Was ist ein Pensionsfonds? – Betriebliche Altersvorsorge, Pensionskasse, Pensionsversicherung

Der Pensionsfonds ist ein rechtlich selbstständiges Versorgungswerk um Altersvorsorgeansprüche von Arbeitnehmern anzusammeln, zu verwalten und bei Rentenbeginn lebenslang an die Bezugsberechtigten auszuzahlen.

Ein Pensionsfonds ist einer Lebensversicherungsgesellschaft sehr ähnlich, wird aber nur in der Form einer Aktiengesellschaft oder eines Pensionsfonds auf Gegenseitigkeit geführt.
Ab dem 1. Januar 2002 gibt es in Deutschland Pensionsfonds.

Im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge ist der Pensionsfonds der insgesamt fünfte Weg zur Durchführung der Altersvorsorge.

Daneben bestehen noch die weiteren Möglichkeiten der betrieblichen Altersvorsorge mit der Direktzusage, der Unterstützungskasse, der Pensionskasse und der Direktversicherung.
Im Laufe dieses Ratgebers werden wir die fünf verschiedenen Wege im Einzelnen vorstellen.

Pensionsfonds & Betriebliche Altersvorsorge in Österreich – Anbieter – Informationen

Welche Aufgaben muss der Pensionsfonds nach dem Gesetz erfüllen?

Die rechtlichen Voraussetzungen sind in § 236 VAG für den Pensionsfonds geregelt.

Der Pensionsfonds arbeitet nach dem Prinzip des Kapitaldeckungsverfahrens.

Das bedeutet, dass von einem oder mehreren dem Pensionsfonds angeschlossenen Arbeitgebern Gelder eingezahlt werden, die vom Pensionsfonds in einem gesonderten Vermögen für die Arbeitgeber angelegt und verwaltet werden.

Das Anlagevermögen ist vom eigenen Vermögen des Pensionsfonds strikt zu trennen und auch die Arbeitgeber haben keinen Zugriff auf die Gelder, die für die Arbeitnehmer angelegt werden.

Wichtig: Zum Thema Pension und Pensionskasse informieren!

Den Arbeitnehmern, für die der Pensionsfonds die Gelder treuhänderisch verwaltet, muss der Pensionsfonds einen Leistungsanspruch auf Zahlung einer Rente zu gegebener Zeit einräumen.
Außerdem verpflichtet sich der Pensionsfonds gegenüber den Arbeitnehmern auf Zahlung einer lebenslangen Rente. Wahlweise gibt es die Möglichkeit bei Renteneintritt des Arbeitnehmers ein teilweises Kapitalwahlrecht in Höhe von maximal 30 Prozent der Rentenansprüche auszuüben.

Die Finanzierung des Pensionsfonds erfolgt aus den Beiträgen mindestens eines oder mehrerer Arbeitgeber sowie den aus den Anlagen erwirtschafteten Erträgen des Pensionssondervermögens.

Neben der Finanzierung durch den Arbeitgeber direkt ist es möglich, dass der Arbeitnehmer im Zuge einer Entgeltumwandlung selbst zusätzliche Einzahlungen in den Pensionsfond vornehmen kann.

Die Rechtsbeziehung der Beteiligten ist ganz klar definiert. Im Rahmen des Durchführungsweges Pensionsfonds erhält der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber ein Versorgungsversprechen, das für ihn eine betriebliche Altersversorgung durchgeführt wird. Zwischen dem Pensionsfonds und dem Arbeitgeber wird ein Pensionsfondsvertrag geschlossen, der den Pensionsplan beinhaltet, in dem Beitragszahlungen und Leistungen vereinbart werden. Die Rechtsbeziehung zwischen Pensionsfonds und Arbeitnehmer besteht aus dem Versprechen des Pensionsfonds, dem Arbeitnehmer eine lebenslange Versorgungsleistung zu zahlen.

Welche Leistungen erbringt der Pensionsfonds?

Die Hauptaufgabe des Pensionsfonds ist die Erbringung einer lebenslangen Leistung an den Arbeitnehmer, nach dem dieser die vorgeschrieben Altersgrenze erreicht hat. Weil dieses Leistungsversprechen sehr dem einer Lebensversicherung ähnlich ist, unterliegt der Pensionsfonds den Anlagevorschriften, wie sie auch für Lebensversicherungen gesetzlich geregelt sind.

Aktuell muss ein Pensionsfonds einen Höchstrechnungszins von 0,9 Prozent garantieren und nach dem Versicherungsaufsichtsgesetz auch die Kapitalanlagevorschriften für Versicherungen beachten. Der Arbeitgeber ist nur in der Haftung, wenn der Pensionsfonds insolvent werden sollte.

Seit dem Jahr 2005, in dem das VAG überarbeitet wurde, gibt es für Pensionsfonds auch die Möglichkeit einer zusätzlichen Leistungszusage. Hier gibt es keine Mindestleistungen des Pensionsfonds und auch keine quantitativen Vorgaben bezüglich Anlagequote und Zinssatz.

