Unterhaltsabsetzbetrag in Österreich 2019 – Höhe, Voraussetzungen

Unterhaltszahlung oder auch Alimente sind sehr verbreitet. Diese Zahlungen stellen oftmals eine hohe Belastung für den Verpflichteten dar. Deshalb hat sich die Gesetzgebung diesbezüglich etwas einfallen lassen: den Unterhaltsabsetzbetrag.

Die Voraussetzungen für den Unterhaltsabsetzbetrag

Wenn man für ein oder mehrere Kinder nachweislich gesetzlichen Unterhalt erbringen muss, kann man im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung maximal die nachfolgenden Beträge steuerreduzierend geltend machen.

Die Höhe des Unterhaltsabsetzbetrages

Der Betrag ist gestaffelt. So können für das erste Kind 29,20 Euro, für zwei Kinder 43,80 und ab dem dritten Kind kann 58,40 pro Monat abgesetzt werden. Diese Beträge müssen bei der Einkommenssteuererklärung (Lohnsteuerausgleich) geltend gemacht werden.

Scheidungen

In Österreich kann man in zwei Arten von Scheidungen unterscheiden. Einerseits die einvernehmliche Scheidung und andererseits die streitige Scheidung, welche auch häufig als Scheidungsklage bezeichnet wird.

Bei einer einvernehmlichen Scheidung wird der Antrag mit beidseitigem Einverständnis von beiden Partnern eingereicht. Die Voraussetzungen für so einen Antrag sind, dass die Partner mindestens seit einem halben Jahr getrennt leben und die Ehe als zerrüttet angesehen wird.

Es ist wichtig zu wissen, dass die Definition von „getrennt leben“ auch zulässt, dass die Partner weiterhin im gleichen Haushalt leben. Es geht per se darum, dass das Zusammenleben der Ehepartner nicht mehr dem Standard einer Ehe entspricht. Außerdem muss der Haushalt weitestgehend getrennt sein. Zum Beispiel muss eine getrennte Kontoführung vorhanden sein.

Bei einer Scheidung: Alimente beachten & Beratung einholen

Einvernehmliche Scheidung

Eine einvernehmliche Scheidung kann entweder mündlich aber auch schriftlich beim Bezirksgericht eingereicht werden. Ein Formular für eine derartige Scheidung gibt es aber nicht, da der Staat sich dazu entschieden hat, dass Scheidungen nicht unterstützt werden. Die Korrektheit des Antrages kann allerdings durch einen Rechtsanwalt überprüft werden.

Partner mit Kinder müssen nachweisen, dass sie vor der Antrageinreichung ausreichend von einer Einrichtung oder einer qualifizierten Person über die Bedürfnisse der Kinder beraten worden sind. So soll zum Beispiel der Einfluss der Scheidung so klein wie möglich gehalten werden. Nach der Einreichung entscheidet das Gericht über die Zustimmung und ein entsprechendes Dokument wird an die Partner verschickt.

Streitige Scheidung

Die streitige Scheidung ist ein vollständiges Zivilverfahren. Somit ist der Prozess aufwendiger. Damit der Prozess begonnen wird, muss der Partner, welcher eine Scheidung will, einen entsprechenden Grund für eine Scheidung geltend machen.

Das Verfahren beginnt dann nicht mit einem Scheidungsbescheid, sondern mit einer Klage.

Hierbei sollte ein Rechtsanwalt die Klageschrift formulieren und überprüfen, da es hier um ein Vortragen von Rechtsgründen geht. Sollte der Klage stattgegeben werden, dann beginnt das mündliche Verfahren.

Der Termin wird von beiden Partnern vereinbart, der Richter wird dann zunächst auf die Möglichkeit einer einvernehmlichen Scheidung hinweisen. Sollte diese Option nicht gewählt werden, dann wird das Verfahren fortgesetzt.

