Sturmschadenversicherung in Österreich – Vorteile, Anbieter, Kosten

Eines ist sicher, der nächste Sturm wird kommen. Für einen solchen Fall kann es nicht schaden, entsprechend abgesichert zu sein. Eine Sturmschadenversicherung bietet alles, was benötigt wird, um gegen die Gewalten der Natur zumindest in finanzieller Hinsicht gewappnet zu sein.

Doch welche Vorteile bringt eine solche Versicherung mit sich, wann ist sie notwendig und was kostet es, dass eigene Heim entsprechend absichern zu lassen? Welche Leistungen sind enthalten und wer sind die aktuellen Anbieter auf dem Markt in Österreich.

Wichtig: Eine Absicherung gegen Sturmschäden

Getreu dem Motto, Vorsicht ist besser als Nachsicht, sollen hier alle relevanten Fakten zusammengetragen werden. Das Wissen um eine solche Versicherung kann am Ende erhebliche finanzielle Mittel sparen und Eigenleistungen auf ein Minimum reduzieren.

Wie arbeitet eine Sturmschadenversicherung?

Zuerst einmal aber zu den Hintergründen, denn vielen Menschen ist gar nicht klar, wie eine Sturmschadenversicherung eigentlich funktioniert. Damit die Versicherung greift, muss es auch wirklich einen Sturm gegeben haben.

Dies bedeutet, dass die durchschnittliche Windgeschwindigkeit bei mindestens 60 km/h pro Stunde gelegen haben muss. Zudem muss dies über einen größeren Zeitraum der Fall gewesen sein, sodass sich die daraus resultierenden Schäden erklären lassen.

Eine einfache Behauptung genügt in diesem Fall natürlich nicht, denn die Versicherungen prüfen bei einer Schadensmeldung in jedem Fall die Daten des Wetterdienstes, sodass die genaue Windgeschwindigkeit und die Verhältnisse vor Ort zum Zeitpunkt der Schadensentstehung erfasst werden können. Decken sich die Daten mit den Angaben, kann eine entsprechende Regulierung durchgeführt werden.

Warum sollte man eine Sturmschadenversicherung besitzen?

Der wesentliche Vorteile einer Sturmschadenversicherung ist die Tatsache, dass diese Schäden abdeckt, die von manch anderer Versicherung nicht inbegriffen werden. Eine Gebäudeversicherung enthält in den meisten zwar eine gewisse Absicherung gegen Sturm und höhere Gewalt, allerdings werden auch nur die wesentlichen Punkte abgedeckt.

Hier wird zum Beispiel das Dach ersetzt oder es können neue Fenster auf Kosten der Versicherung eingebaut werden. Allerdings werden viele Nebenschäden, die ebenfalls sehr ins Geld gehen können, gar nicht bedacht.

Ist zum Beispiel der Garten verwüstet, das Gartenhaus zerstört oder ein Grillbereich nicht mehr zu benutzen, dann müssen die Kosten ohne eine zusätzliche Absicherung aus eigener Tasche bezahlt werden. Auch hier stehen oftmals tausende von Euro im Raum. Wenn sogar noch Bäume gefällt und abtransportiert werden müssen, können sich diese Summen sehr schnell deutlich vergrößern.

Die Sturmschadenversicherung ist demnach also als eine Zusatzversicherung zu verstehen. Während das Gebäude selbst in vielen Bereichen durch die Gebäudeversicherung geschützt wird, der Hausrat durch die Hausratversicherung ersetzt werden kann und sogar das Auto durch die Teil- oder Vollkasko abgesichert ist, sind die umliegenden Bereiche meist einem Sturm finanztechnisch hilflos ausgeliefert.

Diese Versicherer offerieren einer Sturmschadenversicherung

Die bekanntesten Anbieter auf dem Markt sind derzeit:

  • 1. Donau Versicherungen
  • 2. Ergo Versicherungen
  • 3. Grazer Versicherungen
  • 4. HDI Versicherungen
  • 5. Helvetia Versicherungen
  • 6. Merkur Versicherungen
  • 7. Niederösterreichische Versicherungen
  • 8. VAV Versicherungen
  • 9. Wüstenrot Versicherungen
  • 10. Zurich Versicherungen

Die Liste könnte noch um einige Anbieter fortgesetzt werden, denn im Grunde hat jeder größere Versicherer einer entsprechende Police im Angebot. Gleich ist bei allen, dass die Versicherung in der Regel sofort greift und keine Wertezeit erforderlich ist. Allerdings unterscheiden sich die Konditionen in Bezug auf die Abdeckung von Schäden und die Höhe der Schadensregulierung doch erheblich.

