Testament verfassen in Österreich – Kosten & Vorlage

In einem Testament in Österreich wird der Nachlass geregelt. Die Kosten für die Verfassung von einem Testament sind nicht standardisiert, betragen abermeist zwiscen 200 und 300 Euro.

Wichtig: Das Testament wird beim Zentralen Testamentsregister der Österreichischen Notariatskammer zu einer einmaligen Aufwandsentschädigung hinterlegt.

Jeder Mitbürger weiß, was ein Testament ist. Man schiebt das Vorgehen, ein Testament zu verfassen, meist lange vor sich hier. Wenn kein Testament hinterlegt oder von den Angehörigen gefunden wurde, erben die nächsten Verwandten. Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner, Kinder, Enkel, Urenkel stehen an erster Stelle.

Wer erbt wen es kein Testament gibt?

Wenn es keine Erben erster Ordnung gibt, wird weiter geforscht nach Erben zweiter Ordnung, das wären Eltern und Geschwister. Die Reihenfolge geht weiter mit Onkel, Tanten, Cousins und Cousinen, also Erben dritter Ordnung. Wenn es keinen Ehepartner gibt, sind die leiblichen und adoptierten Kinder die ersten Erbberechtigten.

Wann sind Enkelkinder erbberechtigt?

Wenn diese nicht mehr leben sollten, sind die Enkelkinder erbberechtigt. So müsste eigentlich alles klar umrissen sein, trotzdem gibt es Streitereien gerade in Erbschaftsangelegenheiten. Sollte der oder die Verstorbene im Testament Fremde bedenken, sind die Pflichtteile auf jeden Fall zu berücksichtigen.

Wichtig: Vor dem Verfassen eines Testaments umfassend informieren und beraten lassen!

Kosten des Testaments

Die Kosten für ein Testament sind nicht genau festgelegt. Die Art des Testaments ist maßgebend. Die Rechtsanwälte oder Notare rechnen nicht nach einheitlichen Kostensätzen ab. In vielen Fällen richten sich die Unkosten nach der Höhe der Erbschaft. Die Erstberatung ist oft kostenlos, die zu erwartenden Kosten und Bedingungen werden bei dieser Beratung besprochen. Bei der Ausstellung eines Testamentes durch einen Rechtsanwalt oder Notar fallen schätzungsweise Kosten zwischen 200 und 300,00 Euro an.

Das Testament wird beim Zentralen Testamentsregister der Österreichischen Notariatskammer zu einer einmaligen Aufwandsentschädigung hinterlegt. Ein selbst verfasstes Testament wird so gegen 100 Euro kosten, wenn es registriert und hinterlegt wird.

Empfohlen wird, dieses Dokument nicht ohne Hilfe eines Notars abzufassen. Empfehlenswert ist es, das Testament im Testamentsregister eintragen zu lassen. Wenn der Todesfall eintritt, ruft der Notar in der genannten Behörde an und das Testament ist zugänglich. Diese Prozedur verhindert, dass einem Erben der letzte Wille des Verstorbenen nicht zusagt und das Testament unterschlagen wird.

Letztwillige und eigenhändige Verfügung

Das Testament ist eine letztwillige Verfügung. Die letztwillige Verfügung wird geschrieben, wenn die gesetzlichen Richtlinien nicht in Anwendung kommen sollen. Die Personen, die eine letztwillige Verfügung hinterlegen lassen können, müssen mindestens 18 Jahre alt sein und geistig in der Lage sein, diese juristischen Schritte zu verstehen. Minderjährige ab dem vollendeten 14. Lebensjahr können eine derartige Verfügung mündlich vor einem Gericht oder Notar dokumentieren lassen.

Das Legat wird ebenfalls als letztwillige Verfügung gehandhabt. Wenn bestimmte Dinge aus der Erbmasse bestimmten Personen überlassen werden sollen, spricht man von einem Legat. Diese Bestimmung müssen die rechtmäßigen Erben anerkennen. Die eigenhändige Verfügung oder auch Testament bedeutet, das Testament oder die Verfügung wurde komplett handschriftlich vom Verstorbenen verfasst, selbstverständlich einschließlich Unterschrift und Datumsangabe. Wurde dieses Dokument mit einer Schreibmaschine, PC erstellt oder einer dritten Person diktiert, handelt es sich um ein fremdhändiges Dokument.

Anfechtung eines Testaments

Berechtigt, das Testament anzufechten, sind alle gesetzlichen Erben. Innerhalb von drei Jahren kann das Testament angefochten werden. Ein Härtefall ist gegeben, wenn der Erbberechtigte erbunwürdig ist. Das heißt im Klartext, dass die Person gemordet oder den Versuch unternommen hat, um an das Erbe zu kommen.