Im Anschluss können beide Parteien ihre Position vortragen, was auch ohne Vorkenntnisse im Scheidungsrecht geschehen kann. Der Richter entscheidet anschließend über die Scheidung und die Entscheidung wird dann den Partner per Postweg mitgeteilt. Sollte einer der beiden Partner nicht mit dem Urteil einverstanden sein, dann steht diesem jederzeit das Recht auf Berufung frei.

Die Festlegung der Unterhaltszahlungen – Höhe der Alimente

Nach der Scheidung kommt es zum Scheidungsvergleich, hier sind die wichtigsten Entscheidungen, zum Beispiel die Unterhaltszahlungen, festgehalten. Abhängig von der Art der Scheidung wird der Vergleich entweder in Einvernehmlichkeit von beiden Ehepartnern oder bei Streitigkeiten mittels eines richterlichen Urteils bestimmt.

Der einvernehmliche Vergleich bringt selbstverständlich erhebliche Vorteile. So bleibt die Beziehung zum Ex-Partner in der Regel freundschaftlicher, die Kosten für das Verfahren sind günstiger und die involvierten Kinder müssen keine Streitereien ertragen.

Mehrere Punkte müssen geklärt werden, damit die Scheidung vollzogen werden kann.

Die Situation der Kinder muss festgelegt werden. In der Regel bleibt die Obsorge der Kinder bei beidem Partner erhalten, doch in Extremfällen kann diese bei einem Elternteil komplett entzogen werden. Zudem kann der Hauptwohnsitz der Kinder festgelegt werden. Besuchszeiten werden ebenfalls festgelegt. Dabei werden auch die Unterhaltszahlungen, dies bildet auch die Grundlage für den Unterhaltsabsetzbetrag, bestimmt.

Die Unterhaltszahlungen werden mit dem Ausgleichsverfahren bestimmt. Das bedeutet, dass jener Elternteil mit dem höheren Verdienst die Unterhaltszahlungen übernehmen muss. So sollen die Unterschiede bezüglich des Einkommens ausgeglichen werden. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, dass beide Elternteile auf den Unterhalt verzichten.

Wenn nun solche Zahlungen für den Ehepartner bzw. die Kinder vereinbart wurden, dann wird die Person, die diese leistet, zum Unterhaltsverpflichteten. So eine Stellung erlaubt es dann, dass diese Person dem Unterhaltsabsetzbetrag erhalten kann.

Ein Unterhaltsverpflichteter ist jene Person die für ein nicht haushaltzugehöriges Kind, das bedeutet, dass das Kind nicht im gleichen Haushalt lebt, sowie dem Ex-Partner, bei dem das Kind lebt, Familienbeihilfe gewährt wird, oder, wer ein Kind mit Unterhaltszahlungen versorgt. Hierbei kommt der zweite Fall deutlich öfter vor. Dennoch ist es möglich, bei dem Nicht-Erhalt der Familienbeihilfe den Unterhaltsabsetzbetrag zu erhalten.

Tipp: Mit einem Unterhaltsrechner für Österreich kann man bequem die Höhe der Alimente berechnen.

Kinder in Drittländern

  • Bei Kindern, welche außerhalb des EU-Raumes, des Europäischen Wirtschaftsraumes oder der Schweiz leben, ist es dem Verpflichteten möglich, den Unterhalt als außergewöhnliche Belastung geltend zu machen.
  • Wenn das Kind nicht innerhalb dieser Länder lebt und außerdem nicht haushaltszugehörig ist, dann steht nur die Hälfte des Betrages zu. Sobald das Kind volljährig ist, erlischt der Anspruch auf Unterhalt.
  • Eine besonders wichtige Voraussetzung für das Erhalten des Unterhaltsabsetzbetrages setzt voraus, dass sämtliche Unterhaltszahlungen gänzlich und wie vereinbart geleitstet wurden bzw. werden. Andernfalls verfallen sämtliche Ansprüche auf den Betrag.
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