Wohnen und Arbeiten als Studentin / Student in Österreich – Studenten Wohnheime

Entscheidet man sich dazu, ein Studium in Angriff zu nehmen, wirft dies bereits im Vorfeld einige wichtige Fragen auf:

Wie finanziere ich mir mein Studentenleben?
Wo und wie werde ich als Studentin / Student wohnen?

Diese Fragen müssen zeitgerecht beantwortet und gelöst werden, anderenfalls starten junge Studentinnen und Studenten mit einem schweren Rucksack ins Studentenleben, der nur schwer abzulegen ist.

Arbeiten als Studentin / Student

Viele Studentinnen und Studenten sind auf einen Nebenjob, einen sogenannten Studentenjob angewiesen. Nur mit diesem Verdienst ist es für sie möglich, dass Studentenleben mit all seinen Ausgaben und Kosten zu finanzieren. Leider sieht die Realität so aus, dass viele Studierende trotz Beihilfen und Förderungen einen einigermaßen normalen Lebensunterhalt nicht finanzieren könnten. Somit ist ein Teilzeitjob neben dem Studium unerlässlich, allerdings wirken sich diese auch häufig negativ auf das Studium und die studentische Leistung aus.

Zudem stellt sich für viele Studentinnen und Studenten auch die folgende Grundsatzfrage: Arbeite ich während der Studienzeit oder nehme ich Studentenjobs in den Ferienmonaten wahr?

Beihilfen und Stipendien – leider oft zu wenig!

Studentinnen und Studenten haben die Möglichkeit, staatliche Beihilfen und Fördermittel in Anspruch zu nehmen. Hierfür müssen entsprechende Kriterien erfüllt und Anträge wahrheitsgetreu und fristgerecht eingereicht werden. Ansprechpartner ist dabei im Regelfall die jeweilige Stipendienstelle bzw. Studienbeihilfe – siehe dazu: https://www.stipendium.at/stipendienstellen/.

Darüber hinaus vergeben nahezu alle Universitäten in Österreich Leistungs- und Förderstipendien, auch Stipendien für Auslandsaufenthalte sind erhältlich. Welche Möglichkeiten die Studentinnen und Studenten diesbezüglich haben, entnehmen Sie den einzelnen Berichten über die jeweiligen Universitäten. Dort haben wir für Sie auch die Stipendien- und Fördermöglichkeiten dokumentiert.

Der Studentenjob – Nebenjob?

Wie bereits einleitend erwähnt, reichen diese Förderungen häufig nicht aus. Viele Studentinnen und Studenten haben auch kein Anrecht auf Beihilfen und sind auf jene finanziellen Mittel angewiesen, die ihnen ihre Eltern zur Verfügung stellen können; auch diese müssen häufig ein Zubrot verdienen, um Wohnen und Leben zu können. Zudem sollte erwähnt werden: Auch Studierende haben ein Anrecht auf das eine oder andere Vergnügen, welches sich Berufstätige durchaus leisten können.

Somit sind viele Studentinnen und Studenten auf einen Nebenjob angewiesen. Der klassische Studentenjob zeichnet sich dabei durch flexible Arbeitszeiten aus, die nicht mit den Terminen an der Universität kollidieren. Somit sollte verhindert werden, dass sich aufgrund der beruflichen Tätigkeit Probleme hinsichtlich des Studiums ergeben.

So sieht zumindest der Idealfall aus. Aufgrund der hohen Nachfrage müssen viele Betroffene natürlich das nehmen, was noch übrig ist. Da heißt es „Flexibel sein“ und den einen oder anderen Kompromiss eingehen – Zulasten des Studiums, Zulasten der Lebensqualität. Nicht selten stellt sich am Ende des Tages die Frage: Ist das noch ein Studentenjob oder ist das Studium zum Nebenjob verkommen?

Zuverdienstgrenzen für Familienbeihilfe und Studienbeihilfe  beachten

Wichtig ist auch, dass die Zuverdienstgrenzen im Auge behalten werden. Als Studentin bzw. Student in Österreich besteht ein Anrecht auf Familienbeihilfe bis zu einer Altersgrenze von 26 bzw. 27 (Präsenzdienst) Jahren. Wird diese bezogen, darf das Jahreseinkommen 10.000 € pro Kalenderjahr nicht überschreiten. Gemeint ist dabei das zu versteuernde Einkommen, also das Bruttoeinkommen abzüglich der:

  • Sozialversicherungsbeiträge
  • Werbungskosten
  • Sonderausgaben
  • Außergewöhnliche Belastungen
  • Arbeiterkammerumlage

Ähnliches gilt für jene Studierenden, die Studienbeihilfe beziehen. Hier liegt die Einkommensgrenze pro Jahr allerdings bei 8.000 €. Für Studierende mit Kind erhöht sich die Verdienstgrenze pro Kind um mindestens 2.700 € pro Jahr.

