Umschulung durch das AMS – Voraussetzungen, Ziele, Möglichkeiten – Umschulungsgeld

Wenn Menschen nach einem Unfall oder durch eine schwere Erkrankung nicht mehr in ihrem gelernten Beruf arbeiten können, ist das zunächst ein sehr schwerer Schlag.

In solchen Situationen tauchen bei den Betroffenen viele Fragen auf: An wen kann ich mich wenden? Wer berät und unterstützt mich? Die folgenden Informationen geben erste Antworten auf diese Fragen.

Beruflicher Neubeginn aus gesundheitlichen Gründen

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Wichtig: Sich vorab zum Thema Umschulung informieren!
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Eine chronische Erkrankung, zum Beispiel Rheuma, eine plötzlich auftretende Allergie, ein Unfall auf dem Arbeitsplatz oder auch eine stressbedingte Erkrankung, kann dazu führen, dass manchen Betroffenen es unmöglich wird, in dem alten Beruf zu arbeiten.

Somit ist die Rückkehr in das Arbeitsleben nur mit einer Umschulung möglich. Die berufliche Rehabilitation ermöglicht Menschen mit körperlichen seelischen und/oder geistigen Beeinträchtigungen einen Wiedereinsteigerin in das Arbeitsleben.

Erste Anlaufstelle AMS

Sollte eine berufliche Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausgeübt werden kann, ist das Arbeitsmarktservice die erste Anlaufstelle. Das AMS dient hierbei als Beratungsstelle und unterstützt Sie unter anderem:

  • Bei der Berufsfindung und Orientierung
  • Bei der Wahl einer Weiterbildung bzw. Umschulung
  • Mit Beihilfen zu Kurzkosten und Existenzsicherung
  • Bei der Stellensuche

AMS Umschulungsgeld in Österreich

 

  • Welche Bedingungen müssen Sie erfüllen?
  • Wie viel Umschulungsgeld erhalten Sie von uns?
  • Wie lange erhalten Sie Umschulungsgeld von uns?
  • Wie beantragen Sie das Umschulungsgeld?

Diese häufigen Fragen sowie weitere Details zum Thema Umschulungsgeld und zusätzliche Unterstützungen durch das AMS sowie dem Angebot für Umschulung, Berufe für die Umschulung sowie Beratungsmöglichkeiten gibt es beim AMS an dieser Stelle zum Nachlesen.

 

Der Weg zur Umschulung

  • Der erste Termin beim AMS
    Im ersten Schritt wird gemeinsam mit dem/der AMS-BertaterIn die persönliche Situation besprochen. Dabei werden unter anderem die beruflichen Fähigkeiten festgehalten und die gesundheitlichen Einschränkungen aufgenommen.
  • Gesundheitsstraße
    Als nächster Schritt folgt eine arbeitsmedizinische Untersuchung, bei der die gesundheitlichen Einschränkungen abgeklärt werden.
  • Orientierung und Planung
    Im nächsten Schritt wird die Situation analysiert und ein Plan für die Organisation und Finanzierung der Umschulung erarbeitet. In Zusammenarbeit mit dem AMS wird ein passender Kurs ausgewählt.
  • Der Kurs
    Eine Weiterbildung bzw. Umschulung kann beispielsweise am BRRZ aber auch bei anderen Bildungseinrichtungen absolviert werden. Das BRRZ bietet beispielsweise kaufmännische und technische Angebote an. Abhängig nach Situation und beruflichen Vorkenntnissen übernimmt das Arbeitsmarktservice einen Teil der bzw. die gesamten Kurskosten und die Existenzsicherung, unter Umständen gemeinsam mit anderen Institutionen.

Nach erfolgreichem Abschluss der Weiterbildung bzw. Umschulung unterstützt das AMS bei der Jobsuche.

Hürden und Chancen

Menschen, die den Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können, werden häufig von Zukunft- und Existenzängsten geplagt. Dazu kommt oft eine große Traurigkeit, vor allem, wenn man gerne im gelernten Beruf gearbeitet hat. Es ist nicht einfach mit der neuen Situation zurechtzukommen.

Auch während einer Umschulung können durchaus Probleme auftreten. Viele Menschen haben Schwierigkeiten mit der ungewohnten schulähnlichen Umgebung oder müssen sich zuerst wieder an das Lernen gewöhnen.

