Widerspruch gegen Rechnung einlegen – so geht’s – Rechnungswiderspruch

Wenn in der Buchhaltung eines Unternehmens ein Fehler bei der Rechnungserstellung erfolgt, ist es immer sehr ärgerlich für den Kunden.

In diesem Fall ist es ratsam gegen die falsche Rechnung Widerspruch einzulegen, da der Rechnungssteller unbedingt darüber informiert werden sollte, dass die Rechnung nicht korrekt ist.

Das hat den klaren Vorteil, dass ab dem Moment des Widerspruchs die Forderung als bestritten gilt und man nicht in den gesetzlichen Zahlungsverzug gerät, was wiederum bedeutet, dass vom Mahnwesen noch Inkassobüros Gefahr droht. Wie man am besten in einem solchen Fall vorgehen sollte, möchten wir im weiteren Verlauf erläutern.

Wo muss ich den Widerspruch geltend machen

Die fehlerhafte Rechnung ist beim Rechnungsersteller zu monieren. Dies kann telefonisch sowie in Schriftform erfolgen. Wichtig dabei ist, dass man als Widerspruchseinreicher einen Nachweis darüber besitzt, dass man den Widerspruch tatsächlich geltend gemacht hat.

Dies wird notwendig, wenn ein Unternehmen behauptet, keinen Widerspruch erhalten zu haben.

Stockfoto-ID: 201192715 Copyright: AndreyPopov/Bigstockphoto.com

Wichtig: Rechnungen genau prüfen!
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Wer muss Widerspruch einreichen

Der Widerspruch muss entweder schriftlich oder telefonisch durch den Rechnungsempfänger erfolgen.

Wie kann ich gegen die Rechnung Widerspruch einreichen

In der Regel ist es ausreichend, wenn man die Rechnung mündlich beziehungsweise telefonisch widerruft. In diesem Fall sollte man sich das Datum, die Uhrzeit und den Gesprächspartner notieren, um im Zweifelsfall klar belegen zu können, wann man mit wem in Kontakt getreten ist.

Sollte die telefonische Hotline unmittelbar helfen können, sollte man stets um die Zusendung einer Bestätigung per Mail oder Fax bitten. Wem das telefonisch beziehungsweise mündlich zu unsicher ist, sollte sich die Mühe machen und die fehlerhafte Rechnung schriftlich widerrufen.

Das hat ganz klar den Vorteil, dass man im Problemfall immer was schriftlich in den Händen hält. Der Widerspruch sollte dann per E-Mail, Fax oder postalisch eingereicht werden.

Die Einreichung per Mail und Fax hat den Vorteil, dass es kostengünstig ist, da keine weiteren Kosten entstehen und man einen schriftlichen Nachweis hat, wann man die E-Mail oder das Fax gesendet hat mit Datum und Uhrzeit. Sollte man den postalischen Weg wählen, sollte man den Widerruf per Einschreiben mit Rückschein einreichen, was wiederum mit Kosten und Zeitaufwand verbunden ist.

Welche Punkte müssen in das Widerspruchsschreiben hinein

Der schriftliche Widerspruch sollte folgendes beinhalten

  • Vollständiger Name des Rechnungsempfängers mit gültiger und aktueller Adresse
  • Ort und Datum des Schreibens
  • Adresse des Rechnungsstellers
  • Kundennummer
  • Auftragsnummer
  • Rechnungsnummer
  • Rechnungsdatum
  • Eine genaue Definition des Fehlers der Rechnung
  • Eine Aufforderung eine korrigierte Rechnung zu erstellen

Welche Folgen hat ein Widerspruch

Der Widerspruch hat den Vorteil, dass die Rechnung als bestritten gilt. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass man mit der Forderung nicht in Zahlungsverzug gerät und somit auch keine Verzugszinsen oder Mahnkosten befürchten muss.

Sollte der Rechnungsersteller ein Inkassounternehmen beauftragen oder gar das Mahnverfahren gegen den Rechnungsempfänger einleiten lassen, ist man ebenfalls durch das Widerrufsschreiben sowie der der Empfangsbestätigung des Widerspruchs gegen weitere rechtliche Schritte des Rechnungsstellers geschützt.

