Pflegehelfer Ausbildung in Österreich – Anbieter, Dauer, Kosten

Du interessierst dich für eine Ausbildung zum Pflegehelfer in Österreich? Dann zeigen wir dir in diesem Ratgeber alles was du darüber wissen solltest.

Was genau ist eigentlich ein Pflegehelfer?

Ein Pflegehelfer hilft bei der Betreuung von pflegebedürftigen Menschen. Sie sind somit eine unverzichtbare Unterstützung für Ärzte und sämtliche Fachkräfte der Gesundheit- und Krankenpflege. Das Aufgabenfeld ist vielfältig und abwechslungsreich.

Ein typisches Arbeitsumfeld eines Pflegehelfers sind Altersheime. Ein Pflegeassistent pflegt, unterstützt und betreut ältere Menschen gewissenhaft.

Stockfoto-ID: 225849046 Copyright: didesign/Bigstockphoto.com

Verantwortungsvoller Beruf im Pflegebereich
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Aber nicht nur das Seniorenheim ist ein potenzieller Arbeitsplatz. Auch Krankhäuser oder eine Hauspflege gehören zu den Auftraggebern. Die typischen Aufgaben eines Pflegers umfassen die tägliche Pflege der Menschen wie das Bekleiden oder das Säubern aber auch alltägliche Dinge.

Erkrankte Menschen sind in ihrem Bewegungsapparat eingeschränkt. Häufig benötigen diese Unterstützung beim An- und Ausziehen. Aber auch für ausreichend Bewegung der hilfebedürftigen sollte gesorgt sein. Das verhindert die Versteifung von Gelenken oder dem Wundliegen. Natürlich nur im Rahmen der Möglichkeit.

Das Aufgabenfeld eines Pflegehelfers variiert je nach Einsatzgebiet. Wer im Krankenhaus tätig ist muss zum Beispiel auch die Reinigung der Geräte und die Stationswäsche übernehmen.

Wer die Pflege der Menschen im Eigenheim der Patienten übernimmt benötigt genaue Anweisungen eines Diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegers. Dabei ist es besonders wichtig die tägliche Pflege genauestens zu dokumentieren. Es sollte unbedingt ein regelmäßiger Austausch mit dem diplomierten Gesundheitspfleger stattfinden. Änderungen des Gesundheitszustandes der Patienten müssen unmittelbar gemeldet werden.

Was sind die Aufgaben eines Pflegehelfers?

Wie bereits erwähnt sind die Aufgaben von Pflegehelfern sehr abwechslungsreich und variieren je nach Einsatzgebiet. Zu den typischen Aufgaben gehören:

  • Unterstützung in der Körperhygiene (Waschen, Bekleidung)
  • Anwendung von Grundtechniken und ausreichende Mobilisierung
  • Achtsamkeit gegenüber der gesundheitlichen Verfassung
  • Sorgfältige Reinigung und Kontrolle von medizinischen Geräten
  • Genaue Dokumentation der Pflegearbeit
  • Das Stellen und zubereiten der Mahlzeiten (gegeben falls auch Unterstützung beim Essen)
  • Alle notwendigen Vorkehrungen

Wo kann eine Ausbildung absolviert werden?

Caritas Österreich

Die Ausbildung eines Pflegehelfers kann über unterschiedliche Wege erfolgen. Ein bekannter Anbieter in Österreich ist die Caritas. Die Caritas bietet jegliche Einsatzgebiete an. Hierzu zählen das Seniorenwohnheim, das betreute Wohnen oder die Pflege im Eigenheim der Patienten. Mögliche Einsatzorte der Caritas in Österreich sind:

  • Wien: Ausbildungszentrum Seegasse
  • St Pölten: Bildungszentrum für Gesundheits- und Sozialberufe
  • Wiener Neustadt: Fachschule für Sozialberufe
  • Rottenmann: Bildungszentrum Nord
  • Graz: Ausbildungszentrum für Sozialberufe
  • Ebensee: Schulzentrum Josee
  • Salzburg: Schule für Sozialbetreuungsberufe
  • Klagenfurt: Schule für Sozialbetreuungsberufe

Wie genau funktioniert die Ausbildung bei der Caritas?

Die Ausbildung zum Pflegeassistenten unterliegt einer gesetzlichen Regelung. Sie kann innerhalb eines Lehrgangs absolviert werden oder an einer speziellen Schule für Krankenpflege erlernt werden.

Häufig ist auch eine Kombination unterschiedlicher Ausbildungsberufe möglich. So kann ein Pflegehelfer beispielsweise mit anderen sozialen Betreuungsberufen erlernt werden. Dazu zählt beispielsweise die Arbeit mit behinderten Menschen, die Arbeit mit alten Patienten oder die Familienarbeit.

Die Ausbildungsdauer beträgt 1600 Stunden. Das entspricht circa einem Jahr in Vollzeit. Die Ausbildung zum Pflegehelfer kann aber auch berufsbegleitend erlernt werden, was die Dauer der Ausbildung verlängert

Die Ausbildung beim Wiener Roten Kreuz

Ein weiterer Anbieter der Ausbildung zum Pflegehelfer in Österreich ist das Wiener Rote Kreuz.

