WALDBADEN – Shinrin Yoku – Buchtipp von Mag. Ulli Felber

WALDBADEN Genießen, genesen, gesunden.

In jüngster Zeit macht der Wald zunehmend von sich Reden und das nicht ohne Grund: Seine Heilwirkung auf den Menschen ist beachtlich. Entspannung ist dabei ebenso ein Thema wie Gesundheitsförderung und Genesung.

Im Zuge dessen liest man auch immer öfter vom „Waldbaden“.

Was Waldbaden ist, ist schnell erklärt. Wie es geht, beschreibt ein kleines Buch mit großen Ambitionen und wer möchte, hat ab sofort auch die Gelegenheit, sich selbst zum Waldbaden-Trainer ausbilden zu lassen.

Der Ansatz des Waldbadens stammt aus Japan und wird dort „Shinrin Yoku“ genannt, was wörtlich übersetzt so viel bedeutet wie „Eintauchen in die Waldatmosphäre“. Im deutschen Sprachraum hat sich dafür der Begriff „Waldbaden“ etabliert, der freilich viel Platz für Interpretationen lässt.

Jetzt die Vorteile beim Waldbaden erleben

Generell versteht man unter Waldbaden das bewusste Verweilen im Wald – mit dem Zweck sich zu erholen und seine Gesundheit zu stärken.

Shinrin Yoku ist in Japan seit vielen Jahrzehnten etabliert und schulmedizinisch anerkannt, auch gibt es eigene Kurzentren in den Wäldern vor Ort.

„So weit sind wir in Europa zwar noch nicht, aber viele von uns befinden sich in der glücklichen Lage, den Wald sozusagen vor der Haustüre oder zumindest in erreichbarer Nähe zu haben. Und das Beste daran: der Wald steht uns allen offen und wir können ihn jederzeit kostenlos für uns nutzen!“ so WaldbadenTrainerin Mag. Ulli Felber.

Internationale Studien belegen die Heilkraft des Waldes

Studien aus aller Welt und aus den verschiedensten medizinischen und psychologischen Bereichen belegen vielfach die Heilkraft des Waldes mit erstaunlichen Ergebnissen. So kann ein Tag im Wald die Bildung von natürlichen Killerzellen im Blut bereits um bis zu 40 % steigern, wobei der Effekt laut Studien bis zu zwei Wochen anhält.

Nach zwei im Wald verbrachten Tagen steigt das Level der natürlichen Killerzellen schon um bis zu 50 % an und hält dann bis zu einem Monat. Das heißt, ein Waldbesuch kann sich deutlich positiv auf das Immunsystem auswirken. Außerdem wird die Bildung von Anti-Krebs-Proteinen sowie des Herzschutzhormons DHEA angeregt. Aber das ist noch lange nicht alles, was der Wald „kann“. Ein Aufenthalt im Wald ermöglicht auch Linderung bei Bluthochdruck, Diabetes, Haut- sowie Lungenkrankheiten und trägt deutlich zur Entspannung und Konzentrationsförderung bei, wodurch auch die Schlafqualität verbessert wird.

Wie wirkt der Wald?

Verantwortlich für die heilsame Wirkung des Waldbadens sind in erster Linie seine sogenannten „Terpene“ – gasförmige Moleküle, die unter anderem auch von Bäumen abgegeben werden. Viele dieser Terpene kann man tatsächlich riechen, denn sie sind Bestandteil der herrlichen Waldluft.

Die Baumterpene werden oft als „Baumvokabeln“ bezeichnet, da Bäume damit untereinander kommunizieren. An sich schon eine sehr spannende Angelegenheit, aber mindestens genauso interessant ist, dass auch unser Immunsystem viele dieser „Baumvokabeln“ entschlüsseln kann und umgehend positiv darauf reagiert. Abgesehen von den Terpenen wirkt aber auch die Waldatmosphäre an sich auf Körper, Geist und Seele des Menschen. Es ist der in sich „geschlossene“ Raum, die Ruhe in Verbindung mit der sanften Geräuschkulisse, der aromatischen Waldluft, den vielen verschiedenen Grüntöne, das Naturerlebnis an sich – all das hat auf die meisten Menschen eine zutiefst beruhigende Wirkung.

Ist ein Waldspaziergang bereits „Waldbaden“?

Naturliebhaber werden sich über all diese Fakten freuen, aber vermutlich kaum wundern. Denn wer gerne in den Wald geht, weiß, wie gut ein Waldbesuch tut. Stellt sich nun die Frage, ob es nicht reicht, einfach in den Wald zu gehen?

Zum einen: ja. Denn ein Aufenthalt im Wald wirkt sich immer positiv aus, egal ob man wandert, radelt, joggt oder einfach nur dasitzt. Man muss nichts Besonderes tun, aber man kann. Denn anhand von gezielten Übungen kann man die Wirkung des Waldes deutlich intensivieren. Wie das geht, beschreibt Ulli Felber anhand von einfachen Übungen in dem Buch „WALDBADEN – Das kleine Übungshandbuch für den Wald“, das am 22. März 2018 erscheint.

So geht’s!