Ab welcher Rechnungshöhe kann man Widerspruch einlegen?

Es spielt keinerlei Rolle, wie hoch der Rechnungsbetrag der fehlerhaften Rechnung ist. Man sollte unabhängig über die Höhe der Summe den Widerspruch einreichen und um eine korrigierte Rechnung bitten. Des Weiteren sollte man dem Rechnungssteller klar zu verstehen geben, dass die Rechnung erst dann beglichen wird, wenn die korrigierte Rechnung vorliegt.

In welcher Frist muss man den Widerspruch einreichen?

Der Gesetzgeber sieht keine bestimmte Frist für die Einreichung eines Widerspruchs bezüglich einer Rechnung vor, da zivilrechtlich eine Rechnung nicht normiert ist. Allerdings sollte die fehlerhafte Rechnung unverzüglich monieren werden, um weitere Schwierigkeiten durch Mahnwesen oder Inkassounternehmen zu vermeiden.

Wie geht es weiter nach dem Widerspruch?

Der Rechnungssteller wird die Rechnung überprüfen und gegebenenfalls korrigieren. In diesem Fall werden Sie eine Stornorechnung zu der falschen Rechnung erhalten. Anschließend erfolgt die Ausstellung einer neuen korrekten Rechnung an den Rechnungsempfänger.

Was muss man tun, wenn die fehlerhafte Rechnung bereits bezahlt wurde?

Sollte man die fehlerhafte Rechnung bereits bezahlt haben, gilt in der Regel die Rechnung vom Rechnungsempfänger als anerkannt und angenommen. In diesem Fall stehen die Chancen eines Widerspruchs schlecht. Um nicht in eine solche Situation zu kommen, sollte man immer vor der Zahlung der Rechnung den Inhalt sorgfältig prüfen.

Was passiert, wenn der Rechnungsersteller den Fehler der Rechnung nicht anerkennt?

Sollte der Rechnungssteller keinen Fehler entdecken können oder die fehlerhafte Rechnung nicht anerkennen, muss der Widerspruchseinreicher den Fehler belegen können zum Beispiel durch ein erfolgtes schriftliches Angebot.

Als Rechnungsempfänger hat man immer das Recht auf eine nachvollziehbare und verständliche Rechnung. In diesem Fall ist der Rechnungssteller verpflichtet, die Rechnung plausibel und verständlich zu erklären. Sollte dies dennoch durch den Rechnungsersteller nicht erfolgen, halten Sie den Widerspruch gegen die fehlerhafte Rechnung aufrecht um weitere Mahnkosten zu vermeiden.

Was muss man tun, wenn man sich nicht einigen kann?

Sollten weiterhin Unklarheiten in der Rechnungsangelegenheit bestehen bleiben oder die Aussicht auf Einigung schwinden, kann man den Sachverhalt durch einen Rechtsanwalt oder Gericht prüfen lassen.

Allerdings gilt in einem solchen Fall durch den Rechnungsempfänger zu prüfen, ob sich der Aufwand und der eventuelle Mehrkostenaufwand durch einen Anwalt oder Gericht für die Höhe der Rechnung lohnt und sinnvoll ist.

Was tun bei Schulden wegen offenen Rechnungen?

Je nach Höhe der Schulden und der Anzahl an offenen Rechnungen sollte man sich Hilfe bei einer Schuldnerberatung vor Ort in Österreich holen und sich informieren und beraten lassen.

Fehlerhafte A 1 / Telekom / Handy oder Internet Rechnung

Wer eine Abrechnung über eine ungewöhnlich hohe Summe erhält und diese von einem Internet Anbieter bzw. Handy Anbieter stammt sollte dies genau prüfen und eventuell einen Rechnungswiderspruch einlegen. Trotzdem sollte man vorher auch genau prüfen welche Dienste und Daten man in Anspruch genommen hat und welchen Handy oder Internet Tarif man nützt.

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