Ratgeber Werbungskosten absetzen – PC/Laptop/Notebook absetzen

Wer in Österreich lebt und arbeitet, muss hier auch seine Steuererklärung abgeben.

Fakt ist, dass immer mehr Berufe im Bereich der Informationstechnologie, kurz IT entstehen. Häufig werden Laptop, PC oder Notebook zum täglichen beruflichen Arbeiten verwendet. Das bedeutet, dass diese Geräte zu beruflichen Zwecken erworben werden müssen.

Was kann ich steuerlich 2018 in Österreich geltend machen?

In Österreich ist es möglich, dass die Kosten für Geräte, die als geringwertige Wirtschaftsgüter klassifiziert werden, direkt steuerlich geltend gemacht werden können und zwar im Jahr ihrer Anschaffung. Dies gilt für alle Geräte und Güter, die bis zu einem Wert von 400 Euro angeschafft werden.

Sollte ein Gerät für einen Preis von mehr als 400 Euro angeschafft werden, so kann der Preis auf eine Nutzungsdauer von 3 Jahren verteilt werden. Das bedeutet konkret, dass wenn z.B. ein Produkt für 1.200 Euro eingekauft wird, dass beruflich notwendig ist, über 3 Jahre hinweg jedes Jahr eine Summe in Höhe von 400 Euro steuerlich geltend gemacht werden kann.

  • Produkte bis 400 Euro können im Jahr der Anschaffung steuerlich geltend gemacht werden
  • Produkte über 400 Euro werden z.B. auf 3 Jahre gleichmäßig steuerlich verteilt geltend gemacht

Welche Produkte können z.B. über mehrere Jahre steuerlich geltend gemacht werden?

Die Art der Produkte spielt hierbei weniger eine Rolle, als der Preis. Egal ob ein Laptop, ein Notebook oder ein Computer gekauft werden.

Sofern diese Produkte über einem Preis von jeweils 400 Euro liegen, ist es notwendig, dass die Produkte über einen längeren Zeitraum abgesetzt werden können. Sollten verschiedene Produkte erworben werden, ist es möglich, dass diese im Jahr der Anschaffung voll abgesetzt werden können, sofern die Produkte einzeln über eine Rechnung von nicht mehr als 400 Euro erworben wurden.

Privat oder beruflich – was kann ich wie steuerlich geltend machen?

Wer in Österreich lebt und arbeitet und ein Laptop kauft, um damit zu arbeiten und keine privaten Dinge zu erledigen, der kann dieses Produkt zu 100% steuerlich geltend machen. Dabei spielt es keine Rolle, ob damit im heimischen Büro, auf der Arbeit, oder z.B. im Wald auf der grünen Wiese gearbeitet wird.

Wer das Produkt nicht zu 100% beruflich nutzt, sondern auch privat, der muss berücksichtigen, dass er die Kosten zwischen beruflicher Nutzung und privater Nutzung aufteilen muss. So ist es meist erforderlich, dass ein gewisser Prozentsatz der Nutzung durch die private Nutzung vom Kaufpreis abgezogen werden muss.

Sollte das Notebook z.B. zu 50% privat genutzt werden und der Kaufpreis bei 400 Euro liegen, so ist es möglich, dass nach Abzug der 50% für die private Nutzung insgesamt 200 Euro steuerlich geltend gemacht werden können. Da die Gesamtsumme bei nicht mehr als 400 Euro lag bedeutet dies gleichzeitig, dass das Produkt im Jahr der Anschaffung steuerlich geltend gemacht werden kann.

Wie hoch ist der private Anteil und wie hoch der berufliche Anteil?

Wer entsprechend einen Computer steuerlich geltend machen möchte, der sollte darauf achten, dass er auch recht zuverlässig angibt, wie hoch der Anteil der privaten Nutzung ist und wie hoch der Anteil der beruflichen Nutzung ist. In der Regel kann davon ausgegangen werden, dass der Computer z.B. zu 20 bis 40% privat genutzt wird.