Um das beste Angebot für die eigenen Bedürfnisse zu finden, sollte man sich daher beraten lassen. Auch kann eine Vergleich nicht schaden, denn hier lassen sich manchmal bestimmte Aspekte genauer erkennen.

Zudem bieten viele Anbieter das Prinzip des Baukastens an, sodass sich der Versicherungsnehmer seine Sturmschadenversicherung selbst konstruieren kann. Da nicht jeder einen Garten hat, kann dieser in einem Paket zum Beispiel weggelassen werden, während an seine stelle bestimmte Außenanlagen wie Garagen treten. Hierdurch können die Kosten maßgeschneidert werden und man zahlt am Ende nur für dass, was auch wirklich gebraucht wird.

Was deckt eine Sturmschadenversicherung genau ab?

Die Sturmschadenversicherung greift zum Beispiel dann, wenn Schäden durch umstürzende Bäume hervorgerufen werden. Dies gilt auch dann, wenn in der Sprache der Versicherungen, Konstruktionen von Menschenhand den Windböen nicht mehr standhalten. Hier kann es sich um Strommasten oder andere aufrecht stehende Strukturen handeln.

Zudem werden auch Schäden durch Hagel, durch Schneedruck, durch Felsstürze oder Erdrutsche, die infolge des Sturmes aufgetreten sind, reguliert. Inbegriffen ist dabei auch das Abhandenkommen von Sachgütern, die durch die Folgen der genannten Schäden nicht mehr Funktionsfähig sind. Wer zum Beispiel seinen Rasenmähertraktor in einem Schuppen gelagert hat, der von einem Baum zerstört wurde, kann somit diesen Verlust von der Versicherung erstatten lassen.

In der Regel bieten die entsprechenden Policen auch noch die Möglichkeit, diverse Sondervereinbarungen zu schließen. So können zum Beispiel freistehende Solaranlagen, Verglasungen aller Art und Glasdächer sowie Schäden durch Hochwasser in die Verträge mit aufgenommen werden. Letzteres ist meistens nur dann möglich, wenn das Wohnobjekt sich in einem von Hochwasser bedrohten Bereich befindet.

Wichtige Angaben beim Abschluss der Versicherung

Wer eine Sturmschadenversicherung abschließen will, der muss einige wichtige Angaben machen können, die nicht nur für den Versicherungsschutz, sondern auch die Höhe der späteren Prämien wichtig sind.

Zum einen sollte die Größe der Außenfläche genau benannt werden können. Des Weiteren müssen alle Aufbauten exakt aufgeführt werden, die auf dieser mitversichert werden sollen. Hierzu zählen nicht nur Hochbauten, sondern auch Anlagen wie Pools oder Teiche und sogar Beetanlagen. Aus alle diesen Angaben ergibt sich später der ermittelte Schadenswert, den die Versicherung an den Eigentümer erstattet. Dabei sollte die Bezifferung der Summen so genau wie nur möglich ausfallen, da ansonsten anhand von Vergleichswerten eine entsprechende Einschätzung getroffen wird. Diese bewegt sich aber nicht immer in einem realistischen Rahmen, sodass hier hohe Verluste im Raum stehen können.

Beim Abschluss des Vertrages sollten auch alle anderen Versicherungen erwähnt werden, die bereits in Zusammenhang mit der Absicherung des Objektes abgeschlossen wurden. Auf diese Weise kann ermittelt werden, ob bestimmte Schäden bereits durch diese abgedeckt werden, sodass keine Überversicherung befürchtet werden muss. Letztlich – wie bereits erwähnt – wirken sich alle Angaben auf die später zu zahlenden Beiträge aus. Daher sollten die entsprechenden Unterlagen bei Vertragsschluss schon bereitliegen, denn dies kann eine Menge Zeit und Mühe ersparen.

Wie erfolgt die Regulierung?

