wenn eine Betreuung rund um die Uhr notwendig ist, gibt es bei Pflegeld ab Stufe 3 und bei einem Nettoeinkommen unter 2500 Euro monatlich die Möglichkeit auf eine Förderung. Hierbei muss die Qualifizierung für die Betreuungskraft nachgewiesen werden durch:

  •   über eine theoretische Ausbildung verfügt, die im Wesentlichen jener einer Heimhelferin/eines Heimhelfers entspricht, oder
  •  seit mindestens sechs Monaten die Betreuung der pflegebedürftigen Person sachgerecht durchgeführt hat (im Sinne des Hausbetreuungsgesetzes oder gemäß § 159 Gewerbeordnung) oder
  •  bestimmte pflegerische und/oder ärztliche Tätigkeiten nach Anordnung, Unterweisung und unter der Kontrolle einer diplomierten Pflegekraft bzw. einer Ärztin/eines Arztes ausübt (Befugnis gemäß § 3b oder § 15 Abs. 7 des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes oder gemäß § 50b des Ärztegesetzes).

Die Förderhöhe liegt hierbei bei  275 Euro pro Monat und Betreuungskraft & maximal 550 Euro pro Monat (dies entspricht zwei Betreuungskräften)

Quellen & Details:

 

Welche Rolle spielt das Pflegegeld in Österreich, wenn ich mich im EU Ausland pflegen lasse?

Es besteht die Option, dass das Pflegegeld in Österreich auch im EU Ausland genutzt werden kann. Viele Menschen denken darüber nach, ob sie während ihres Pflegeaufenthaltes nicht in Österreich, sondern im EU Ausland leben sollen.

Für Fragestellungen wie diese gilt in Österreich das so genannte Bundespflegegeldgesetz, welches durch das Kürzel BPGG abgekürzt wird. Es ist anzumerken, dass wenn eine Person, die pflegebedürftig ist und in Österreich eine Rente bzw. Pension bezieht und keine Rentenleistung im Aufenthaltsland (z.B. EU Ausland) bezieht, der österreichische Krankenversicherungsträger bei Krankheit zuständig ist.

Konkret bedeutet dies, dass jemand, der in Österreich eine Rente bezieht, oder eine Pension, auch in z.B. dem Land Ungarn leben darf und sich hier pflegen lassen darf, wenn er erkrankt.

Warum ist die Pflege, bzw. der Krankenaufenthalt im Ausland so beliebt?

In vielen Fällen ist die Pflege in Österreich deutlich teurer, als es im Ausland der Fall ist. Das bedeutet konkret, dass ein Patient, der Langzeit erkrankt ist, in Österreich deutlich höhere Kosten zu erwarten hat und oftmals ein weniger intensives Pflegeangebot wahrnehmen kann, als es im benachbarten EU Ausland der Fall ist.

Gerade in Ungarn, Tschechien und anderen Ländern, die unmittelbar an Österreich grenzen, ist es möglich, dass entsprechend mehr Leistungen für das gleiche Geld erwartet werden können.

Das bedeutet, dass es durchaus interessant sein kann, das Pflegegeld im Ausland in Anspruch zu nehmen, bzw. in einem Pflegehaus im Ausland zu leben. In vielen Fällen gibt es Pflegestellen und Krankenhäuser im Ausland, die gar nicht so weit von der Grenze zu Österreich entfernt sind.

Dies hat den großen Vorteil, dass die Nähe zur Heimat in Österreich besteht und zum Beispiel Verwandte und Bekannte schnell von Österreich aus hierhin anreisen können. Es lohnt sich also in jedem Fall, darüber nachzudenken und konkret zu berechnen, ob ein Wechsel ins EU Ausland bei pflegebedürftigen Personen 2018 von Vorteil ist.

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Kommentare

  1. reinhard ulrich says:

    5 Sterne, sehr gute Information,danke

  2. margarete brennsteiner-köckerbauer says:

    Wenn ein Pflegegeldbezieher (Pflegestufe2) einen Spanienurlaub mit der pflegenden angehörigen Person plant (3 Wochen) muß dieser Urlaub an die auszahlende Stelle gemeldet werden? Welche Folgen hat das und wo findet man diese Situation im Pflegegeldgesetz?

  3. Lenuta Galca says:

    Ich möchte gerne wissen welche sind die Voraussetzungen für Pflegegeld in Ausland. Danke.

  4. Foerderportal Redaktion says:

    Guten Tag :) Da wir hierauf leider keine Antwort haben, bitte beim Sozialministerium nachfragen, Kontakt/Details siehe https://www.sozialministerium.at/site/Pension_Pflege/Pflege_und_Betreuung/Hilfe_Finanzielle_Unterstuetzung/Pflegegeld/

  5. Foerderportal Redaktion says:

    Guten Tag :) Da wir hierauf leider keine Antwort haben, bitte beim Sozialministerium nachfragen, Kontakt/Details siehe https://www.sozialministerium.at/site/Pension_Pflege/Pflege_und_Betreuung/Hilfe_Finanzielle_Unterstuetzung/Pflegegeld/

  6. Silvia Pletzer says:

    Könnten Sie mir mitteilen, wie es sich verhält, wenn man einen Jugendlichen stark eingeschränkten Menschen im Ausland pflegen lassen muss, da es bei uns in Österreich keine freien Plätze gibt?
    Danke

  7. Warum bekommt können Pflegegeldbezieher mit einem Behindertenpass von 50 %
    die Außergewöhnliche Belastung beim Finanzamt nicht geltend machen.
    Was hat das eine mit dem anderen zu tun.

  8. Gabor Pirkner says:

    Wenn die Meinung der Betroffenen wichtig ist und dies ernst gemeint war, dann bin ich überrascht, dass auf die ober gestellten fünf Fragen keine einzige Antwort gegeben wurde.

  9. Foerderportal Redaktion says:

    Guten Tag! Wir sind leider nicht die Pflegegeld-Stelle und wissen daher nicht um einzelne Fälle genau Bescheid/können hier weiterhelfen. Daher sollte man sich direkt an die jeweils zuständige Stelle mit detaillierten Fragen melden.

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