Spitzensteuersatz in Österreich – Wie hoch sind die Steuern in Österreich?

Für die Berechnung der Einkommenssteuer beziehungsweise der Lohnsteuer kommen verschieden hohe Steuersätze zur Anwendung. Bei dem sogenannten Steuerspitzensatz handelt es sich um den höchsten Steuersatz bzw. der höchsten Tarifstufe.

Dieser liegt in Österreich bei 55 Prozent und kommt ausschließlich bei Personen zur Anwendung, welche über 1 Millionen pro Jahr verdienen. Diese Regelung ist bis ins Jahr 2020 befristet, nach 2020 liegt der Steuerspitzensatz bei 50 Prozent.

Die Einkommensteile werden unterschiedlich besteuert, je nachdem wie hoch sie sind. Dabei wird das Einkommen in einzelne Teile zerlegt und mit ansteigenden Steuersätzen besteuert, hierbei wird mit dem niedrigsten begonnen. Jede Bürgerin und jeder Bürger hat einen steuerlichen Freibetrag von 11.000 Euro pro Jahr, für diesen Betrag müssen keine Steuern entrichtet werden.

Bei einem Betrag von 11.000 Euro bis 18.000 Euro wird eine Abgabensteuer in der Höhe von 25 % fällig. Sollte man über 18.000 Euro pro Jahr verdienen aber weniger als 31.000 Euro, so wird dieser Betrag mit 35 % besteuert. Sollte man über 1 Millionen Euro pro Jahr verdienen, so tritt der Spitzensteuersatz ein. Dieser liegt bei 55 Prozent, dieser gilt bis 2020, danach liegt er bei 50 %.

Einkommensteuer in Österreich

0 bis 11.000 Euro pro JahrSteuerfrei
Über 11.000 Euro bis 18.000 Euro pro Jahr25 Prozent
Über 18.000 Euro bis 31.000 Euro pro Jahr35 Prozent
Über 31.000 Euro bis 60.000 Euro pro Jahr42 Prozent
Über 60.000 Euro bis 90.000 Euro pro Jahr48 Prozent
Über 90.000 Euro bis 1 Million Euro pro Jahr50 Prozent
Über 1 Million Euro pro Jahr55 Prozent (befristet bis zum Jahr 2020, danach 50 Prozent)

 

Österreich im Ländervergleich

Durch die Spitzensteuerabgabe von 55 % ist Österreich im europäischen Vergleich an der Spitze. Nur noch Schweden (56,7 %), Portugal (56,5) und Dänemark (55,6) lagen über diesen Wert. Im Durchschnitt aller Mitgliedsstaaten lag der Spitzensteuersatz bei 39,4 %.

Der höhere Spitzensteuersatz soll laut einer kursierenden Aufstellung rund 50 Millionen Euro einbringen, dazu kommt noch die damit verbundene höhere Kapitalertragssteuer auf Dividenden, das soll noch einmal 150 Millionen Euro zusätzlich bringen.

Dieser höhere Spitzensteuersatz, jedoch nicht die Dividenden-KeST, wurde auf fünf Jahre befristet. Allerdings wurde auch geplant die „Solidarabgabe“, welche im Jahr 2013 eingeführt wurde, zu befristen. Diese Befristung sollte ursprünglich bis 2016 gelten. 2015 wurde diese Befristung aber gestrichen.

Mit der starken Senkung des Eingangssteuersatzes von 36,5 auf 25 % bewegt sich Österreich in Richtung EU-Durchschnitt, dieser liegt bei 21,4 %. Bislang ist der Eingangssteuersatz nur in Schweden, Dänemark und in den Niederlanden höher.

Rechenbeispiel

Herr Mustermann hatte 2017 ein Bruttoeinkommen in einer Höhe von 65.000 erzielt. Dementsprechend müsste er einen Steuersatz in Höhe von 48 % zahlen. Hierbei ist jedoch zu erwähnen, dass Herr Mustermann viele Dienstreisen antreten musste und gleichzeitig einen weiten Arbeitsweg zurücklegen musste.

All dies führt dazu, dass Herr Mustermann rund 6.000 Euro an Fahrtkosten und Verpflegungskosten für seine Dienstreisen geltend machen musste. Nach dem Abzug dieser Kosten beläuft sich sein Jahresbruttolohn auf einen Wert von 59.000 Euro. Daher wird der Lohn von Herrn Mustermann mit einem 42-prozentigen Steuersatz besteuert.

Entlastung der Mittelschicht

Mit der Steuerreform sollte vor allem die Mittelschicht entlastet werden. Um dieses Ziel zu erreichen, war eine Differenzierung der Steuersätze vorgesehen, was durch die Einführung der sechsten Steuerklasse realisiert wurde.

Um zu beweisen, dass diese Reform der Lohnsteuerklassen zu einer wirklichen Entlastung der Mittelschicht führt, hat die Regierung drei folgende Fallbeispiele veröffentlicht. Je nach Fall ergeben sich steuerliche Entlastungen zwischen 560 bis 2815 Euro pro Jahr.

Beispiel 1: Kinderloses Ehepaar, gesamtes Einkommen 6.500 €

Das erste Beispiel behandelt ein kinderloses Ehepaar. Der Mann arbeitet Vollzeit und erzielt ein Bruttogehalt von 3.500 Euro pro Monat. Die Frau arbeitet ebenfalls Vollzeit und erzielt ein Bruttoeinkommen von 3.000 Euro pro Monat.

Dementsprechend erzielt das Paar insgesamt 6.500 Euro pro Monat. Durch die neue Steuerklasse müssen nicht mehr 50 % gezahlt werden, sondern nur noch 42 % Steuern. Das monatliche Ersparnis liegt bei 235 Euro pro Monat oder 2.815 Euro pro Jahr.

Beispiel 2: Familie mit zwei Kindern, gesamtes Einkommen 4.100 €

Im zweiten Fall wird eine Familie mit zwei Kindern behandelt, diese Familie erzielt im Monat ein Gesamteinkommen von 4.100 Euro. Dieses Einkommen setzt sich aus dem Gehalt des Mannes, welches 3.000 Euro beträgt, und dem Gehalt der Frau, welches 1.000 Euro beträgt, zusammen. Nach dem alten Steuerrecht käme die Familie auf die gleiche Lohnsteuerklasse, wie eine Familie ohne Kinder. Durch diese Reform wurde die Steuerlast reduziert, weshalb die Familie im Monat 132 Euro sparen kann.

Beispiel 3: Alleinstehender Pensionist

Bei einer Pension von 1.400 Euro pro Monat spart ein alleinstehender Pensionist durch die Reform 47 Euro pro Monat, das entspricht 560 Euro pro Jahr.

Tipp: Mit dem Lohnsteuerrechner 2018 können Sie bequem die Höhe der Lohnsteuer in Österreich für Ihr individuelles Gehalt/Einkommen berechnen.

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