Wenn außerdem der Verdacht entstanden ist, dass der eingesetzte Erbe den Verstorbenen psychisch so manipuliert hat, dass das Testament unter Druck verfasst wurde. Diese Personen sind erbunwürdig durch ihre Niederträchtigkeiten. Weitere Gründe können sein, dass die Erben nicht mit dem letzten Willen des Verstorbenen einverstanden sind. Wenn sie darauf bestehen, dass ein Fehler im Testament ist, muss dieser Umstand genauestens überprüft werden.

Es kann sich manchmal um eine Namensgleichheit handeln, um die falsche Angabe eines Verwandtschaftsgrades. Angehörige, die bei einem früheren Testament als Erben betitelt wurden, können unter Umständen ihr Recht einfordern. Bei kleineren Fehlern kann das Testament angefochten werden, bei einem groben nachweisbaren Fehler ist das Testament ungültig. Aus folgenden Gründen kann das Testament angefochten werden:

  • Das Testament wurde nicht formgerecht aufgesetzt,
  • Überprüfung, ob der Verstorbene im Besitz seiner geistigen Kräfte war,
  • bei Irrtum, Täuschung oder gar Drohung,
  • es gibt neuere Testamente, welche von dem vorliegenden abweichen.

In vielen Fällen wird das Testament angefochten, weil die Erben der Meinung sind, das Testament ist völlig unsinnig und der Verstorbene war zum Zeitpunkt, als das Testament aufgesetzt wurde, bereits dement.

Dieser Umstand muss selbstverständlich medizinisch nachweisbar sein. Falls dies nicht möglich ist, können eventuell Gutachter oder Sachverständige das Testament überprüfen. In der Praxis ist diese Prozedur sehr schwierig, da der Patient ja nicht mehr untersucht werden kann.

Ein Beispielfall

Ein Vater hat einen Sohn, mit dem er wenig Kontakt pflegt. Seine Tochter sorgt für ihn. Es ist ihr peinlich, den Vater auf ein Testament anzusprechen, und so vergeht die Zeit, der alte Mann wird dement.

In diesem Falle ist es sehr schwer, wenn der Sohn seinen rechtmäßigen Pflichtanteil verlangt, darauf hinzuweisen, dass er sich ja nie um seinen Vater gekümmert hat.

Hätte der Verstorbene das Testament mit der Erklärung der familiären Situation aufgesetzt, bevor er dement wurde, wäre es zu keinen Problemen gekommen. Sollte ein Rechtsstreit erfolgen, sind die Kosten hierfür vom Erbe zu reduzieren. Der Verbraucher sollte sich überlegen, ob es sich wirklich lohnt zu streiten.

Testament Vorlage Österreich 2018

An dieser Stelle ist das Internet empfehlenswert. Eine Broschüre mit Testamentsbeispielen und entsprechenden Vorlagen kann man sich zukommen lassen. Die Kategorien sind:

  • Alleinstehend ohne Kinder,
  • alleinstehend mit Kindern,
  • Lebenspartnergemeinschaft,
  • verheiratet ohne Kinder,
  • verheiratet mit Kindern.

An dieser Stelle wird darauf hingewiesen, das Testament nicht zu Hause aufzubewahren, sondern beim Zentralen Testamentsregister unbedingt registrieren zu lassen.

Testament Österreich Pflichtteil

Berechtigt, den Pflichtteil zu erhalten, sind die Kinder, falls diese verstorben sind, die Enkel, Ehegattin oder Ehegatte. Als Ehegemeinschaft wird die eingetragene Partnerschaft berücksichtigt. Die Höhe des Pflichtteilanteils ist meist die Hälfte des gesamten Erbes.

Der reine „Verlassenschaftswert“ ist die Kalkulationsgrundlage, das heißt alle vorhandenen Schulden und aufgetretenen Verfahrenskosten werden vom gesamten Erbe reduziert, sozusagen ist der Nettobetrag die Ausgangsbasis. Immobilien oder Wertgegenstände werden entsprechend dem Geldwert geschätzt.

Schenkungen zu Lebzeiten dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Der Anspruch des Pflichtteils besteht sofort nach dem Todesfall, Geldanteile werden jedoch erst nach einem Jahr zur Auszahlung kommen. Wenn sich die Berechtigten nicht innerhalb der nächsten drei Jahre um ihr Pflichtteil bemühen, verjährt das Anrecht.

