Zivildienst in Österreich – Ausland, Dauer, Gehalt, Freiwilliges soziales Jahr (FSJ), Novelle, Änderungen 2019

Ratgeber Zivildienst in Österreich – welche Regeln gibt es aktuell?

Der Zivildienst spielt in Österreich eine große Rolle und ist der so genannte Wehrersatzdienst. Es ist offiziell seit 1975 möglich, dass der Wehrdienst in Austria aus Gewissensgründen verweigert werden kann.

Stockfoto-ID: 184396834 Copyright: Rawpixel.com/Bigstockphoto.com

Stockfoto-ID: 184396834
Wichtig: Vorab zum Zivildienst und Möglichkeiten informieren!
Copyright: Rawpixel.com/Bigstockphoto.com

Der Zivildienst stellt eine Alternative dar und besteht wie auch in Deutschland überwiegend aus Tätigkeiten, die im sozialen Bereich angesiedelt sind.

Das bedeutet, dass eine Person, die dem Zivildienst nachgeht, für neun Monate in diesem Bereich arbeiten wird. Es ist zunächst erforderlich, dass die Gewissensproblematik offengelegt wird und kurz darauf der Wehrersatzdienst angetreten werden kann.

Wo kann ich in Österreich meinen Zivildienst leisten?

Der Zivildienst kann in Österreich in verschiedenen Bereichen geleistet werden. Gerade im sozialen Tätigkeitsbereich gibt es entsprechende Optionen. Das bedeutet, dass Jugendliche ihren Zivildienst zum Beispiel im Bereich Krankenhäuser, Altenheime oder Pflegeheime, aber auch z.B. im Transport, bei der Tafel oder im Rettungsdienst leisten können.

Grundsätzlich gibt es jede Menge Zivildienststellen, die in Österreich wahrgenommen werden können. Die entsprechenden Einrichtungen sind meist bekannt, oder lassen sich ohne Probleme über das Internet recherchieren.

Anzumerken ist dabei auch, dass es z.B. möglich ist, über die offiziellen Seiten der Ämter passende Angebote zu recherchieren. Wer sich über das Internet informiert, wird feststellen, dass die Auswahl der Zivistellen in Österreich deutlich größer ist, als man zunächst annehmen mag.

In der Praxis leisten viele Menschen in Österreich ihren Zivildienst beim Österreichischen Roten Kreuz. Darüber hinaus ist anzumerken, dass es sogar Schülerlotsen gibt, die dort ihrem Zivildienst nachgehen. Es ist zu erwähnen, dass auch in Kindergärten sowie bei der Freiwilligen Feuerwehr und in der Betreuung von Flüchtlingen entsprechende Hilfe gebraucht wird, wenn es um den möglichen Einsatz von Zivildienstleistenden geht.

Wie viele Menschen gehen in Österreich dem Zivildienst nach?

Der Zivildienstdauert in Österreich insgesamt 9 Monate und rund ein Drittel der Personen, die im wehrpflichtigen Alter sind, gehen dem Zivildienst nach. In Österreich waren es z.B. im Jahr 2010 rund 13.000 Zivildienstleistende, die im Land tätig gewesen sind und zwar aus Gewissensgründen.

Wie kann ich meinen Zivildienst im Ausland absolvieren?

Bereits seit dem Jahr 1992 besteht die Option, dass in Österreich der Zivildienst auch im Ausland absolviert werden kann. Grundsätzlich ist es möglich, dass der Auslandsdienst eine Art Ersatzdienst für den Zivildienst darstellt. ER kann in verschiedenen Bereichen geleistet werden. Anzumerken ist, dass der Auslandsdienst derzeit bei zwölf Monaten Dauer liegt.

Es besteht die Option, dass der Auslandsdienst entweder im Bereich Gedenkdienst, im Bereich Sozialdienst oder im Friedensdienst abgeleistet werden kann.