Um sich gezielt verschiedenen Anliegen widmen zu können, hat Ulli Felber die Übungen in drei wesentliche Bereiche unterteilt: Während es im Bereich „Körper“ vor allem um Atem- und Meditationsübungen zur Stärkung des Immunsystems geht, widmet sie sich im Bereich „Geist“ verschiedenen Achtsamkeits- und Sinneswahrnehmungen zur Stressreduktion und Entspannung. Im Bereich „Seele“ wiederum finden sich einfache Natur- und Kraftrituale, die unter anderem bei psychischen Belastungen zum Einsatz kommen.

„Mein Ansatz ist ein bewusst einfacher, der jedem Menschen zugänglich sein soll. Man benötigt keinerlei Vorkenntnisse und es spielt auch keine Rolle, ob man jung oder alt, aktiv oder gemütlich, gesund oder belastet ist.

Auch ist es nicht ausschlaggebend, ob man spirituell veranlagt oder eher bodenständig ist“, so Ulli Felber. Laut japanischer Ärzte sollte man beim Waldbaden übrigens nicht mehr als einen guten Kilometer pro Stunde zurücklegen. Was zählt, ist das Wahrnehmen, Erleben und Genießen, ohne Zeitdruck und ohne bestimmtes Ziel. Ein Ansatz, der in unserer hektischen Zeit gerne angenommen wird.

Waldbaden erleben

Das Anliegen der Grazerin ist es, mit ihrem Buch und ihren Workshops Menschen dazu zu inspirieren, die Heilkraft des Waldes bewusst für sich zu nutzen und durch verschiedene Übungen noch zu vertiefen.

Wie es geht, vermittelt Felber in ihren Workshops, die von wenigen Stunden bis zu mehreren Tagen dauern. „Das Workshop-Konzept wird sowohl hinsichtlich Inhalt als auch Umfang an das Anliegen der jeweiligen Gruppe angepasst. Es gibt Gruppen, die sich speziell der Entspannung widmen wollen, andere die gerne Waldbaden in allen Facetten erleben möchten“, erklärt die Burnout-Prophylaxe-Trainerin. Die Gelegenheit einen Workshop zu besuchen gibt es zu verschiedenen Terminen sowie auf Anfrage.

Selbst Trainer werden – Waldbaden Ausbildung

Ab April bietet Ulli Felber gemeinsam mit der Biologin und Waldpädagogin Almut Moshammer eine Ausbildung zum Waldbaden-Trainer an. In der zweiteiligen Ausbildung werden themenspezifische theoretische und praktische Inhalte vermittelt, die Absolventen dazu befähigen sollen, zukünftig selbst Workshop-Konzepte zu entwickeln und Gruppen anzuleiten.

Die Ausbildungsinhalte umfassen dabei Themen wie Waldkunde, rechtliche Grundlagen, Didaktik, Entwicklung von Workshop-Inhalten sowie natürlich die Geschichte des Waldbaden, praktische Übungen und vieles mehr.

„Uns ist bewusst, dass in den kommenden Jahren viele Angebote am Markt entstehen werden. Unser großes Anliegen ist es aber, eine fachlich fundierte und sehr praxisorientiert Ausbildung anzubieten“, erklärt Ulli Felber.

Bleibt noch die Frage offen, ob uns Shinrin Yoku nun wirklich etwas Neues bringt? Auf den ersten Blick vielleicht nicht, zumindest jenen nicht, die ohnehin gerne in den Wald gehen.

Auf den zweiten Blick aber schon: Shinrin Yoku hat eine Bewegung in Gang gesetzt, die Menschen motiviert, wieder in die Natur zu gehen und den Wald an sich als Ort der Entspannung und zur Gesundheitsförderung zu nutzen. Ein zweifelsohne wertvolles Bewusstsein, das damit gefördert wird.

Mehr zum Thema Waldbaden gibt es auf: www.waldwelt.at

  • Buchtipp: WALDBADEN – Das kleine Übungshandbuch für den Wald von Ulli Felber
  • Verlag: Schirner
  • ISBN-13: 978-3843451697
  • Erscheinungsdatum: 22. März 2018

Mag. Ulli Felber wurde 1981 in Graz/Österreich geboren. Sie studierte Kommunikationswissenschaften und Kunstgeschichte und arbeitet hauptberuflich als Werbetexterin.

Sie ist leidenschaftliche Reisende und betreibt seit 2010 das Spendenprojekt »Hilfe für Ladakh«. Den Wald als Ort der Ruhe und Kraft hat sie früh für sich entdeckt und bereits in ihrer Studienzeit bewusst zu nutzen begonnen.

In den vergangenen Jahren hat die diplomierte Burnout-Prophylaxe-Trainerin und Waldpädagogin i. A. damit begonnen, ihr Wissen aus beiden Bereichen miteinander zu verbinden und in Workshops an Interessierte weiterzugeben. Eine Auswahl an praktischen Übungen findet sich in ihrem Buch „WALDBADEN – Das kleine Übungshandbuch für den Wald“.

Artikel gefällt? Bitte bewerte diesen Beitrag.
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (0,00/5 - 0 Bewertungen)
Loading...

Kommentare

  1. Beatrice Dirnbacher says:

    Wann und wo gibt es in Österreich Seminare oder Workshops für waldbaden

    LG B.DIRNBACHER

Deine Meinung ist uns wichtig

*