In der Regel erfolgt die Regulierung eines solchen Schadens nicht pauschal. Anders als bei anderen Versicherungen reichen Bilder von den Schäden nicht aus. In den meisten Fällen wird daher ein Gutachter vor Ort entsandt, der sich von der Lage ein Bild machen kann.

Daher ist es nicht empfehlenswert, sofern nach dem Sturm mit der Beräumung zu beginnen. Vielmehr sollte die Versicherung kontaktiert werden. Entsprechende Aufnahmen des Grundstückes können dabei weiterhin als Belege genutzt werden, sofern es nicht möglich ist, alles im Zustand des Schadens zu belassen.

Nach der Aufnahme der Schäden erfolgt die Regulierung in der Regel recht schnell. Meisten sind nur zwei Wochen erforderlich, bis eine Auszahlung der Summe möglich ist. Allerdings – dies soll nicht unter den Tisch fallen – kann auch ein entsprechendes Gutachten erstellt werden.

Ein solcher Vorgang kann dann mehr Zeit in Anspruch nehmen. Allerdings werden solche Maßnahmen nur dann unternommen, wenn es Unstimmigkeiten bei den Schäden vor Ort gibt, die einfach nicht zum Sturmgeschehen passen können.

Was kostet eine Sturmschadenversicherung?

Angefangen bei 35 Euro können sich die Kosten auch auf bis zu 250 Euro erstrecken. Wie bei allen Versicherungen kann aber auch hier keine pauschale Antwort gegeben werden, denn es hängt immer davon ab, was in welchem Umfang und zu welchem Wert versichert werden soll.

Je größer das Grundstück und desto teurer die Aufbauten, desto mehr muss in eine solche Versicherung investiert werden. Dies ist aber auch nur dann der Fall, wenn man in einer Region Österreichs lebt, die häufig von Stürmen und anderen Naturkatastrophen betroffen ist.

Versicherungen führen zu diesem Zweck entsprechende Listen, in denen die Gebiete verzeichnet sind, in denen häufig Schäden durch Stürme zu erwarten sind. Das hier die Kosten dann entsprechend höher liegen, ist somit nicht verwunderlich.

Wer in einer Gegend lebt, in der nur wenige Stürme zu verzeichnen sind, kann dann durchaus günstiger eine entsprechende Police zu vergleichbaren Konditionen erhalten. Geld kann auch gespart werden, wenn bestimmte Schäden bereits durch andere Versicherungen abgedeckt werden. Diese können dann aus der Police gestrichen werden, sodass sich die monatlichen Abschläge um den entsprechenden Betrag reduzieren.

Sturmschaden- oder Elementarversicherung?

Immer wieder taucht auch der Begriff Elementarversicherung auf. Was ist aber unter diesem zu verstehen? Lohnt sich eine solche Versicherung mehr, als eine reine Sturmschadenversicherung?

In der Regel muss über diesen Punkt gar nicht nachgedacht werden. Der Begriff Elementarversicherung beschreibt eine Versicherung, bei der auch Schäden durch Sturmfluten, Hagel, Schnee oder Blitzschlag enthalten sind.

Eine Sturmschadenversicherung bietet aber in der Regel vor den meisten dieser Umwelteinflüsse Schutz, sodass der Begriff Elementarversicherung durchaus mit dem Terminus Sturmschadenversicherung gleichgesetzt werden kann.

Bis auf den Fall des Blitzschlages, dies muss aber deutlich gesagt werden, ist in dieser Versicherung keine Feuerversicherung enthalten. Da ein Brand vielfältige Ursachen haben kann, muss hierfür in der Regel eine separate Versicherung abgeschlossen werden.

So lässt sich eine Feuer nicht in jedem Fall auf die Einflüsse eines Sturmes zurückführen. Ausgenommen ist dabei eben die Tatsache, dass genau nachgewiesen werden kann, dass der Brand im Dachstuhl von einem Blitz verursacht wurde. Hier greift aber für gewöhnlich die Gebäudeversicherung, sodass dieser Aspekt in der Sturmschadenversicherung nicht weiter beachtet werden muss. Lediglich bei einem Brand durch Blitzschlag im Garten, kann es nicht schaden, wenn dieser Bereich von der Police mit erfasst wird.

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