Da der Zivildienst im Ausland sehr beliebt ist, entscheiden sich viele Menschen dafür, dass dieser entsprechend geplant wird. Die Anzahl der Plätze ist in der Regel deutlich geringer, als die Anzahl der Personen, die einen entsprechenden Platz haben möchten. Grundsätzlich ist es daher nicht unüblich, dass es eine Zeit lang dauert, bis ein passender Zivildienst Platz im Ausland bereit gestellt werden kann.

Welche Alternativen gibt es in Österreich derzeit zum Zivildienst?

Als Alternative ist es seit dem Jahr 2016 möglich, dass der so genannte europäische Freiwilligendienst, kurz EFD wahrgenommen werden kann. Er dauert mindestens 10 Monate und kann ebenfalls als Ersatz zum Zivildienst wahrgenommen werden.

Eine weitere Alternative ist das freiwillige Umweltjahr, kurz FUH, welches ebenfalls mindestens 10 Monate dauert und entsprechend als Ersatz für den Zivildienst genutzt werden kann.

Welche Option bietet das freiwillige soziale Jahr FSJ als Alternative zum Zivildienst?

Wer möchte, kann seit dem Jahr 2016 den Zivildienst durch das freiwillige soziale Jahr, kurz FSJ ersetzen. Das Jahr hat einige Vorteile gegenüber dem herkömmlichen Zivildienst.
Grundsätzlich können der Kinderabsetzbetrag und die Familienbeihilfe weiter bezogen werden, sofern der Anspruch vorhanden ist.

Die Anzahl der Wochenstunden liegt bei maximal 34 Stück gegenüber 45 Wochenstunden, die beim Zivildienst maximal zulässig sind. Die Freistellung während der gesamten Zeit liegt bei 5 Wochen gegenüber der maximal möglichen 2 Wochen, die es beim Zivildienst maximal gibt. Das freiwillige soziale Jahr kann bis zum 28. Lebensjahr in Österreich aufgeschoben werden.

Wann kann ich mich für den Zivildienst bereiterklären?

Wer für den Wehrdienst die erste Tauglichkeitsbescheinigung erhalten hat, kann ohne Probleme entsprechend die Erklärung für den Zivildienst abgegeben. Das bedeutet, dass zunächst das Stellungsverfahren durch das Militärkommando erledigt werden muss.

Die Erklärung für den Zivildienst muss binnen sechs Monaten, bzw. bis vor den zweiten Tag vor der Einberufung abgegeben werden. Wichtig ist, dass die entsprechende Zivildiensterklärung genutzt wird. Das entsprechende Formular findet sich im Internet z.B. bei der Stellungskommission oder bei der Zivildienstserviceagentur.

Auch diverse Jugendorganisationen stellen die entsprechenden Unterlagen bereit. Wer weiß, wo er seinen Zivildienst ableisten möchte, der kann bereits in der Erklärung entsprechende Einrichtungen sowie Bereiche nennen.

Wie hoch ist das Gehalt beim Zivildienst in Österreich?

Wer in Österreich seinen Zivildienst leisten möchte, erhält dafür aktuell einen Betrag in Höhe von 328,70 Euro als Grundvergütung jeden Monat gutgeschrieben. Der Betrag wurde zum 01.01.2018 so definiert. Die Vergütung wird den Zivildienstleistenden zum 15. des Monats durch die entsprechende Einrichtung, bzw. durch deren Rechtsträger überwiesen.

Muss ich mich für meinen Zivildienst selbst versichern?

Fakt ist, dass ab dem ersten Tag des Zivildienstes eine Person und mitversicherte Angehörige nach dem allgemeinen Sozialversicherungsgesetz krankenversichert und unfallversichert sind. Entsprechende Service Gebühren, die bei der e-card oder bei der Rezeptgebühr für Arzneimittel anfallen, werden hier nicht in Rechnung gestellt.

