Was ist eigentlich das Stammkapital? – GmbH gründen, Gbr, Kommanditgesellschaft

Der Begriff des Stammkapitals kommt aus dem Unternehmensrecht und bezeichnet die von den Gesellschaftern einer GmbH zu leistenden Einlagen, die zuvor im Gesellschaftervertrag festgelegt worden sind.

Zum Schutz von Gläubigern der Gesellschaft unterliegt das eingezahlte Stammkapital besonderen Pflichten und Bedingungen, die zur Erhaltung des Gesellschaftsvermögens erforderlich sind.

Das Stammkapital wird von den Gesellschaftern in der Regel in bar eingezahlt. Mit erfolgter Einlage auf dem Konto der GmbH wird aus den privaten Einlagen der Gesellschafter das Stammkapital der Gesellschaft. Die Einlage gehört mit diesem Rechtsakt dann zum Gesellschaftsvermögen der Gesellschaft.

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Informationen – Stammkapital und GmbH – Firma gründen in Österreich

Warum benötigt eine GmbH in Deutschland das Stammkapital und wie hoch ist die Mindesteinzahlung?

Die Besonderheit der GmbH liegt bereits in ihrem Namen. GmbH bedeutet Gesellschaft mit beschränkter Haftung.

Wichtig: Eine solide Finanzierung und das entsprechende Stammkapital

Im Gegensatz zu einem Privatunternehmer, der mit seinem gesamten Vermögen sowohl privat als auch unternehmerisch haftet, ist bei der GmbH die Haftung der Gesellschafter auf das eingezahlte Stammkapital beschränkt. Zum Schutz des Privatvermögens der GmbH Gesellschafter wurde der Begriff des Stammkapitals gebildet.

Das Stammkapital, das auch in das Handelsregister eingetragen wird, dient dem Schutz von Gläubigern der GmbH als Haftungsmasse für Verbindlichkeiten, welche die GmbH gegenüber den Gläubigern eingegangen ist.

Auch im Zusammenhang mit Bankfinanzierungen für die GmbH ist die Höhe des Stammkapitals eine zusätzliche Sicherheit für die Bank bei Kreditverhandlungen. Die Eintragung der GmbH in das Handelsregister genießt öffentlichen Glauben und kann von jedem eingesehen werden, der daran interessiert ist.

In Deutschland ist für die Gründung einer GmbH ein Stammkapital von mindestens 25.000 Euro erforderlich. Gesetzliche Grundlage für die Erbringung und Einzahlung des Stammkapitals ist das GmbH Gesetz. Juristisch betrachtet gibt es in diesem Zusammenhang die Unterscheidung zwischen Stammkapital und Stammeinlage.

Die Stammeinlage bezeichnet die einzelne Einlage eines jeden Gesellschafters nach dem Gesellschaftervertrag bei der Gründung des Unternehmens. Erst die Summe aller geleisteten Stammeinlagen der beteiligten Gesellschafter ergeben das Stammkapital der Gesellschaft.

Wie ist die rechtliche Situation bei dem Stammkapital in Österreich?

In Österreich beträgt die Mindesteinlage für das Stammkapital 35.000 Euro. Auch hier bedeutet das Stammkapital die Einzahlungsverpflichtung der einzelnen Gesellschafter der Gesellschaft mit beschränkter Haftung. In der österreichischen GmbH ist das Stammkapital eine feste Komponente in der Bilanz.

Es kann nur im Rahmen von Kapitalerhöhung oder Kapitalherabsetzung in der Höhe verändert werden. Rückschlüsse auf die Bonität einer GmbH sind nicht möglich, da das Stammkapital nur eine von vielen Finanzierungsformen in der Bilanz des Unternehmens darstellt.

Dennoch lässt ein hohes ausgewiesenes Stammkapital einer GmbH vermuten, dass die Kreditwürdigkeit eher positiv ist, da auch in Österreich das Stammkapital sehr langfristig dem Unternehmen zur Verfügung stehen wird.

Wie wird das Stammkapital in die GmbH eingebracht?

Die Einlage des Stammkapitals in eine GmbH ist nicht zwingend in Form einer Bareinzahlung auf das Konto der GmbH vorgeschrieben. So kann der Gegenwert des Stammkapitals auch in Form von Wertgegenständen als Sacheinlage in das Unternehmen eingebracht werden.