Achtung: Hier gelten auch (Waisen-) Pensionen, Kinderbetreuungsgeld, Notstands- und Sozialhilfe, Arbeitslosen- und Krankengeld als Einkommen!

Studentenjobs suchen und finden

Wer auf einen Studentenjob angewiesen ist, hat verschiedenste Möglichkeiten, um einen solchen zu suchen und zu finden. Neben den klassischen Aushängen und Schwarzen Brettern an den Universitäten selbst bieten sich natürlich auch heute noch Zeitungsinserate hervorragend zur Jobsuche an. Darüber hinaus bietet natürlich das Internet viele Möglichkeiten, einen Studentenjob zu finden. Folgende Online Angebote und Adressen sollten auf alle Fälle geprüft werden:

Zusätzlich dazu können die jeweiligen Landesseiten des Arbeitsmarkservice (AMS) sowie die Foren der einzelnen Universitäten als Informationsquellen empfohlen werden. Grundsätzlich sollten Interessenten mit offenen Ohren und Augen unterwegs sein, speziell an den Universitäten und im Freundes- und Bekanntenkreis könnten sich Möglichkeiten eröffnen, die es wahrzunehmen gilt. Auch einige Universitäten bieten hier Hilfestellungen an – es lohnt sich also auch, immer wieder einen Blick auf die Universitätsseiten zu werfen – zum Beispiel: http://studentpoint.univie.ac.at/rund-ums-studium/studieren-und-arbeiten/.

Im Übrigen eignen sich viele dieser Job- und Studentenjobportale auch hervorragend dafür, um einen lukrativen Sommerjob / Ferialjob an Land zu ziehen.

Einige klassische Studentenjobs

Hier folgt nun eine kurze Liste mit Jobs, die typisch für Studentinnen und Studenten sind und auf die man auch an jeder Universität, in jeder Universitätsstadt treffen wird:

  • Nachhilfe
  • Call In Center
  • Flyern
  • Gastgewerbe – Bar – Kellnern
  • Promotion für und auf diversen Veranstaltungen / Messen
  • Sicherheitsdienst
  • Handel – Hilfsarbeiten
  • Mystery Shopping – ProdukttesterIn
  • WerberIn – Fundraising (Amnesty International, Greenpeace usw.)

Wohnen als Studentin / Student

Das Thema Wohnen ist sehr heikel, speziell für Studentinnen und Studenten. Grundsätzlich besteht in jedem Universitätsort die Möglichkeit, ein Zimmer oder ein Bett in einem Studentenheim zu erhalten. Leider sieht die studentische Realität häufig ganz anders aus. Das Angebot an Studentenwohnheimen reicht nicht aus, um allen Studierenden, um allen Bewerberinnen und Bewerbern einen Platz zusprechen zu können. Viele landen auf langen Wartelisten und müssen sich nach Alternativen umsehen.

Die Studentenwohnung

Sofern man als Studentin / Student nicht bereit ist, lange Pendlerstrecken (täglich) in Kauf zu nehmen, führt nichts an einer Studentenwohnung vorbei. Für viele Studierende stellt sich diese Frage auch gar nicht, da die Wege zur Universität zu weit und lange sind. So muss also eine private Wohnung angemietet werden, um studieren zu können – vorzugsweise natürlich eine Studentenwohngemeinschaft zusammen mit Freunden und Bekannten.

Aber auch hier muss man früh aktiv werden; zum einen sind die Mietpreise, speziell für Studentenwohnungen, sehr teuer, zum anderen ist auch dieser Markt alles andere als unbegrenzt. Grundsätzlich sollte hier mit hohen Mieten kalkuliert werden, speziell Wien, Salzburg und Innsbruck gelten als extrem teure Pflaster.

Wohnungssuche

Bevor nun aber eine Studentenwohnung gemietet und bezogen werden kann, muss diese natürlich erst gefunden und besichtigt werden. Hierfür bieten sich verschiedenste Kanäle an, angefangen bei den klassischen Zeitungsinseraten in den großen und lokalen Zeitungen und Tageszeitungen, weiterführend über Schwarze Bretter an den Universitäten selbst, bis hin zu Online Plattformen, welche sich auf die Vermittlung von Studentenwohnungen und Mietwohnungen im Allgemeinen konzentriert haben. Natürlich können auch die Online Foren der Universitäten hier weiterhelfen, ebenso wie die Wohnungsbörsen der jeweiligen ÖH-Seiten, generell sollten sich Interessierte auch bei anderen Studierenden und Bekannten umhören. Jede Quelle kann hilfreich sein.

