Sterbegeldversicherung in Österreich – Anbieter, Kosten, Vorteile

Der Tod ist heute keine billige Angelegenheit mehr. In der Tat ist das Ableben eines Menschen zu einem der bedeutendsten Kostenfaktoren für eine Familie oder eine Ehepaar geworden. Es müssen viele verschiedene Summen aufgebracht werden, die sich zu erheblichen Gesamtbeträgen addieren können.

Nicht nur die Beerdigung selbst muss ausgerichtet werden, auch die Formalitäten und die medizinischen Vorgänge die mit dem Sterben einher gehen, müssen von den Angehörigen am Ende beglichen werden. Hier ist eine Sterbegeldversicherung keine schlechte Idee, denn diese kann helfen, die Kosten für all diese unvermeidlichen Akte, in der schweren zeit der Trauer aufzufangen.

Wichtig: Kosten und Leistungen der Versicherungen vorab vergleichen

Was ist eigentlich eine Sterbegeldversicherung?

Mit dem Thema Sterbegeldversicherung beschäftigen sich viele junge Menschen so gut wie gar nicht. Der Tod scheint ewig entfernt und daher wird an das eigene Ableben noch kein Gedanke verschwendet.

Allerdings kommt irgendwann der Punkt – es wurde eine Familie gegründet, die ersten Enkelkinder wurden geboren – an dem der Tod einem Schmerzhaft in Bewusstsein gebracht wird. Eine Sterbegeldversicherung ist praktisch eine Absicherung für jene, die später die Kosten für das eigene Begräbnis und alle damit verbunden Angelegenheiten begleichen müssen.

Hierbei wird über eine bestimmte Laufzeit ein entsprechender Abschlag eingezahlt. Am Ende steht dann eine im Vorfeld vereinbarte Summe zur Verfügung, die an die angehörigen ausgezahlt werden kann. Diese kann dann zur Begleichung der Kosten oder aber zu jedem anderen Zweck verwendet werden.

Einzige Bedingung ist der Nachweis des Totenscheins, der der Versicherung vorgewiesen werden muss, damit eine Auszahlung erfolgen kann. Die Todesursache spielt bei dieser Art der Versicherung – anders als zum Beispiel bei einer Lebensversicherung – keine bedeutende Rolle.

Die Besonderheiten einer Sterbegeldversicherung

Eine Sterbegeldversicherung ist hat gegenüber anderen Versicherungen gewisse Vorteile, denn diese für den Sterbefall abgeschlossen werden. So muss bei der Auszahlung einer Lebensversicherung etwa der gesetzlich vorgeschriebene Pflichtteil an die Angehörigen ausgezahlt werden.

Dies ist bei einer Sterbegeldversicherung nicht der Fall, denn hier kann der Begünstigte völlig frei gewählt werden. Da das Geld in erster Linie die Aufwendungen der Bestattungskosten decken soll, ist es nicht an die entsprechenden Paragrafen gebunden. Somit kann der Versicherungsnehmer entscheiden, wer am Ende seine Beerdigung ausrichten soll und wie viel Geld er dafür erhält.

Zudem handelt es sich bei einer Sterbegeldversicherung nicht um eine Dauerschuldversicherung. Bei Lebensversicherungen oder Haftpflichtversicherungen wird der entsprechende Abschlag so lange entrichtet, bis der Versicherungsnehmer entweder stirbt oder aber die Sache die es zu Versichern gilt, nicht mehr beansprucht wird. Eine Sterbegeldversicherung hingegen, kann auf eine bestimmte Laufzeit festgesetzt werden. Diese ist unabhängig vom Eintritt des Todes und die Versicherungssumme ist in jedem Fall fest.

Des Weiteren fallen die zu zahlenden Prämien in der Regel deutlich geringer aus, als bei einer Lebens- oder Risikolebensversicherung. Dies macht die Sterbegeldversicherung zu einer recht günstigen Angelegenheit, die auch voin jngen Leuten schon abgeschlossen werden kann.

Grenzwerte sind dabei Lebensalter von 65 oder 85 Jahren. Allerdings kann auch eine feste Zahlungsdauer von zum Beispiel 25 Jahren festgelegt werden. Dies macht diese Versicherung sehr flexibel und zu einer interessanten Absicherung für die Hinterbliebenen.