Zu diesen Wertgegenständen gehören Immobilien, Maschinen oder auch Fahrzeuge als Sacheinlage. Für die Gründung der GmbH muss die Hälfte des Stammkapitals in Höhe von mindestens 12.500 Euro tatsächlich nachgewiesen sein.

Die zweite Hälfte der mindestens 12.500 Euro muss für die GmbH jederzeit verfügbar sein. Sollte das nicht der Fall sein, haften die Gesellschafter für diesen Teil des Stammkapitals mit ihrem Privatvermögen. Jeder an der GmbH beteiligte Gesellschafter ist jedoch verpflichtet mindestens 25 Prozent seiner von ihm gezeichneten Stammeinlage auch tatsächlich aufzubringen, damit die Gesellschaft später zur Eintragung in das Handelsregister gelangen kann.

Der Gründungsakt der GmbH erfolgt bei einem Notar. Hier wird der Gesellschaftervertrag aufgesetzt, unterzeichnet und notariell beurkundet. In diesem Termin wird auch die Höhe des Stammkapitals festgelegt und es wird vereinbart ob die Einlage in Form von Bar- oder Sacheinlagen aus dem Privatvermögen der GmbH-Gesellschafter geleistet werden. In Anwesenheit des Notars wird der Wert einer eventuellen Sacheinlage geschätzt und bewertet.

Für die Bareinlage wird ein separates Bankkonto eröffnet, das lediglich für die Einzahlung des Stammkapitals dient. Der Einzahlungsbeleg der Bank für das Stammkapital dient dem Notar als Nachweis für die Erbringung des Stammkapitals.

Mit diesem Nachweis kann der Notar die Eintragung der GmbH und des mit ihr verbundenen Stammkapitals beim Registergericht beantragen. Nach erfolgter Eintragung ist die GmbH juristisch errichtet und die Eintragung in das Handelsregister ist für jedermann öffentlich zugänglich.

Wie erfolgt der Ausweis des Stammkapitals bei der neu zu gründenden GmbH?

Nach dem GmbH Gesetz unterliegt die Gesellschaft mit beschränkter Haftung gewissen Verpflichtungen. Nach dem Gesetz besteht Buchführungspflicht und die Erstellung eines Jahresabschlusses mit Bilanz und Gewinn und Verlustrechnung.

Eine weitere gesetzliche Verpflichtung für die GmbH ist die Abgabe von regelmäßigen Umsatzsteuererklärungen an das Finanzamt. In der Bilanz einer GmbH erfolgt der Ausweis des Stammkapitals auf der Passivseite gleich an erster Position. Investoren oder Banken, die eine Bilanz der GmbH erhalten können somit sofort auf der Passivseite die Höhe des ausgewiesenen Stammkapitals erkennen.

Das Stammkapital ist in der Praxis aber keine festgelegte Größe, die bei einer Bank in Form eines Festgeldkontos über Jahre hinweg angelegt werden muss. Es darf zu Geschäftszwecken der GmbH genutzt werden, die allerdings nach dem GmbH Gesetz strikten Regelungen unterliegen.

Ebenfalls findet das GmbH Gesetz genaue Regelungen, was die Gesellschafter der GmbH zu tun haben, wenn das Stammkapital bis zu einer gewissen Höhe im Rahmen der unternehmerischen Tätigkeit aufgebraucht sein sollte.

Für den Fall, dass ein Gesellschafter einer GmbH aus dem Unternehmen ausscheiden möchte und die Rückgewähr seines Stammkapitals wünscht, sind die anderen Gesellschafter verpflichtet, vor dem Ausscheiden des Gesellschafters dessen Anteil zu übernehmen oder einen neuen Gesellschafter für die GmbH zu finden.

Was geschieht, wenn die Höhe des Stammkapitals in Turbulenzen gerät?

Das GmbH Gesetz legt fest, dass das Stammkapital im Unternehmen während der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft nicht unterschritten werden darf. Für den Fall, dass es aufgrund einer Fehlentwicklung im Unternehmen zu einem Verlust von mehr als der Hälfte des Stammkapitals kommen sollte, ist gesetzlich die Einberufung einer Gesellschafterversammlung zur Rettung der GmbH vorgeschrieben.

Ist das Stammkapital einer GmbH komplett aufgebraucht, muss die GmbH nach Paragraf 64 des GmbH Gesetzes unverzüglich einen Antrag auf Insolvenz stellen.

