Wie man Wetterkapriolen optimal begegnen kann – Versicherungspflicht bei Naturkatastrophen?

Wie man Wetterkapriolen optimal begegnen kann

Die jüngsten Unwetter in Südösterreich haben es wieder eindrucksvoll gezeigt – auf Naturkatastrophen kann man sich, sofern vorhersagbar, doch ein wenig einstellen und dementsprechend Maßnahmen ergreifen.

Zivilbevölkerung und Feuerwehren haben sich bereits im Vorfeld auf die starken Regenfälle eingestellt und konnten so schlimmere Folgen verhindern. Aber auch wenn die Vorbereitungen passen und sich die Schäden in überschaubarem Rahmen halten, so ist es doch ratsam, geeignete Versicherungslösungen in Anspruch zu nehmen.

Hohe Versicherungsquote in Österreich

Schon aufgrund des Klimawandels muss man sich auch in Österreich auf das verstärkte Auftreten von Wetterkapriolen einstellen. Bereits das Vorjahr war bei den Unwetterschäden ein Rekordjahr, 2018 könnte ein ebensolches werden.

Aus diesem Grund spricht sich die heimische Versicherungswirtschaft für eine Versicherungspflicht gegen Naturkatastrophen aus. Mit den politisch Verantwortlichen würden bereits Gespräche geführt, heißt es aus der Vereinigung Österreichischer Länderversicherer (VÖL).

„Es wird noch eine größere Katastrophe brauchen, bis die Politik aufwacht“, betont Robert Sturn, Chef der Vorarlberger Landesversicherer, in dramatischer Weise.

Zwar sind bereits rund 90 Prozent der österreichischen Haushalte gegen Unwetterschäden versichert, dies ist der Versicherungswirtschaft aber noch zu wenig. Eine volle Deckung der Schäden wird angestrebt.

Eine 100-Prozent-Quote sei vor allem bei Hochwasser notwendig, bis dato „unsere Achillesferse“, wie es Gerhard Schöffmann von der Kärntner Landesversicherung bezeichnet.

Eine flächendeckende Versicherung würde die Prämien auf jeden Fall leistbar machen, sagen die Versicherer und untermauern dies mit Zahlen: Für ein Haus mit einem Wert von 400.00 Euro wären rund 12 Euro monatlich für eine Versicherung gegen Katastrophen aufzuwenden.

Ist im Privatbereich die Versicherung gegen Feuerschäden meist Bestandteil der Haushalts- bzw. Gebäudeversicherung, spielt die reine Feuerversicherung vor allem im gewerblichen Bereich eine große Rolle.

Bei dieser Versicherungsart umfassen die gängigen Polizzen die Schadensursachen „Brand infolge eines Blitzeinschlages“, „Explosionen“, „Feuer verschiedenster Ursachen“ und „Brände mit anderen Ursachen“.

Auch mögliche Folgekosten, verursacht beispielsweise durch Löschwasser, Rußschäden oder Kosten für den Feuerwehreinsatz oder Mehrkosten durch den Umzug des Unternehmens in neue Geschäftsräume sind inkludiert. In vielen Fällen werden im gewerblichen Bereich nicht nur das Gebäude selbst, sondern auch weite Teile des Betriebsgrundstückes gegen Feuerschäden versichert.

Generell ist in den vergangenen Jahren auch die Häufigkeit von starkem Wind und Stürmen gestiegen. Um Sturmschäden abzudecken, gibt es die Sturmschadenversicherung, die nicht nur Schäden an den eigenen Immobilien, sondern auch an beweglichen Sachen im Garten, an Fahrzeugen sowie Kosten für Aufräum- und Demontagearbeiten abdeckt.

Aber Vorsicht: Mit einer Versicherung gegen Stürme ist es meist nicht getan, sinnvoller ist da die Inanspruchnahme einer Elementarschadenversicherung, die darüber hinaus noch Schäden durch Hagel, Schneedruck sowie Felssturz, Erdrutsch oder Steinschläge abdeckt.

