Tiroler warten auf Rückerstattung: Fluglinien auf Tauchstation

Schon seit Wochen warten tausende Flugreisende auf eine Rückerstattung für ihre Flugtickets. Und obwohl das EU-Recht in diesem Fall eindeutig ist – Tiroler Reisende haben noch immer keine Entschädigung erhalten.

Wegen der globalen Coronapandemie hat sich einiges geändert, sowohl für die Kunden als auch für die Airlines. Die letzteren versuchen sich mit diversen Tricks der Situation zu entziehen.

Kunden haben Recht auf eine Rückerstattung

Das europäische Fluggastrecht hat für solche Situationen eine klare Lösung: Passagiere haben das Recht die Kosten für ihre Tickets innerhalb von sieben Tagen erstattet zu bekommen, vorausgesetzt der Flug wurde seitens der Fluggesellschaft abgebrochen.

  • Auch das Coronavirus und die dadurch entstandene Sondersituation ändert nichts an dieser Regelung.
  • Experten raten, die Rückerstattung so schnell wie möglich durchzusetzen, denn im Fall einer Insolvenz der Airline bleibt der Kunde auf den Kosten sitzen. Zur Not sollte auch auf einen Schlichtungsantrag zurückgegriffen werden.

Hinhaltetaktiken bei den Airlines

Das noch so viele Tiroler auf ihr Geld warten hat einen Grund. Fluggesellschaften versuchen die Rückzahlung der Ticketpreise hinauszuzögern. Es gibt Vermutungen, dass dies geschieht, um eine eventuelle Pleite zu verhindern und zusätzliche Liquidität zu erhalten.

Die Lufthansa hat ihr automatisches Rückzahlungssystem abgestellt. Anträge werden nun nur noch manuell bearbeitet, was zu weiteren Verzögerungen führen kann. Andere Airlines werben mit Aktionen, wie Angeboten für Gutscheine. Hinweise auf mögliche Rückerstattungen sucht man vergebens.

Rechtsbrüche wegen des Coronavirus?

Der Artikel 8 der FluggastrechteVO besteht schon seit 15 Jahren und wurde nie angezweifelt. Dennoch verletzen derzeit fast alle Fluglinien das europäische Verbraucherrecht und die Behörde die darauf achten soll, dass sich Airlines an das gültige Recht halten, ist abgetaucht. Die Luftfahrtaufsicht meldet sich nicht zur aktuellen Situation, lediglich Verbraucherschützer und Rechtsanwälte klären Passagiere über ihre Rechte auf.

Auch Reisebüros sind betroffen

Nicht nur einfache Passagiere, auch Tiroler Reisebüros sind durch die Taktiken der Airlines stark betroffen. Genauso wie bei Privatpersonen bieten Fluggesellschaften den Reisebüros nur Gutscheine an, anstatt die ihnen zustehende Erstattung zu überweisen.

Gerade für kleinere und mittlere Büros kann das fatal enden, denn diese müssen wegen gesetzlichen Vorgaben das Geld an ihre Kunden sofort zurückzahlen – Geld, dass sie von Airlines noch nicht erhalten haben.

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