Steuern beim Kauf und Verkauf von Aktien – Aktienhandel Österreich

Das Ziel vieler Anleger bei einem Investment an der Börse bzw. beim Kauf und Verkauf von Aktien ist klar – man wünscht sich einen möglichst guten Gewinn bzw. eine hohe Rendite. Dennoch gilt es beim Aktienkauf und Verkauf auch, die Besteuerung bei Wertpapieren zu beachten.

Bei der Geldanlage an der Börse ist die Steuerpflicht zu beachten. Wir informieren in diesem Artikel über das Thema Steuern und Aktien in Österreich im Überblick.

Info: Im Gegensatz zu Deutschland gibt es auf Aktiengewinne & Dividenden in Österreich KEINEN Steuerfreibetrag!

Muss ich mich aktiv um das Thema Steuern kümmern?

Dies ist davon abhängig, welchen Online Broker man gewählt hat und welche Steuern anfallen. Im Normalfall muss man sich um nichts kümmern, da die Versteuerung automatisch durch den Onlinebroker erfolgt. Je nach Situation muss man sich jedoch selbst drum kümmern, um keine Gewinne zu “verschenken” und zu viel gezahlte Steuern zurück zu fordern.

Beispielrechnungen

 Zinsertrag / DividendeSteuersatz (KESt)Zu zahlende Steuer
Sparbuch, Girokonto500,00 €25,00%125,00 €
Aktien500,00 €27,50%137,50 €
Sparbuch, Girokonto1.000,00 €25,00%250,00 €
Aktien1.000,00 €27,50%275,00 €

Wichtig: Dies ist keine Steuerberatung, sondern nur ein allgemeiner Überblick zum Thema Steuern auf Aktien und Wertpapiere bzw. beim Aktienhandel.

Wie kann ich Gewinne mit dem Kauf von Aktien erzielen?

  • Aktien günstig kaufen & bei einer Wertsteigerung verkaufen. Wer beispielsweise um 100 Euro 5 Aktien kauft und diese um 120 Euro je Aktie verkauft, hat einen Gewinn von 100 € erzielt. Abzüglich der Gebühren für Kauf & Verkauf (Ordergebühren) muss dieser Gewinn versteuert werden.
  • Gewinn durch Dividenden: Wer Aktien langfristig kaufen und halten möchte, kann mit einer Dividendenstrategie Geld verdienen. Hierbei sollte man sich jedoch vorab über die bisher gewählte Dividendenpolitik des Unternehmens informieren. Die Dividendenzahlung kann nämlich auch reduziert oder gestrichen werden. Beispiel: Wer 50 Aktien eines Unternehmens gekauft hat, erhält 50 mal die Dividende. Sollte diese beispielsweise 1 € betragen, so muss ein Gewinn von 50 € versteuert werden – hierbei ist die Kapitalertragssteuer relevant.

Wie erfolgt die Steuer auf Wertpapiere?
In Österreich gilt hierbei die Kapitalertragsteuer (kurz KESt), relevant ist hierbei der Paragraf 27a Absatz 1 des Einkommensteuergesetzes:

Einkünfte aus Kapitalvermögen unterliegen

  • 1. im Fall von Geldeinlagen und nicht verbrieften sonstigen Forderungen bei Kreditinstituten, ausgenommen Ausgleichzahlungen und Leihgebühren gemäß § 27 Abs. 5 Z 4, einem besonderen Steuersatz von 25%,
  • 2. in allen anderen Fällen einem besonderen Steuersatz von 27,5%
    und sind bei der Berechnung der Einkommensteuer des Steuerpflichtigen weder beim Gesamtbetrag der Einkünfte noch beim Einkommen (§ 2 Abs. 2) zu berücksichtigen, sofern nicht die Regelbesteuerung (Abs. 5) anzuwenden ist.