Wann erfolgt eine Minderung des Pflichtteils?

Eine Minderung des Pflichtteils ist gegeben, wenn der Verstorbene beispielsweise sein Kind/er aus früheren Ehen selten oder gar nicht gesehen hat. Somit besteht kein Nahverhältnis und der Pflichtteil kann bis zur Hälfte reduziert werden. Das Pflichtteilrecht besteht bei Vorlage eines Testamentes und auch, wenn kein Testament vorliegt.

Es kommt in jedem Fall zur Anwendung, es sein denn der Betreffende verzichtet notariell auf sein Pflichtteil.

Sollte im Testament eine fremde Person berücksichtigt werden, müssen die Pflichtteile an die Berechtigten auf jeden Fall zur Auszahlung kommen. Bis zum Jahre 2017 waren auch die Eltern des Verstorbenen pflichtteilberechtigt, dieses Gesetz gilt nicht mehr.

Entsprechende Beispiele

Eine verheiratete Frau hinterlässt einen Ehegatten und ein Kind aus erster Ehe. Die Frau möchte den Ehemann als Alleinerben einsetzen und bietet dem Kind eine „Schenkung“ an.

Bei Zustimmung des Kindes muss es jedoch schriftlich bei einem Notar auf den Pflichtteil verzichten. Eine ähnliche Konstellation ist, wenn der Verstorbene eine Ehefrau und ein Kind hinterlässt. Er als Unternehmer möchte, dass sein Sohn die Firma weiterführt. Der Unternehmer schließt mit seiner Ehefrau einen Vertrag auf Verzicht des Pflichtteils ab.

Enterbung im Testament – Worauf achten?

Die Enterbung betrifft auch den Pflichtteilsatz, der in diesem Falle nicht zur Anwendung kommt. Der Berechtigte bekommt also kurz gesagt gar nichts. So einfach kann dies jedoch nicht entschieden werden. Gewisse Kriterien sind einzuhalten, um einen Erben zu enterben.

Ein Grund wäre beispielsweise, dass der Verstorbene von dem betreffenden Erben zu Lebzeiten bestohlen oder bedroht wurde und dieses Vergehen mit Freiheitsentzug endete. Wenn der Verstorbene nachweislich seelisch so stark unter Druck gesetzt oder ihm seelisches Leid zugefügt wurde, kommt die Enterbung infrage.

Es gibt familiäre Pflichten und wenn diese gänzlich missachtet wurden, ist ebenfalls die Möglichkeit zur Enterbung gegeben. Generelle kriminelle Handlungen, die mit Freiheitsentzug bestraft wurden, können den Ausschluss des Erbes/Pflichtteils zur Folge haben.

Ein weiterer Grund ist, dass der Enterbte den Verstorbenen in einer Notlage im Stich gelassen hat. Ein hoch verschuldeter Spieler, der sein Geld nur verschwendet und nicht in der Lage ist, das Erbteil nutzbringend zu verwenden, kann übergangen werden. In diesem Falle wird das Pflichtteil dessen Nachkommen weitergegeben. Die Gründe der Enterbung müssen im Testament genauestens dargelegt werden.

Testament – Richtig vererben (Tipps und rechtliche Grundlagen in Österreich)

Das Aufsetzen eines unanfechtbaren Testaments, möglichst unter Hinzuziehung eines Rechtsanwaltes oder Notars ist der sichere Schritt zum richtigen Vererben. Der oder die namentlich eingesetzten Erben sind Haupterben und müssen nur die Pflichtteile zahlen. Zu erwähnen ist hier das Pflegevermächtnis.

Wer in den letzten drei Jahren, und in dieser Zeitspanne mindestens sechs Monate und in diesen Monaten durchschnittlich mehr als 20 Stunden pro Monat den Verstorbenen gepflegt hat, ohne angemessene Bezahlung, kann im Testament bedacht werden. Die Kalkulation des Pflegevermächtnisses wird auf den Pflichtteilsatz gerechnet.

Die Höhe richtet sich auch in diesem Falle nach dem gesamten Erbe. Das Wohnrecht nach dem Tod gilt nur für eine Immobilie, und zwar dort, wo das Ehepaar oder die Lebensgefährten zuletzt gewohnt haben. Bei einer Wiederverheiratung erlischt das Wohnrecht nicht. In jedem Falle sollte ein Rechtsanwalt nochmals über dieses Dokument „schauen“. Ein Formfehler kann das Testament und somit den letzten Willen ungültig machen.