Die Anbieter einer Sterbegeldversicherung

Die bekanntesten Anbieter auf dem Markt in Österreich sind:

  • 1. Die Generali Versicherungen
  • 2. Die Allianz Versicherungs AG
  • 3. Die Ergo Versicherungen
  • 4. Die Hanse Merkur Versicherung
  • 5. Die Wüstenrot Sterbegeldversicherung

Alle Anbieter haben ein entsprechendes Paket im Programm, wobei die Gestaltung recht flexibel ablaufen kann. So können diverse Laufzeiten oder Grenzalter bestimmt werden. Zudem können auch die Versicherungssummen in einem gewissen Rahmen frei gestaltet werden, wobei diese meist deutlich geringer ausfallen, als dies bei einer Lebensversicherung oder einer anderen Versicherungsart fpr den Todesfall üblich ist.

Die genannten Anbieter offerieren aber alle die Möglichkeit einer Mehrfachversicherung. Während zum Beispiel bei einer Lebensversicherung nur eine Police für eine Person abgeschlossen werden kann, können bei einer Sterbegeldversicherung beliebig viele Verträge unterzeichnet werden.

Durch die verhältnismäßig geringen Beiträge halten sich auch die Kosten in Grenzen, sodass die Summen sich entsprechend aufaddieren können. Am Ende kann so eine beträchtliche Summe im Raum stehen, die mehr als nur die Beerdigungskosten abdecken kann und somit für die Hinterbliebenen noch eine zusätzliche finanzielle Stütze darstellt.

Wartezeiten bei der Sterbegeldversicherung

Anders als bei vielen anderen Versicherungen, wird von den Sterbegeldversicherern nur noch in seltenen Fällen einer Wartezeit verlangt. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn eine solche Versicherung recht spät abgeschlossen wird. In etwas kann dies mit einer Zahnzusatzversicherung verglichen werden.

Auch hier gibt es eine Wartezeit von zum Teil mehreren Monaten, damit nicht sofort nach dem Abschluss der Versicherung kosten für den Anbieter entstehen, obwohl noch keine Beiträge gezahlt wurden. Wer also weiß, dass er in einem Monat teure Kronen benötigt, kann diese nicht sofort von der Versicherung erstatten lassen.

Ist das Lebensalter zu hoch, kann auch bei einer Sterbegeldversicherung eine solche Wartezeit verlangt werden, da hier eventuell die Kenntnis im Raum steht, dass das eigene Leben bald zuende geht.

Daher kann es sich empfehlen, eine solche Absicherung schon recht früh in die Wege zu leiten, denn so umgeht man diesen doch recht unangenehmen Aspekt. In der Regel wird, anders als bei einer Lebensversicherung, kein Gesundheitscheck verlangt. Somit liegt das Risiko in vollem Umfang beim Versicherer.

Die Wartezeit kann aber auch in früheren Lebensphasen in Kraft treten, wenn zum Beispiel recht hohe Summen beansprucht werden sollen. Auch hier kann der Verdacht entstehen, dass der Betreffende um eine Erkrankung weiß und für seine Angehörigen schnell ein wenig Geld für sein Ableben heranschaffen will. Daher wird aus Sicherheitsgründen eine entsprechende Sperre eingerichtet, die zum Teil für bis zu 6 Monate bestehen kann. Dies ist aber von Anbieter zu Anbieter extrem unterschiedlich.

Auszahlung sichern – Es geht auch Angehörigen

Eines sollte bei einer Sterbegeldversicherung aber unbedingt bedacht werden – die Auszahlung an den begünstigten auch zu sichern. Hinter diesen Satz steckt die Tatsache, dass viele Versicherer die Summe nicht direkt an die Angehörigen auszahlen, sondern das Geld direkt an das Beerdigungsinstitut, die Friedhofsverwaltung oder andere entsprechende Institutionen überweisen. Hierdurch soll die Tilgung aller Kosten sichergestellt werden.