Sollte ein Gerät wirklich zu 100% beruflich genutzt werden, muss dies bei einer Prüfung durch das Finanzamt auch in jedem Fall nachgewiesen werden. Es ist zu erwähnen, dass ein Steuerberater natürlich dabei helfen kann, die entsprechenden Fragen korrekt zu beantworten. Zweifelsohne kann der Steuerberater die entsprechenden Produkte richtig bewerten und auch dabei helfen, die Steuererklärung selbst zu erstellen. Die Kosten, die dabei für den Steuerberater anfallen, lassen sich natürlich auch steuerlich geltend machen.

PC, Notebook und Laptop – was kann ich noch steuerlich geltend machen?

Nicht nur die Geräte PC, Notebook und Laptop können steuerlich geltend gemacht werden, sondern auch die entsprechenden Zubehör Artikel und andere Produkte, die beruflich bedingt gebraucht werden.

So kann ein Fotograf, der z.B. Hochzeitsfotos macht auch eine Kamera, oder aber auch entsprechende Speicherkarten absetzen, die er für seinen Beruf benötigt – gerade dann, wenn gegenüber dem Finanzamt nachgewiesen wird, dass damit wirklich Geld verdient wird und es sich nicht nur um ein Hobby handelt.

Auch Speicherkarten und USB Sticks sowie externe Festplatten, die zur Sicherung der Projektdaten oder von geschäftlichen Dingen genutzt werden, können ohne Probleme steuerlich geltend gemacht werden. Es ist wichtig, dass die entsprechenden Beläge aufbewahrt werden und gegenüber dem Finanzamt argumentiert werden kann, was alles wozu angeschafft wurde.

Wie weise ich dem Finanzamt eine berufliche Nutzung nach?

Bei einigen Anschaffungen ist es wichtig, dass dem Finanzamt klargemacht werden kann, warum diese Anschaffung aus beruflichen Gründen erforderlich gewesen ist. Das bedeutet, dass nicht nur ein Kassenbon oder eine Quittung ausreicht, sondern genau darüber nachgedacht werden muss, wie dem Finanzamt erklärt werden kann, warum ein Artikel steuerlich berücksichtigt werden soll.

Die Kommunikation mit dem Finanzamt verläuft in der Regel schriftlich. Daher ist es wichtig, dass entsprechende Formulierungen und auch Argumentationen schriftlich aufgesetzt werden. Dies ist wichtig, weil sie z.B. in die eigene Finanzakte aufgenommen werden können und entsprechend argumentiert werden kann, wenn Rückfragen aufkommen.

Wie kommuniziere ich mit dem Finanzamt?

Wer mit dem Finanzamt kommuniziert wird wissen, dass immer wieder Rückfragen auftreten können, die schriftlich beantwortet werden sollten. Fakt ist, dass in den meisten Fällen viele Dinge erst einmal durch einen Kassenbon belegt werden können. Wenn das Finanzamt etwas nicht akzeptiert, oder aber auch Rückfragen hat, meldet es sich in der Regel. Das bedeutet in der Praxis meist, dass Post vom Finanzamt kommt und eine Frist gesetzt wird, binnen welcher dann die Fragen zu beantworten sind.

Es kann durchaus der Fall sein, dass mit dem Finanzamt ein intensiver Briefwechsel stattfindet, bis entsprechende Fragen beantwortet wurden und geklärt werden konnte, warum eine Anschaffung gemacht wurde. Dabei gilt es in jedem Fall höflich und positiv zu formulieren. Nur so ist es möglich, auf die Dauer auch dem Finanzamt gegenüber glaubhaft etwas erklären zu können und entsprechend Dinge steuerlich geltend zu machen.

Es ist durchaus möglich, auch mit dem Finanzamt zu telefonieren und während der Bürozeiten hier anzurufen und Fragen zu stellen. Da die Antworten jedoch auch dokumentiert werden sollen, ist es wichtig, dass beachtet wird, dass entsprechend ein schriftlicher Briefwechsel erfolgt. Es kann sonst vorkommen, dass etwas am Telefon vereinbart wurde, was keinen Gegenwert hat, da es nicht schriftlich dokumentiert wurde. Gerade bei der Kommunikation mit dem Finanzamt ist es erforderlich, das alles schriftlich notiert wird.

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