Dies bedeutet beispielsweise:

Für Zinsen auf einem Girokonto oder einem Sparbuch erfolgt eine Besteuerung in Höhe von 25 Prozent.
Im Fall von Aktien sowie Wertpapieren (beispielsweise Fonds und ETF als Gelddanlage) erfolgt die Besteuerung in Höhe von 27,5 %.

Info: Es ist hierbei nicht notwendig, selbst die Kapitalertragsteuer zu berechnen – Dies wird durch eine automatische Versteuerung ihrer Gewinne durch den Broker durchgeführt. Auch die Steuer selbst wird in ihrem Namen direkt an das Finanzamt abgeführt – es ist also nicht notwendig, sich darum zu kümmern.

Wertpapier Kauf im Ausland – Steuern

Wen man Aktien beispielsweise aus Deutschland, den USA oder Großbritannien im Depot hat, sollte man sich selbst zum Theam Doppelbesteuerungsabkommen informieren, um zu viel gezahlte Steuern zurückzufordern.

Der Aufwand hierfür lohnt sich vor allem bei größeren Beträgen. Bei offenen Fragen zum Thema Aktien & Steuern bzw. Quellensteuer und Doppelbesteuerungsabkommen kann Ihnen natürlich auch ein Steuerberater mit profesioneller Beratung und Erfahrung weiterhelfen.

Doppelbesteuerungsabkommen in Österreich

  • Inländische Aktien aus Österreich: Wer beispielsweise Aktien von Unternehmen aus Österreich gekauft hat (Wiener Börse), für den erfolgt die automatische Berechnung durch den Broker in Österreich in Form der Kapitalertragssteuer von 27,5 %.
  • Aktien von ausländischen Unternehmen: Wer beispielsweise Aktien aus Deutschland im Wertpapierdepot hat, muss die Dividende zuerst in Deutschland bezahlen (ausländische Quellensteuer) und danach erfolgt eine Besteuerung mit der Kapitalertragssteuer in Österreich. Um hierbei nicht doppelt Steuern zu bezahlen, kann man im Rahmen vom Doppelbesteuuerngsbkommen die zuviel bezahlten Steuern zurückfordern.

In Österreich gilt: Der Quellenstaat, in unserem Beispiel Deutschland, darf maximal 15 Prozent einbehalten. Der österreichische Fiskus erhält bei Tagesgeld- oder Sparbuchzinsen dann noch 10 Prozent und bei Dividenden sowie sonstigen Wertpapiergewinnen 12,5 Prozent. In der Summe ergibt sich daraus der bekannte Wert von 25 bzw. 27,5 Prozent.

Inländische Kapitalertragsteuer27,50 Prozent
Anrechenbare ausländische Quellensteuer15,00 Prozent
Verbleibende inländische Kapitalertragsteuer12,50 Prozent

Viele Länder haben hierbei einen höheren Steuersatz auf Kapitalerträge als 15 % – daher ist es möglich, als Anleger die Differenz zurückfordern zu können. Dies erfolgt über die jeweilige ausländische Steuerbehörde, meist direkt mit einem entsprechenden Formular.

Je nach Land, in dem man Wertpapiere gekauft hat, ist die Differenz unterschiedlich. Dies sollte man bei einer Auswahl der Aktien beachten. In Schweden sowie in Frankreich gilt aktuell beispielsweise ein Steuersatz von 30 Prozent. Keinen Anspruch auf eine Rückerstattung der Steuer gibt es hingegen in den Usa sowie Niederlanden, da doort der Steuersatz bei 15 % liegt.

Info: Es ist notwendig, den Anspruch auf die Steuererstattung schriftlich geltend zu machen. Weiters ist es hierbei notwendig, einen Nachweis zu erbringen, dass man die KESt in Österreich bezahlt hat.