Die Höhe der zu leistenden Rente an den Arbeitnehmer errechnet sich aus den eingezahlten Beiträgen und den erwirtschafteten Erträgen des Pensionssondervermögens. Für den Arbeitgeber ist dieses Verfahren eher nachteilig, da er auch in der Rentenphase seines Arbeitnehmers unter Umständen noch mit weiteren Beitragszahlungen in den Pensionsfonds rechnen muss, sofern das vereinbarte Fondsvermögen nicht ausreicht. (Nachschusspflicht des Arbeitgebers)

Welche Besonderheiten bestehen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber?

Für den Arbeitnehmer ist es wichtig, dass er darauf achtet, dass die Pensionsleistungen, die er aus dem Pensionsfonds erhält, vollständig einkommensteuerpflichtig sind. Dies liegt an der Tatsache, dass die Beiträge in den Pensionsfonds in der Ansparphase vollständig steuerfrei erfolgt sind. Dieses Verfahren nennt man nachgelagerte Besteuerung.

Für den Fall, dass ein Arbeitnehmer seinen Arbeitgeber wechselt, ist er berechtigt seine unverfallbaren Pensionsansprüche zu seinem neuen Arbeitgeber mitzunehmen. Die im Rahmen der Entgeltumwandlung vom Arbeitnehmer erbrachten Leistungen für einen Pensionsfonds sind sofort unverfallbar. Bezüglich der Leistungen die der Arbeitgeber für seinen Arbeitnehmer in den Pensionsfonds leistet, gelten die gesetzlichen Regelungen in Bezug auf die Unverfallbarkeit der Ansprüche.

Für den Arbeitnehmer gibt es zusätzlich bei einem Anspruch auf Entgeltumwandlung für die betriebliche Altersvorsorge auch die Möglichkeit die Riesterförderung zusätzlich in Anspruch zu nehmen.

Als zusätzliche Sicherheit für den Arbeitnehmer im Versorgungsfall ist der Arbeitgeber bei dem Durchführungsweg Pensionsfonds verpflichtet eine Absicherung bei dem Pensionssicherungsverein abzuschließen.

Hier erfolgt die Absicherung des Arbeitgebers für den Insolvenzfall, sofern der Arbeitgeber zu einer Nachschusspflicht für Beiträge zum Pensionsplan des Arbeitnehmers verpflichtet ist. Im Falle der Insolvenz des Arbeitgebers steht dann der Pensionssicherungsverein für die ordnungsgemäße Zahlung der Beiträge und der Rente an den Arbeitnehmer ein.

Wie erfolgt die Anlage der Beiträge im Sondervermögen des Pensionsfonds?

Das Kapitaldeckungsverfahren ist zwingend für die Leistungen zur betrieblichen Altersversorgung im Rahmen des Durchführungsweges Pensionsfonds vorgeschrieben.
Die Geldanlage des Sondervermögens erfolgt größtenteils in Anleihen und Aktien an den Kapitalmärkten.

Um eine höhere Rendite erzielen zu können sind die Beschränkungen in der Kapitalanlagepolitik bei einem Pensionsfonds geringer als in einer Pensionskasse oder einer Lebensversicherungsgesellschaft.

Allerdings kann dadurch auch ein höheres Risiko für den Anleger auftreten.

Für den Arbeitgeber ergeben sich im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge über einen Pensionsfonds erhebliche Vorteile. Es besteht hier die Möglichkeit die Beitragszahlung teilweise zu finanzieren oder über mehrere Jahre zu strecken. Der größte Vorteil für den Arbeitgeber ist aber die vollständige Auslagerung der Pensionsverbindlichkeiten gegenüber den Mitarbeitern aus der Bilanz des Unternehmens mit der Verpflichtung die Pensionsrückstellungen auch noch verzinsen zu müssen. Für den Unternehmer bietet sich neben rechtlichen und steuerlichen Vergünstigungen durch den Pensionsfonds oft auch eine deutliche Entlastung der Liquidität seines Unternehmens.

Werden Pensionsfonds reguliert und überwacht?

Der Pensionsfonds in Deutschland unterscheidet sich wesentlich von Pensionsfonds in anderen Ländern.

Im Ausland sind Pensionsfonds meist vom jeweiligen Arbeitgeber in einem Sondervermögen getrennt verwaltete Gelder für die Arbeitnehmer. Diese Sondervermögen werden vom Arbeitgeber kontrolliert und es gibt keine rechtlich bindende Leistungszusage an den Arbeitnehmer. Leistungen erfolgen ausschließlich aus dem Kapitalertrag des vom Arbeitgeber gesteuerten Pensionsfonds, der meist keinen Anlagevorschriften unterliegt.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht beaufsichtigt deutsche Pensionsfonds und prüft auch deren Zulassung vor Beginn der Geschäftstätigkeit. Auch eine grenzüberschreitende Tätigkeit eines Pensionsfonds in Form von Kapitalanlagen muss vorher von der Aufsichtsbehörde genehmigt werden.