Die Zeiten, in denen der Zivildienst geleistet wird, werden auch auf dem eigenen Pensionskonto erfasst. Die Versicherung im Sinne der Krankenversicherung wird durch die Zivildienstagentur angemeldet. Es ist möglich, direkt in der entsprechenden Gebietskrankenkasse versichert zu werden. Diese wird danach bestimmt, wo man seinen Hauptwohnsitz hat. Die Abmeldung von der Gebietskrankenkasse erfolgt direkt am letzten Tag des Zivildienstes.

Wie steht es um die Verpflegung während des Zivildienstes?

Grundsätzlich gibt es für Zivildienstleistende in der Einrichtung eine Verpflegung. Diese kann in Form von einer Neutralverpflegung oder aber auch in Form eines Verpflegungsgeldes umgesetzt werden. Die entsprechende Einrichtung hat darüber zu entscheiden, welche Art der Verpflegung entsprechend der Verpflegungsverordnung angeboten wird.

Warum ist der Zivildienst wichtig?

Für viele junge Menschen ist der Zivildienst eine prägende und wichtige Erfahrung im Leben. Das bedeutet, dass sie in dieser Zeit eine Menge lernen – über sich selbst, über soziale Themen und natürlich auch generell zum Umgang miteinander.

Durch Arbeiten in sozialen Einrichtungen lernen junge Menschen, dass auch sie z.B. älter werden und sich im Leben einiges ändern wird. Viele junge Menschen lernen im Zivildienst, wie wichtig eine funktionierende Gesellschaft ist und welche Vorteile diese bietet. Gerade der Kontakt zu älteren Generationen ist im Nachhinein eine wichtige Erfahrung, aus der die jungen Menschen meist ihr Leben lang lernen können.

Änderungen beim Zivildienst in Österreich – Novelle 2019? – Krankenstand, Träger, Schulungen

Der Zivildienst in Österreich als Alternative zum Bundesheer ist eine wichtige Errungenschaft, da viel Einrichtungen durch den Einsatz von Zivildienern Unterstützung im Arbeitsalltag bekommen und viele Arbeiten durch Zivildiener verrichtet werden.

Aufgrund aktuell geburtenschwacher Jahrgänge und somit weniger verfügbarer Zivildiener sowie Mängeln/negativen Erfahrungen in einigen Bereichen beim Zivildienst (zum Beispiel durch Krankenstandsmissbrauch) soll nun eine Novelle Änderungen beim Zivildienst in Österreich bringen.

Der Bedarf nach Veränderungen wurde von Karoline Edstdler (ÖVP) geortet, diese hat in ihrer Funktion als Staatssekretärin einen Gesetzesentwurf angekündigt.

Zivildienst: Vielseitige Einsatzmöglichkeiten

Aktueller Status beim Thema Zivildienst

  • Hohe Bedarfsdeckung von 93 %
  • 1700 Trägerorganisationen
  • aktuell drohender Engpass bei Zivildienern

Welche Veränderungen soll die Novelle bringen?

  • Aktives Ansuchen der Trägerorganisationen notwendig – Wegfall aus der Träger-Liste bei Nichtansuchen für 3 Jahre
  • Aktuell wurden von ca 10 % der Träger-Organisationen im System keine Zivildiener beantragt
  • Intensivere Schulungen für Träger und Zivilidiener
  • E-Learning für Zivilidiener mit Basiswissen zu Staatsbürgerschaftskunde
  • Unterricht für Vorgesetzte im Bereich “Grundlagen des Wehrersatzdienstes” inklusive Prüfung
  • Neue Krankenstandsregelung – Von 18 Tagen Dienstunfähigkeit und Neubeginn der Frist bei einem Tag Dienst wird in Zukunft bei Fernbleiben (gesamt!) von mehr als 21 Kalendertagen eine vorzeitige Entlassung ausgesprochen. Dies soll zur Vermeidung von Kettenkrankenständen führen.

Informationen zum Zivildienst in Österreich

Artikel gefällt? Bitte bewerte diesen Beitrag.
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (0,00/5 - 0 Bewertungen)
Loading...

Deine Meinung ist uns wichtig

*