Viele sind sich gar nicht darüber im Klaren, dass eine solche Police einen entsprechenden Passus enthalten kann. So warten die Angehörigen vielleicht auf eine Auszahlung, die dann niemals eintrifft. Allerdings kann dies auch verhindert werden, denn in der Regel kann der Versicherungsnehmer selbst entscheiden, an wen die Geldsumme übergeben werden soll. Die genannte Variante wird dann oft gewählt, wenn keine Angehörigen vorhanden sind oder aber der Betreffende Sicherstellen will, dass seine Beerdigung genau nach seinen Wünschen abläuft. Somit wird dann als Begünstigter das Beerdigungsinstitut eingetragen, welches nach Vorweisen der Rechnung die Kosten erstattet bekommt.

Wer das Geld direkt an eine bestimmte Person auszahlen lassen will, der muss schon beim Abschluss des Vertrages konkret darauf hinweisen, dass das Geld nur an diese Person übermittelt werden soll. In der Regel kommen die Versicherungen diesem Wunsch auch nach. Ein entsprechendes Auszahlungsersuchen, kann allerdings mit einem etwas höheren Kostenanteil verbunden sein.

Was kostet eine Sterbegeldversicherung?

Je nach Höhe der Versicherungssumme können die Kosten zwischen 25 Euro im Monat und rund 200 Euro im Monat liegen. Allerdings kann dies nicht so pauschal festgemacht werden, denn auch hier gibt es verschiedenen Faktoren, die die Höhe der Kosten durchaus beeinflussen können.

So spielt zum Beispiel das Alter eine bedeutende Rolle, in dem die Versicherung abgeschlossen wird. Desto jünger, umso geringer fallen in der Regel die entsprechenden Prämien aus. Zudem kann dann auch die Laufzeit besser variiert werden, was ebenfalls einen Einfluss auf die Höhe der Zahlungen hat.

Je nach gewünschtem Betrag kann auch die Summe eine bedeutende Rolle spielen, denn wer bis zum Ende der Laufzeit zum Beispiel 20.000 Euro erzielen möchte, der muss natürlich höhere Kosten in Kauf nehmen, als wenn nur 5.000 Euro oder 6.000 Euro angespart werden sollen.

In einem solchen Fall kann eine Beratung nicht schaden. In einem fachkundigen Gespräch kann genau ermittelt werden, welche Optionen am besten zu einem passen und auf welche summe man sich in einer bestimmten Laufzeit festlegen sollte. Dies kann die Kosten auf ein Minimum reduzieren und somit für einen entspannten Lebensabend sorgen.

Verfall des Sterbegeldes

Beachtet werden sollte unter allen Umständen folgendes:

Genau wie bei einer Lebensversicherung, muss die Begünstigte Person im Todesfall des Versicherungsnehmers erreichbar sein. Ist dies nicht der Fall, dann kann es geschehen, dass das Geld verfällt.

Zwar gibt es hierfür bestimmte Fristen, die von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich ausfallen können, allerdings kann es sehr schnell geschehen, dass dann plötzlich keine finanziellen Mittel für die Hinterbliebenen zur Verfügung stehen.

Für einen solchen Fall sollte unbedingt vorgesorgt werden, denn die meisten Versicherer offerieren die Möglichkeit, weitere alternative Begünstige eintragen zu lassen. Hier kann es sich auch direkt um ein Bestattungsunternehmen handeln, wenn unter allen Umständen die Beisetzung nach den eigenen Wünschen durchgeführt werden soll.

Allerdings kann auch eine andere Person eingetragen werden. Dies obliegt allein den Wünschen des Versicherungsnehmers.

Zudem kann eine beglaubigte Vollmacht erstellt werden, die anderen Personen den Zugriff auf das geld erlaubt, wenn der eigentliche Begünstigte nicht mehr auffindbar ist. Allerdings muss diese Vollmacht in jedem Fall vom Versicherungsnehmer und auch vom eigentlichen Begünstigten unterschrieben werden. Nur dann kann eine Auszahlung an einen bestimmten Dritten erfolgen.

Grabpflege und Überführungskosten

Am Ende soll auch noch auf diesen Aspekt hingewiesen werden. Die Sterbegeldversicherung kann sowohl dien Überführungskosten decken, als auch für eine dauerhafte Grabpflege verwendet werden. Wer sicherstellen möchte, dass sein Grab immer mit frischen Blumen versehen ist, der kann einen entsprechenden teil des Geldes an die Friedhofsverwaltung weiterleiten lassen . Hier sollten dann im Vorfeld aber die entsprechenden Wünsche kundgetan werden.

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