Was bedeutet die Direktzusage des Arbeitgebers im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge?

Der Arbeitgeber hat die Möglichkeit dem Mitarbeiter und seinen Hinterbliebenen, direkt und aus eigenen Mitteln eine Altersrente nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu zahlen. Hierfür erfolgt dem Arbeitnehmer gegenüber unter bestimmten Voraussetzungen eine direkte verpflichtende Zusage.

Bei der Direktzusage gibt es keine außerbetriebliche Einrichtung, die sich um die Verwaltung der Beiträge kümmert. Der Arbeitgeber ist somit auch selbst der Versorgungsträger der Betriebsrente.

Für den Arbeitgeber liegt der Vorteil der Direktzusage darin, dass er keine monatlichen Beiträge an ein Versorgungsunternehmen leisten muss und in der Finanzierung der Beiträge für die betriebliche Altersvorsorge ausgesprochen flexibel ist. Für ihn ist dieser Finanzierungsweg liquiditätsschonend, er ist aber verpflichtet entsprechende Pensionsrückstellungen in seiner Bilanz zu bilden. Oft werden aus Sicht des Unternehmers Rückdeckungsversicherungen abgeschlossen, um das biometrische Risiko möglichst gering zu halten. Bei unverfallbaren Pensionsansprüchen seiner Arbeitnehmer ist der Arbeitgeber verpflichtet zur eigenen Insolvenzabsicherung Umlagenbeiträge an den Pensionssicherungsverein zu leisten.

Wie funktioniert die betriebliche Altersvorsorge in der Unterstützungskasse?

Die Unterstützungskasse ist ein vom Arbeitgeber unabhängiges Unternehmen in der Rechtsform einer GmbH, eines eingetragenen Vereins oder einer Stiftung. Sie ist eine rechtsfähige Versorgungseinrichtung die mit einem Sondervermögen ausgestattet, zur Durchführung der Versorgungszusagen für die Arbeitnehmer eines Betriebes beauftragt worden ist.
Die Unterstützungskasse gewährt keinen Rechtsanspruch auf die Pensionsleistungen.

Aus diesem Grund ist sie von der Überwachung der Versicherungsaufsicht befreit und kann die Anlage des Sondervermögens frei bestimmen. Oft werden die Beiträge im Unternehmen des Arbeitgebers investiert und es wird eine Rückdeckung der Versorgungsbezüge bei einem Versicherungsunternehmen angestrebt. Bei der Unterstützungskasse haftet der Arbeitgeber zusätzlich für die zu erbringenden Versorgungsleistungen.

Was unterscheidet die Pensionskasse von der Direktversicherung im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge?

Im Prinzip sind diese beiden Versorgungswege identisch. In Großunternehmen und im öffentlichen Dienst tritt die Pensionskasse als Sonderform der Direktversicherung auf. Die Pensionskasse wird in der Regel auch vom Großunternehmen direkt betrieben. Die Rechtsform für die Pensionskasse ist entweder die Aktiengesellschaft oder der Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (VVaG).
Seit dem Jahr 2002 sind Pensionskassen auch für kleinere Betriebe geöffnet worden.

Die Direktversicherung gibt es historisch schon länger. Sie ist ein Produkt, das unabhängig von dem Arbeitgeber über ein Versicherungsunternehmen betrieben wird.
Bei der Direktversicherung schließt der Arbeitgeber als Versicherungsnehmer für seinen Arbeitnehmer als versicherte Person einen Versicherungsvertrag bei einer Lebensversicherungsgesellschaft ab.

In beiden Wegen der betrieblichen Altersvorsorge erhält der Mitarbeiter eine Zusage, die entweder von ihm selbst durch Entgeltumwandlung oder vom Arbeitgeber finanziert wird.

Info: In diesem Ratgeber wird auf das Thema Pensionskasse und Betriebliche Altersvorsorge in Deutschland eingegangen. In Österreich ist das Thema ebenfalls für die Altersvorsorge relevant – Details und Informationen dazu gibt es bei ihrem Betriebsrat, ihrem Vermögensberater/Bankberater oder bei Versicherungsanbietern.

Sonderform der Pensionskasse in Österreich

In Österreich werden mehrere Veranlagungs- und Risikogemeinschaften (VRG) von einer Aktiengesellschaft betrieben. Gesetzlich sind hierfür die Grundlagen im Pensionskassengesetz und im Betriebspensionsgesetz geregelt.

Die Besonderheit liegt in der VRG, da die in ihr zusammengefassten Arbeitnehmer ähnliche Eigenschaften in Bezug auf Lebenserwartung und Berufsunfähigkeitsrisiken aufweisen. Jede VRG umfasst mindestens 1.000 Personen, die aus unterschiedlichen Unternehmen kommen können. Unterschieden wird zwischen der Anwartschaftsphase im Berufsleben und der Leistungsphase nach Eintritt der Pensionierung.

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