Hier eine kurze Auswahl an möglichen Online Plattformen:

Achtung Mietvertrag

Viele Vermieter versuchen die Situation der Studentinnen und Studenten auszunützen. Dies ist zunächst an den hohen Mietpreisen ersichtlich, gegen die man leider schwer vorgehen kann, aber auch anhand dubioser Mietverträge. Diese sollten sehr genau geprüft werden. Dort sind mitunter Klauseln eingebaut, die es genau zu prüfen gilt – z.B. bei Auszug Wände neu streichen / ausmalen. Solche Klauseln sind mittlerweile per Gesetz nichtig, dennoch tauchen diese immer wieder auf – werden Sie unterzeichnet und somit akzeptiert, sollte diesen auch Folge geleistet werden.

Überlegungen und Hilfestellung

Generell sollte man sich als Mieterin / Mieter im Vorfeld die Frage stellen, welche Einschränkungen man bereit ist in Kauf zu nehmen, um eine finanzierbare Wohnung zu erhalten. Nicht selten wird die Vergabe der Wohnung an Bedingungen und Verhaltensweisen geknüpft, die es einzuhalten gilt. Wird dagegen verstoßen, droht der Rauswurf. Dieses Verhalten ist aus Sicht der Vermieter möglich, da eine extrem hohe Nachfrage nach Studentenwohnungen besteht.

Es ist also sinnvoll, sich zuvor mit den Rechten eines Mieters vertraut zu machen, auch mit denen des Vermieters. Dazu zählt auch, dass gewisse Fragen des Vermieters auch nicht beantwortet werden müssen. Sollten allzu persönliche Fragen gestellt werden, ist dies entsprechenden Behörden oder Vereinen zu melden. Hilfe und Information zu diesem heiklen Thema gibt es unter anderem beim Mieterschutzverband – http://www.mieterschutzverband.at/ oder unter http://www.mieterhilfe.at/.

Studentenwohnheime in Österreich

In Wien stehen Studenten aus aller Welt an die 100 Studentenwohnheime zur Verfügung, dennoch ist es alles andere als leicht, einen der begehrten Plätze zu ergattern. Ähnlich sieht es in den Universitätsstädten Innsbruck, Salzburg, Linz und Graz aus. Wer zuerst kommt, malt zuerst – daher sollten angehende Studentinnen und Studenten Österreichweit die jeweiligen Anmeldungsfristen nicht übersehen. Leider landen dennoch sehr viele Studierende nur auf Wartelisten und werden so gezwungen, sich nach privaten Alternativen umzusehen.

Klar sollte somit sein: Wer einen Platz in einem Studentenwohnheim ergattern möchte, der sollte sich so früh als möglich bewerben. Idealerweise werden hier alle Ressourcen ausgeschöpft, um die Chancen, einen der heiß begehrten Heimplätze ergattern zu können, zu steigern. Sollte es nicht direkt klappen, landen die Bewerberinnen und Bewerber auf den jeweiligen Wartelisten der Studentenwohnheime – somit besteht zumindest die Möglichkeit, dass innerhalb eines Semesters oder zu Beginn des folgenden Semesters ein Platz frei wird.

Achtung: Einige Studentenwohnheime nehmen auch nur klar definierte Studenten auf, etwa auf Grund ihrer Herkunft (Tirol, Oberösterreich usw.) oder einer Studienrichtungswahl. Diese Kriterien werden aber sehr genau erläutert, sodass es kaum zu Verwirrung oder Problemen kommen sollte.

Liste der Studentenwohnheime in Österreich

Hier folgt nun eine Liste der bekannten Studentenwohnheime in Österreich, unterteilt nach Bundesländern und Universitätsorten. Diese Aufzählung kann natürlich nicht von sich behaupten, vollständig zu sein, unter Umständen hat sich auch der eine oder andere Fehler im Bereich der Adressen und Anschriften eingeschlichen. Sollte dies der Fall sein, bitten wir um Verzeihung und eine diesbezügliche Mitteilung, um den Fehler beheben zu können. Sollte ein Studentenheim in der Liste fehlen, freuen wir uns natürlich ebenfalls, wenn dies uns angezeigt wird.

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