Nach den gesetzlichen Regelungen gilt das Stammkapital als unverletzlich in der Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Es ist beispielsweise nicht erlaubt Gesellschaftsvermögen an die Gesellschafter auszuschütten, wenn auf der anderen Seite das Vermögen notwendig ist, um das Stammkapital intakt zu halten.

Die Finanzierung des notwendigen Stammkapitals über einen Kredit ist nicht anzustreben. Für den Fall, dass ein Gesellschafter ausnahmsweise nicht in der Lage ist, seinen Stammkapitalanteil aus eigenen Mitteln zu erbringen, sollte der Gesellschafter nach einem Existenzgründerzuschuss aus öffentlichen Mitteln nachfragen, um seine Einlage leisten zu können.

Was ist eine GbR und welchem Zweck dient sie?

Eine GbR ist die Abkürzung für die Firmenbezeichnung, Gesellschaft bürgerlichen Rechts.
Es ist die einfachste Form des Zusammenschlusses von Privatpersonen oder juristischen Personen zu einer eigenen Rechtspersönlichkeit und die gesetzlichen Voraussetzungen für diese Rechtsform sind im Paragrafen 705 des BGB in Deutschland geregelt.

Für die Gründung der GbR sind mindestens zwei Privatpersonen oder selbstständige Rechtssubjekte erforderlich, die sich in einem Gesellschaftervertrag gegenseitig verpflichten einen gemeinsamen Geschäftszweck zu fördern und die Ziele der GbR zu erreichen.

In der Praxis findet man die Rechtsform der GbR oft bei Freiberuflern wie Ärzte oder Anwälte, die sich in der Rechtsform der GbR zu einer Gemeinschaftspraxis oder Sozietät zusammenschließen. Auch im Bausektor werden gemeinsame Bauvorhaben von rechtlich selbstständigen Bauunternehmen in der Form der GbR für ein ganz bestimmtes Bauprojekt gegründet.

Wozu dient die Bonitätsprüfung und wie wird sie durchgeführt?

Bei Unternehmen ist die Bonitätsprüfung erforderlich, um die Kreditwürdigkeit der Firma festzustellen. Das Kreditinstitut beschafft sich von seinem Firmenkunden für diese Prüfung wichtige Unterlagen.

Dazu gehört die Bilanz mit Gewinn und Verlustrechnung über mehrere Jahre, die Planung der Zahlungsströme anhand des Cashflows, eine Vermögens- und Schuldenaufstellung des Unternehmens sowie Planzahlen bezüglich Geschäftsentwicklung und Investitionsvorhaben. Zusätzlich beurteilt die Bank die Qualität des Managements und die Erfolgsaussichten seiner Kundin im Markt.

Weitere Informationen zur Bonitätsprüfung erhält die Bank über Bankauskünfte anderer Kreditinstitute und Wirtschaftsauskünfte von Auskunfteien.
Ohne eine umfangreiche Bonitätsprüfung ist die Vergabe von Darlehen oder Krediten an ein Unternehmen nicht denkbar.

Was ist eine Kommanditgesellschaft und wie wird sie gegründet?

Die Kommanditgesellschaft (KG) ist eine weitere Form der Personengesellschaft. Sie besteht aus mehreren Gesellschaftern, die sich zu einem Handelsgewerbe als Unternehmenszweck zusammengeschlossen haben.

In der Kommanditgesellschaft gibt es einen persönlich haftenden Gesellschafter, den Komplementär, der mit seinem gesamten persönlichen Vermögen für die Verbindlichkeiten der KG eintritt. Dazu kommt zumindest ein oder auch mehrere Kommanditisten, die im Gegensatz zum Komplementär nur mit ihrer Kommanditeinlage für die Gesellschaft eine Haftung übernommen haben.

In Österreich gibt es die Besonderheit, dass ab dem 1.1.2007 eine Kommanditgesellschaft nicht nur auf eine Handelsgesellschaft beschränkt ist, sondern der Unternehmenszweck frei für die KG wählbar ist.

Die Gründung der Kommanditgesellschaft erfolgt durch den Komplementär und mindestens einen weiteren Gesellschafter als Kommanditist.

Es wird ein Gesellschaftervertrag aufgesetzt, der notariell zu beurkunden ist. Dritten gegenüber ist die Kommanditgesellschaft mit Aufnahme der Geschäftstätigkeit haftend. Sie wird nach außen hin im Handelsregister eingetragen. Zusätzlich ist die KG auch beim Gewerbeamt und beim Finanzamt anzumelden.

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