Einsatzorganisationen bereiten sich akribisch vor

Auch der österreichische Feuerwehrausrüster Rosenbauer beschäftigt sich seit Längerem mit Naturgewalten und hat im Rahmen des diesjährigen Ars Electronica Festivals den Leitgedanken „ERROR – the Art of Imperfection“ begleitet.

Das Zusammenkommen von Kreativen, Medienkünstlern, Technologen, Wissenschaftlern, Forschern, Unternehmen & Start-Ups war von dem Gedanken geprägt, dass Fehler als Abweichung zur Norm nicht immer negativ interpretiert werden müssen.

Der Fehler könne auch als Motor in der Gesellschaft gesehen werden, als Anreiz und Impulsgeber für Neues. Fehler würden generell zu Schwierigkeiten führen – zu Unfällen, Bränden und Naturkatastrophen. Gerade Einsatzorganisationen sind mit den Fehlern in Umwelt und Gesellschaft dauerhaft konfrontiert und müssen sich schon im Vorfeld auf diese einstellen.

Concept Fire Truck, (C): Rosenbauer

So stand im Rahmen des Festivals die „Zukunft des Helfens“ im Vordergrund. Die Firma Rosenbauer mit ihren Innovationen und Konzepten war Bestanteil davon. Erste Antworten auf die Herausforderungen gab der Concept Fire Truck (CFT) von Rosenbauer.

Die Konzeptstudie punktet mit einer neuartigen Fahrzeugarchitektur, die mittels E-Antrieben realisiert wird. Damit gehen Verbesserungen bei Ergonomie, Funktionalität und Sicherheit sowie ein höheres Beladevolumen und eine hohe Agilität einher.

So ist das 18-Tonnen-Fahrzeug mit einer Rosenbauer NH35-Pumpe und einem 1.200-Liter-Wassertank ausgestattet und kommt bei einer Antriebsleistung von 350 kW auf eine Höchstgeschwindigkeit von 110 Stundenkilometer. Neben dem CFT war beim Ars Electronica Festival auch das erste, taktische voll elektrische Feuerwehrauto weltweit zu bestaunen. Dieses ist aus einer Kooperation zwischen Linz AG, Kreisel und Rosenbauer entstanden.

Auf einen von Kreisel elektrifizierten Mercedes-Benz Sprinter wurde ein Rosenbauer CL-P-System aufgebaut. Das Fahrzeug verfügt mit einem 120-kW-Elektroantrieb über eine Batteriekapazität von 86 kWh und eine Reichweite von rund 160 Kilometern.

Einsatztätigkeiten der Feuerwehren im Wandel

Zwar ist die Bekämpfung von Bränden nach wie vor eine der Hauptaufgaben der Feuerwehren, aber sie zählt längst nicht mehr zu den Spitzenreitern in der Einsatzstatistik. Für das Jahr 2017 weist die Statistik 272.775 Einsätze (ohne Brandsicherheitswachen) auf, davon 65.884 Brandausrückungen (47.951 tatsächliche Brandereignisse).

Der Großteil der Brände entfiel auf Klein- und Entstehungsbrände, meist in Büro-, Gewerbe- und Industriegebäuden. Die sogenannte technische Hilfeleistung bildete mit 206.891 (+25.488) Einsätzen das Hauptbetätigungsfeld der Feuerwehren. Darunter fallen zum Beispiel der Einsatz nach Verkehrsunfällen, die Rettung von Mensch und Tier oder Auspumparbeiten.

Auf jeden Fall wird es notwendig sein, dass sich Gesellschaft und Politik verstärkt mit den Folgen von Unwettern und Naturkatastrophen befassen. Auch die verstärkt anzutreffenden Hitzeperioden in den Sommermonaten und die damit verbundene Trockenheit erhöht das Risiko für Brände.

Auch hier ist der Mensch, ebenso wie die politischen Entscheidungsträger, die in den vergangenen Jahrzehnten gerne einmal Baubewilligungen in gefährdeten Zonen erteilt haben, gefordert, geeignete Maßnahmen zu ergreifen und der Prävention mehr Raum zu geben.

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