Grundvoraussetzungen für die Ausbildung

Die Grundvoraussetzung für eine Ausbildung beim Roten Kreuz sind ähnlich die der Caritas. Allerdings weist das Rote Kreuz explizit daraufhin, dass die Ausbildung zum Pflegehelfer nach Paragraph 97 GuKG keiner beruflichen Erstausbildung entsprechen sollte. Die Ausbildungsdauer beträgt hier 800 Unterrichtseinheiten in der Theorie und 800 Unterrichtseinheiten in der Praxis.

Inhalte der Ausbildung

Die theoretische Ausbildung umfasst unter anderem Inhalte wie:

  • Die Gestaltung der Beziehung zum Patienten
  • Der Prozess der Pflege
  • Grundsätze für die medizinische Pflege Teil 1 und 2(Akut- oder Langzeitpflege)
  • Die Grundregeln einer medizinischen Diagnostik und Therapie Teil 1 und 2(Akut- oder Langzeitpflege)
  • Entwicklung und Gewährleistung qualitativer Arbeit
  • Koordinieren, organisieren und kooperieren

Die Praktische Ausbildung umfasst unter anderem folgende Inhalte:

  • Die akute Pflege der Patienten
  • Die Langzeitpflege der Patienten (unterschiedliche Einsatzgebiete wie Behindertenwerkstätten, mobile Pflege, Pflegeheime)
  • ein ausgewähltes Praktikum (mögliche Einsatzgebiete: mobile, stationäre, teilstationäre oder ambulanste Verorgung)

Während der gesamten Ausbildungsdauer finden sowohl mündliche als auch schriftliche Prüfungen statt. Die Ausbildung ist mit dem Erhalt eines Zeugnisses und der Berechtigung zur ausübenden Tätigkeit eines Pflegehelfers erfolgreich beendet.

Wie erfolgt die Bewerbung?

Zunächst darf sich mit Lebenslauf und Motivationsschreiben wie üblich beworben werden.

Die Bewerbung sollte ein Lebenslauf, Motivationsschreiben und das letzte Zeugnis enthalten. Wurde die Bewerbung angenommen erfolgt ein 2-tägiger Aufnahmetest. Hierfür erfordert es einen Unkostenbeitrag von 20 Euro. Der Test umfasst unter anderem die Prüfung der deutschen Sprache, sowohl schriftlich als auch mündlich und einen psychologischen Test.

War die Bewerbung und der Aufnahmetest erfolgreich findet die einjährige Ausbildung statt. Die Ausbildung ist ganztätig zu absolvieren.

Was sind die Vorteile beider einer Ausbildung zum Pflegehelfer?

Die Ausbildung zum Pflegehelfer bringt zahlreiche Vorteile mit sich diese sind:

  • Unterstützung von diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegern
  • Unterstützung von Ärzten
  • Eigenständige Durchführung von Pflegemaßnahmen
  • Teilnahme an der Therapie und Diagnostik der Patienten

Ein Pflegehelfer hat meist eine ganz besondere Bindung zum Patienten. Benötigt es doch viel Feingefühl und eine Achtsamkeit gegenüber dem Befinden des Patienten.

Durch die ausführliche Dokumentation wird sich viel Zeit für die hilfsbedürftigen Menschen genommen. Auch in dramatischen Situationen ist ein Pflegehelfer immer zur Stelle. Herzdruckmassagen und die richtige Anwendung von Defibrillatoren werden bereits in der Ausbildung erlernt.

Ein weiterer Vorteil sind die unzähligen Weiterbildungsmaßnahmen. Ist die Grundausbildung erst einmal absolviert darf sich in sämtlichen Gebieten fortgebildet werden.

Zudem sind Pflegehelfer in der Lage eigenständige Untersuchungen durchzuführen. Hierzu zählen beispielsweise die Blutentnahme oder einfache Harn- und Stuhluntersuchungen.

Berufliche Perspektive

Ein weiterer Vorteil ist die gute berufliche perspektive eines Pflegehelfers. Auch zukünftig werden immer mehr Pflegehelfer benötigt. Die Nachfrage ist in sämtlichen Bereichen wie den Krankenanstalten, der Behindertenbetreuung oder in der Hauskrankenpflege groß. Helfende Hände werden überall benötigt.

Was sind die Nachteile bei einer Ausbildung zum Pflegehelfer?

Eine Ausbildung zum Pflegehelfer bringt natürlich auch einige Nachteile mit sich diese sind:

  • Die Bezahlung der pflegeberufe ist sehr schlecht
  • Ein Pflegehelfer muss psychisch und körperlich belastbar sein. Krankheit und Tod aber auch schwere körperliche Arbeit gehören zum Alltag eines Pflegers dazu.
  • Je nach einsatzgebiet sind Schichtarbeiten die Regel
  • Die genaue Dokumentation über den zustand des Patienten erfordert mehrere stunden. Die Pfleger haben so weniger zeit für den erkrankten
  • Schichten sind häufig unterbesetzt, es herrscht eine hohe Belastung

Fazit: Eine Ausbildung zum Pflegehelfer ist vielfältig und spannend. Allerdings ist die psychische und körperliche Gesundheit Grundvoraussetzung um die Ausbildung erfolgreich absolvieren zu können. Die Pflege von hilfsbedürftigen Menschen erfordert viel Arbeit und Ausdauer.

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