Wer erbt wieviel – Wie hoch ist mein Erbe/Erbschaft?

Die bedingte Erbantrittserklärung mindert das Risiko der Schuldenhaftung des Verstorbenen. Der Erbe haftet zwar trotzdem für die Schulden, jedoch nur im Wert der Aktiva der Verlassenschaft. Der nächste Schritt wäre die Erbausschlagung, und zwar wenn die Schulden des Verstorbenen die Aktiva der Verlassenschaft überschreiben.

Die Gläubigereinberufung verschafft den Erben eine genauere Darstellung der Schulden. Wenn die Gläubiger nicht in einer bestimmten Frist ihre Forderungen geltend machen, werden diese nicht mehr anerkannt.

Der Ehe- oder Lebenspartner erbt im Normalfall ein Drittel des Gesamterbes und die zum ehelichen Haushalt gehörenden Gegenstände. Sollte der Verstorbene Eigentümer des Haushaltes sein, in dem er mit seiner Ehefrau lebte, hat diese das Wohnrecht. Zwei Drittel entfallen auf leibliche und adoptierte Kinder.

Wenn diese verstorben sind, erben die Enkel oder auch Urenkel. Wenn der Ehe- oder Lebenspartner verstorben ist, geht das gesamte Erbe auf die Kinder über. Eheliche und uneheliche Kinder sind gleichberechtigt. Ist ein Kind verstorben und hat keine Nachkommen, wird der Anteil an die anderen aufgeteilt. Hat ein Erbe zwar Wohnrecht, darf er die Immobilie aber keinesfalls verkaufen. Gibt es kein Testament und auch nach anderen Parentelen (Generationsfolgen) keine Erben, fällt das gesamte Erbe dem Staat zu.

Vererbbare Rechte

An dieser Stelle wird nicht von materiellem Erbe geschrieben, sondern von vertraglichen Rechten, Patent- oder Urheberrechten, die bei Unternehmern beispielsweise von äußerster Wichtigkeit sind. Gesellschafter Rechte sind vererblich, wenn diese vertragsmäßig so festgehalten sind.

Nahe Angehörige, die mit dem Verstorbenen in einem Haushalt lebten, haben gesetzmäßig auch bei Nutzung von Mietwohnungen das Eintrittsrecht.

Eine Sonderregelung besteht beispielsweise bei einem Arbeitnehmer, der unterhaltspflichtige Erben hinterlässt. Die Hälfte von einer eventuellen Abfindung, die dem Arbeitnehmer zum Zeitpunkt seines Todes zugestanden hätte, gehört den unterhaltspflichtigen Erben.

Wer erbt ohne Testament?

Statistisch gesehen hat die Hälfte aller Verstorbenen in Österreich kein Testament aufgesetzt. Der Ehegatte und die Kinder sind die Haupterben.

Leibliche und adoptierte Kinder haben Vorrang. Sollte der Ehepartner Kinder mit in die Ehe gebracht haben, sind diese jedoch nicht erbberechtigt, wenn kein entsprechendes Testament besteht, welches die Kinder namentlich aufführt. Das eigenhändig geschriebene Testament mit Unterschrift und Angabe des Datums ist eigentlich die klassische Form eines Testaments.

Drei Zeugen müssen dieses Testament mit unterschreiben. Ein Nottestament kann auch mündlich vor zwei Zeugen abgegeben werden. Dieses ist nur drei Monate gültig, sollte der Betreffende länger leben, ist das Nottestament ungültig. Die Zeugen dürfen selbstverständlich nicht im Testament als Erben auftreten. Es muss sich um unbefangene Zeugen handeln, die über 18 Jahre alt sind.

Fazit: Der Bürger müsste auf jeden Fall ein Testament verfassen, wenn er über ein größeres Erbe verfügt. Dieses Testament, auch wenn es handschriftlich angefertigt wurde, sollte auf jeden Fall von juristischer Seite überprüft werden. Die Registrierung beim Zentralen Testamentsregister muss durchgeführt werden.

Bei der Aufbewahrung zu Hause besteht die Gefahr, dass das Testament nicht oder zu spät gefunden wird. Der Extremfall muss auch bedacht werden, dass einer der Erben das Testament verschwinden lässt, weil es zu seinen Ungunsten erstellt wurde. Namentlich aufgeführte Erben werden berücksichtigt, jedoch die Pflichtteile müssen an die Betreffenden ausgezahlt werden. Ausnahmefälle sind, wenn die Berechtigten der Pflichtteile enterbt werden aus Gründen, wie bereits erläutert.

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