Unternehmer: Gewinnfreibetrag für Fonds & Berufsunfähigkeit

Den Jahreswechsel nehmen viele zum Anlass für einen Blick in die Zukunft. Als Unternehmer lohnt es sich dabei, sich auch der finanziellen Vorsorge zu widmen, wissen die steirischen Finanzdienstleister.

Der Alltag als Unternehmer ist gespickt mit einer Vielzahl an Terminen und Entscheidungen, die das „daily business“ mit sich bringt. Dennoch sollte man den Gedanken an die Zukunft nicht hintanstellen.

„Gerade im Bereich der privaten Vorsorge – also für die Zeit nach dem Unternehmertum – können frühzeitig getroffene Maßnahmen erhebliche Kosten sparen.

Wichtig auch für Unternehmer: Lassen Sie sich beraten

Das geht bis zur Sicherung der wirtschaftlichen Existenz“, sagt Hannes Dolzer, steirischer Fachgruppen- und österreichweiter Fachverbandsobmann der Finanzdienstleister.

  • Die Möglichkeiten dafür sind vielfältig und gehen weit über die klassische Berufsunfähigkeitsversicherung hinaus. In letzter Zeit gewinnen zum Beispiel Fonds zunehmend an Bedeutung für die Vorsorge.

Neu: Gewinnfreibetrag auch für bestimmte Fonds

  • Der Grazer Steuerberater Martin Binder erläutert: „Der Gewinnfreibetrag von 13 Prozent kann nicht mehr nur in Anlagevermögen und Wohnbauanleihen investiert werden wie bisher, sondern auch in bestimmte Wertpapiere.

Die Regelungen sind dabei ähnlich wie seinerzeit bei den Wertpapieren für die Abfertigungs- oder Pensionsrückstellung. Aktien sind nicht erlaubt, Fonds aber sehr wohl.“

Binder hat ein einfaches Rechenbeispiel: „Angenommen der Gewinn liegt bei 70.000 Euro, 13 Prozent wären dann 9.100 Euro. Bei einem Steuer-Durchschnittssatz von 40 Prozent ergibt sich dabei eine Steuerersparnis von rund 4.000 Euro.“

  • Hinzu kommt noch, dass Wertpapiere – anders als der Großteil des Anlagevermögens – eine positive Wertentwicklung ermöglichen. So können sie dazu beitragen, dass man als Unternehmer auch in der Pension keine Angst vor finanziellen Einbußen haben muss.
  • Fonds als Sparform zu nutzen lohnt sich selbst in Zeiten der Krise, zeigt ein Vergleich des Fachverbands Finanzdienstleister: Heute sind fast alle Anleger, die vor 10 Jahren Aktien gekauft haben, im Plus – die meisten sogar deutlich.

Wer zum Beispiel Ende Juni 2007 den Betrag von 10.000 Euro in einen Weltaktienfonds investierte, hat den Einsatz bis heute auf durchschnittlich 15.110 Euro vor Steuern vermehrt. Das entspricht im Schnitt einer Jahresrendite von 4,2 Prozent.

Berufsunfähigkeit: Schwerwiegende Folgen

Was die Berufsunfähigkeit angeht, sind Unternehmer im Vergleich zu Arbeitern schlechter gestellt. Ein Tischler bekommt eine Berufsunfähigkeitsrente, wenn er seinen Beruf nach einem Unfall nicht mehr ausüben kann. Beim Tischlermeister kann das aber schon wesentlich schwieriger werden.

  • Elmar Kordik, Obmann-Stellvertreter der steirischen Finanzdienstleister: „Da kann die Versicherung sagen: Auch wenn du körperlich nicht mehr fit bist, einen Bürojob kannst du noch immer machen“, so Kordik.
  • Die finanziellen Folgen sind gewaltig, wie ein aktuelles Berechnungsbeispiel der SVA zeigt: Ein Unternehmer hat 20 Jahre lang ein Jahreseinkommen von 56.000 Euro bezogen (Bemessungsgrundlage für die Versicherung, entspricht 14 x 4.000 Euro). Mit 40 Jahren wird er durch einen Freizeitunfall berufsunfähig. Daraufhin reduziert sich sein Monatsbruttoeinkommen auf nur 1.200 Euro!
  • Was man auch im Vorfeld bedenken sollte: Eventuelle betriebliche Verbindlichkeiten mit persönlicher uneingeschränkter Haftung sind bei Einzelunternehmen oder Personengesellschaften weiterhin zu bedienen. Bei der vorzeitigen Alterspension wirkt sich die Höchstbemessungsgrundlage besonders dramatisch aus.

Viele Teile werden nicht angerechnet

Auch wenn die Zeit nach dem Unternehmersein nicht durch eine Berufsunfähigkeit, sondern durch den regulären Pensionsantritt eingeläutet wird, sind die Prognosen nicht sehr rosig.

  • Kordik: „Erstens weiß keiner, wie sich das Pensionssystem in Zukunft entwickelt – steigen werden die Pensionen sicher nicht.
  • Und zweitens ist man schon jetzt als Unternehmer im Vergleich zu den Mitarbeitern oft schlechter gestellt.“ Das liegt daran, dass die Einkommen oft über jener der Höchstbemessungsgrundlage nach ASVG liegen und wesentliche Teile nicht angerechnet werden oder weil versucht wird, bei den Abgaben so viel wie möglich einzusparen und die Beiträge niedrig zu halten.
  • „Durch bewusstes frühzeitiges Ansparen für den Ruhestand – privat oder im Rahmen einer betrieblichen Altersvorsorge – kann dem entgegengewirkt werden“, steht für Kordik außer Frage.
  • „Als GmbH-Geschäftsführer sollte man in jedem Fall eine direkte Leistungszusage vereinbaren, sprich dass die GmbH dem Mitarbeiter in der Pension eine monatliche Rente auszahlt, die über eine Versicherungslösung rückgedeckt ist. Das ist für den Geschäftsführer auch steuertechnisch günstiger.“

Über die steirischen Finanzdienstleister

Die Fachgruppe Finanzdienstleister der Wirtschaftskammer Steiermark zählt rund 800 aktive Mitglieder und ist Interessensvertretung u.a. für Gewerbliche Vermögensberater, Wertpapiervermittler, Bausparvermittler und Leasingunternehmer.

Gewerbliche Vermögensberater sind unabhängig und vertreten die Interessen ihrer Kunden durch objektive Beratung bei Aufbau, Erhalt und Sicherung des Vermögens.

Die Beratung erstreckt sich insbesondere auf Finanzierung, Veranlagung, Vorsorge und Versicherungen. Obmann der Fachgruppe ist Hannes Dolzer, Geschäftsführer Herwig Kovacs.

Weitere Infos unter www.finanzdienstleister-stmk.at

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