Staat (Quellenstaat)DeutschlandLuxemburg
Ausländische Quellensteuer26,375%15,00%
Gemäß Doppelbesteuerungsabkommen anrechenbar15,00%15,00%
Inländische Kapitalertragssteuer (Österreich)27,50%27,50%
Inländische. Kapitalertragsteuer abzüglich der anrechenbaren ausländische Quellensteuer27,50%27,50%
- 15,00%- 15,00%
= 12,50%= 12,50%
Gesamtbesteuerung (ausländische Quellensteuer plus noch zu zahlende inländische Kapitalertragsteuer)26,375%15,00%
+ 12,50%+ 12,50%
= 38,875%= 27,50%
Besteht ein Rückforderungsanspruch?JaNein
Rückforderung = ausländische Quellensteuer26,38%15,00%
Rückforderung = ausländische Quellensteuer
abzüglich Prozentsatz laut Doppelbesteuerungsabkommen
-15,00%-15,00%
= 11,375%= 0,00%

Steuern auf Finanzprodukte in Österreich

Die hier beschriebenen Informationen zum Thema Kapitalertragsteuer sowie Doppelbesteuerungsabkommen sind für alle Finanzprodukte in Österreich gültig. Egal ob Sparbuch, Tagesgeld, Festgeld oder ein Investment in Form von einem Sparplan, Zertifikat oder Aktien – relevant sind die geltenden Steuersätze von 25 % (Sparbücher, Girokonten) bzw 27,5 % für Aktien & Co.

Die Steuern sind jeweils zu dem Zeitpunkt zu bezahlen, sobald eine Zinsgutschrift (Sparbuch) oder eine Dividendenzahlung (Aktien) erfolgt. Ein wesentlicher Vorteil für Anleger ist hierbei, dass die Steuern in Österreich automatisch abgezogen werden, die Abwicklung wird vom jeweiligen Broker oder Bank in Österreich durchgeführt.

Broker im Ausland – Worauf muss man achten?
Wer keinen Broker aus Österreich gewählt hat, sondern auf einen ausländischen Broker setzt, der muss sich selbst um die Erklärung der Steuern kümmern. Dies erfolgt durch eine BEkanntgabe der Kapitalerträge in der Einkommenssteuererklärung. Je nach Anlagevolumen und Gründen, die für einen ausländischen Broker sprechen kann sich der zusätzliche Aufwand jedoch lohnen.

Fonds & ETF Sparpläne – Steuern in Österreich

Auch wen das direkte Investment in Aktien bei immer mehr Kleinanlegern eine Alternative zum Sparbuch darstellt, gibt es auch eine einfachere Möglichkeit, in die Börsenwelt einzusteigen.
Dies ist beispielsweise über einen ETF Sparplan möglich – diese überzeugen durch breite Streuung sowie günstige Gebühren.

Je nach Online Broker gibt es auch Aktionen und Angebote, kostenlos ETF Sparpläne zu besparen. Somit kann man mit einem monatlichen Investment ab 25 € konstant investieren und sich den Cost Average Effekt zu Nutze machen.

Die Erträge thesaurierender Fonds werden nicht zu 100, sondern vorerst nur zu 60 Prozent mit 27,5 Prozent besteuert. Die übrigen 40 Prozent des Gewinns werden versteuert, sobald der Fonds oder ETF verkauft wird. Somit wird die Besteuerung zumindest teilweise aufgeschoben.

Auch hier gilt: Die Versteuerung erfolgt automatisch, wen Sie bei einem Broker aus Österreich ihren Sparplan angelegt haben.

Zusammenfassung zum Thema Steuern & Wertpapiere

Wer nicht gerade auf Aktien von ausländischen Unternehmen oder einen Broker im Ausland setzen möchte, der muss sich bei Aktien, Fonds, ETFs und Co genauso wenig um das Thema Steuern kümmern, wie bei einem klassischen Sparbuch.

Die Kapitalertragssteuer in Österreich liegt bei Wertpapieren aktuell bei 27,5 % und wird direkt vom jeweiligen Broker an das Finanzamt angewiesen. Aufgrund der einfachen Handhabung bezüglich Steuern sowie der Chance auf gute Erträge lohnt es sich, über den Kauf von Aktien oder einen ETF Sparplan nachzudenken.

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