Der Kontakt mit Menschen in ähnlichen Situationen kann dabei sehr hilfreich sein. MitarbeiterInnen des Arbeitsmarktservice und von Bildungseinrichtungen stehen mit Rat und Tat zur Seite und begleiten die Betroffene auf dem Weg zum neuen Beruf.

Der berufliche Neubeginn macht sehr viel Kraft und Mut erforderlich. Allerdings bietet er die Chance, in einem neuen Beruf glücklich zu werden. Optimal ist es, wenn man fachliche Kenntnisse und Erfahrungen aus dem erlernten Beruf in den neuen Job einbringen kann.

Institutionen und Zuständigkeit

Abhängig von der persönlichen Situation können neben dem AMS auf folgende Kostenträger und Institutionen eine wichtige Anlaufstelle sein:

  • Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (zuständig für Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten)
  • Pensionsversicherungsanstalt (zuständig für Personen, die von einer Invalidität oder Berufsunfähigkeit bedroht bzw. betroffen sind)
  • Bundessozialamt (Ansprechperson für Menschen mit Behinderung)
  • Berufliches Bildungs- und Rehabilitationszentrum (zuständig für die Orientierungs- und Planungsphase sowie für die Durchführung von Umschulungen)

Eigene Chancen erkennen und nutzen

Wenn der erlernte Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausgeführt werden kann, fällt die Suche nach einem Beruf sehr schwer. Folgende Tipps sollen Sie bei der Neuorientierung helfen.

Sie sollten sich genau überlegen, was Ihnen an Ihrem erlernten Beruf besonders gut gefällt. Sollte Ihnen zum Beispiel der Kontakt zu Menschen immer sehr wichtig sein, sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Sie auch im neuen Beruf mit Menschen zu tun haben.

Machen Sie sich Ihrer Stärken bewusst. Welche Fähigkeiten zeichnen Sie besonders aus? Versuchen Sie einen Beruf oder eine Tätigkeit zu finden, in dem Sie Ihre Kompetenzen verwenden können. Vielleicht können Sie in der gleichen Branche tätig werden.

Wenn Sie die Branche wechseln möchten oder sogar müssen, kann eine sogenannte Potenzialanalyse sehr hilfreich sein. Dadurch erfahren Sie, welche Tätigkeiten oder Berufe optimal für Sie geeignet sind.

Nutzen Sie zahlreichen Beratung- und Informationsangebote des AMS und von weiteren Institutionen.

Sie sollten sich gut über die möglichen Berufe informieren. Der Neustart ist nicht einfach. Umso mehr Sie sich schon vor der Umschulungen über den neuen Beruf wissen, desto besser wird der Umstieg gelingen.

Sprechen Sie mit Ihrem Freunde- und Bekanntenkreis über Ihre gegenwärtige Situation. Vielleicht erhalten Sie dadurch gute Anregungen.

Voraussetzungen für den Anspruch

Berufliche Schritte der Rehabilitation können im Zweig der Sozialversicherung von einem Unfallversicherungsträger bzw. von einem Pensionsversicherungsträger erbracht werden. Bei einer drohender Invalidität oder Berufsunfähigkeit besteht bei Durchführung der versicherungsrechtlichen Voraussetzungen ein Anspruch auf Schritte der beruflichen Rehabilitation.

Die Invaliditätspension

Mit Jänner 2014 trat für unselbstständige Erwerbstätige eine Reform des Invaliditätspensionsrechts in Kraft, diese hatte das Ziel, Menschen länger im Arbeitsleben zu halten und die Zahl der Invaliditätspension zu reduzieren.

Dabei soll der Grundsatz „Rehabilitation statt Pension“ verstärkt werden. Ein gesicherter Anspruch auf eine Invaliditätspension oder Berufsunfähigkeitspension für ab 1964 geborene Versicherte nicht mehr in Betracht. Im Austausch wird Rehabilitationsgeld bzw. Umschuldungsgeld gewährt.

Für ArbeitnehmerInnen, welche nur vorrübergehend invalid oder berufsunfähig sind, die die erlernten Tätigkeit nicht mehr ausüben können und die beruflichen Rehabilitationsmaßnahmen nicht zweckmäßig bzw. zumutbar sind, soll eine Umschulung erfolgen. Die Geldleistungen sind als Umschuldungsgeld vorgesehen. Die Berechnung, Gewährleistung sowie die Auszahlung des Geldes und die Durchführung der berufsmäßigen Maßnahmen der Rehabilitation obliegt dem zuständigen AMS.

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